Im GründerView stellen wir regelmäßig spannende StartUps und ihre Ideen vor. Auf den ersten Blick wirkt die Geschäftsidee von Keypoint zwar wie ein Excel-Tool, tatsächlich ist die Projektmonitornig-Anwendung aber deutlich komplexer. Wie es funktioniert, erklärt Mitgründer Constantin Hofmann im GründerView.

techtag: Euer StartUp in einem Tweet!

Constantin Hofmann: #Keypoint – Der Control Tower fürs Projekt!

Wer oder was inspiriert dich?

Viele Leute erleben bei ihrer Arbeit viele nicht durchdachte Prozesse und erkennen, dass man die Arbeitsabläufe deutlich verbessern könnte. Ich finde Menschen inspirierend, die dies nicht einfach nur hinnehmen und sich beschweren, sondern aktiv nach Verbesserungen suchen und dann auch den Mut haben diese umzusetzen.

Projektmonitoring in Microsoft Excel per Excel-Tabelle – das scheint auf den ersten Blick irgendwie nicht so intuitiv und nutzerfreundlich… Wie und wo kam euch diese Geschäftsidee und was unterscheidet euch von anderen Monitoring-Softwares?

Zunächst einmal läuft unser Projektmonitoring-Tool zwar als Add-in in Microsoft Excel, hat aber mit einer einfachen Excel-Tabelle nicht viel zu tun. Wir benutzen Excel viel mehr als Oberfläche um dynamisch Visualisierungen von Indikatoren zu erzeugen. Das sieht dann auch komplett anders aus als die normale Excel-Benutzeroberfläche. Wenn wir unsere Lösung vorstellen, sind unsere Zuhörer immer überrascht, was alles mit Excel möglich ist.

Mit diesem Ansatz haben wir uns der tatsächlichen Arbeitsweise in Unternehmen angepasst. Im Projektmanagement ist Microsoft Excel der natürliche Knotenpunkt, an dem die Daten aus den unterschiedlichen Projektbereichen zusammenlaufen. Wir möchten ja nicht nur Zeit und Kosten im Auge behalten, sondern den Fortschritt und das Zusammenspiel aller relevanten Bereiche messen. Microsoft Excel ist als Standardsoftware verfügbar und wird von den Mitarbeitern beherrscht, damit bietet es die ideale Plattform für uns. „Excel-Tool“ klingt immer schnell nach Makro und Bastelei, in Wirklichkeit haben wir eine sehr umfangreiches Programm geschaffen, das neben seiner Hauptaufgabe auch Kommunikationsplattform ist, Reporting automatisiert, die Projektdaten versioniert und Maßnahmen verteilt. Der Unterschied zu neuer Software ist allerdings, dass es aus Excel gestartet wird und eben auch ganz ohne Administratorrechte installierbar ist.

Unsere Idee ist durch unsere Erfahrungen bei großen Unternehmen entstanden, daher haben wir bei unserer Arbeit auch immer darauf geachtet, eine praxistaugliche Lösung zu schaffen.

Ihr seid jetzt bereits seit ein paar Monaten im CyberLab – welche Meilensteine konntet ihr schon erreichen?

Als wir ins Lab gezogen sind, waren wir mit dem Produkt schon so gut wie fertig, daher stand für die Labzeit, neben dem natürlich notwendigen Feinschliff der Software, viel Vertrieb auf der Agenda.

Aktuell sind wir mit mehreren großen Kunden im Gespräch und haben unsere Lösung verschiedenen Verantwortlichen aus dem Forschungsbereich zur Verfügung gestellt. Ursprünglich hatten wir auch die Mittelständler – gerade anfangs – im Auge, anscheinend trifft unser Angebot aber eher den Nerv der Großen. Eigentlich auch nicht so überraschend, da die Idee ja genau aus unseren Erfahrungen in Konzernen entstanden ist. In der zweiten Jahreshälfte werden wir unsere Lösung dann in einem internationalen Projekt eines großen Maschinenbauers einsetzen.

Welche App darf auf keinem Smartphone fehlen?

WeMo coole App um eine Steckdose fernzusteuern. Klingt im ersten Moment unnötig, ist aber extrem hilfreich, wenn an der Steckdose die Kaffeemaschine hängt, die dann schon mal aufheizt, bis man zuhause ist. So kann ich mir schnell noch einen Espresso machen, auch wenn ich gleich wieder weg muss.

Yo erleichtert die Kommunikation im Alltag natürlich ebenfalls enorm…Vor allem bei komplizierten Dingen wie „Sag Bescheid, wenn du los fährst“ oder „Sag mir, wenn ich anrufen kann“.

Ihr drei Gründer arbeitet zusammen, habt das gleiche studiert und zwei von euch wohnen sogar noch gemeinsam in einer WG. Wie stellt ihr sicher, dass ihr euch nicht irgendwann auf den Senkel geht und somit das Weiterkommen von Keypoint beeinträchtigt wird?

Stimmt, unsere Anfänge haben wir auch in der WG genommen. Das eigene Büro im Lab hilft da enorm. Gefühlt ist es sonst eher so, dass man im Büro wohnt, als das man zuhause arbeitet. Eine klare Trennung, auch wenn die manchmal schwerfällt, ist da wichtig.

Was ist deine Empfehlung für die Mittagspause?

Mach eine! Pausen sind wichtig, gerade, wenn man mal nicht so gut vorankommt. Wir gehen meist nach Hause, da schaltet man am besten ab.

Karlsruhe ist für Gründer…

…sehr vorteilhaft. Sicherlich gibt es andernorts größere Finanzierungsrunden, aber wenn man organisch wachsen möchte bietet Karlsruhe ein sehr gutes Netzwerk an engagierten und motivierten Leuten. Die Beratung, auch oft abends bei einem Bier, von erfahrenen Unternehmern oder Geschäftsleuten haben wir immer sehr gerne wahrgenommen. Das CyberForum sorgt hier zusammen mit dem KIT für sehr gute Bedingungen.

Wir werden außerdem noch von Microsoft unterstützt, sodass wir gerade in der Anfangsphase ressourcenschonend starten konnten.

Ihr drei habt schon in unterschiedliche große Firmen reingeschnuppert – unter anderem bei Siemens, Airbus und Porsche. In welchem StartUp würdest du gerne mal einen Tag Einblick in den Arbeitsalltag bekommen?

Mich würde es mal interessieren, wie das ist, wenn man stark volumengetrieben arbeitet und pro Kunden nur wenige Euro oder sogar noch geringere Summen umsetzt. Ich denke wir sind eher etwas untypisch für ein Start-up, da wir wenig Kunden mit langen Sales-Zyklen ansprechen.

Dein Rat für jeden Gründer?

Die besten Ideen hat man nicht durch angestrengtes Nachdenken, sondern wenn man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt läuft. Wenn man dann meint etwas gefunden zu haben, lohnt sich dafür das Nachdenken umso mehr. Also nicht die gute Idee erzwingen, aber wenn man was macht wirklich sorgsam und bedacht vorgehen.

In deiner Playlist läuft gerade … rauf und runter.

Puh, Playlist, das ist mir zu anstrengend. Ich höre gerne Sets auf Soundcloud. Jakob und Yannik meine beiden Mitgründer sind außerdem große Fans von Icke & Er ;)

Über Keypoint:

Keypoint ist ein junges Unternehmen aus Karlsruhe mit einem innnovativen Ansatz für Projektmonitoring. Wir bieten eine softwaregestütze Lösung, die hilft Struktur und Transparenz in komplexe Entwicklungsprojekte zu bringen. Unsere Lösung erfasst die quantitativen Indikatoren des Projekts, macht ihren Zusammenhang deutlich und kombiniert sie mit den Einschätzungen der Teammitglieder. Wir helfen unseren Kunden ihre Projekte effektiver, kostengünstiger und schneller umzusetzen.
www.keypoint-company.com

Dein StartUp im GründerView? Mail an svb(at)techtag.de