Die Extralogistik ist derzeit wohl die interessanteste Spielwiese, die dank neuer Technologien gefühlt alle technischen Errungenschaften verschmelzen lässt: Egal ob mobile Computing, Internet of Things, Industrie 4.0 und die Robotik – eine digitale Transformation mit grundlegenden Veränderungen für Gesellschaft und Arbeitswelt.

Die Extralogistik der Zukunft sieht wie aus? Ich weiß, eine schwierige Frage. Immerhin versuchen wir eine Branche auf den Punkt zu bringen, die mal eben die globale Wirtschaft am Laufen hält. In den Ballungsräumen von morgen wird zweifelsohne die Mobilität eine zentrale Rolle spielen. Wir sprechen in Zukunft von exzellent vernetzten Verkehrsströmen, von der Digitalisierung der Lieferketten, von nachhaltigen und transparenten Logistik-Konzepten.

Ich teile dabei die Logistik grundsätzlich in zwei Bereiche auf. Auf der einen Seite die Materialbewegung außerhalb eines Lagers (Extralogistik), auf der anderen Seite der Materialfluss innerhalb eines fest abgesteckten Bereiches – als Beispiel sei das Distributionszentrum genannt. Beide gehen zusammen zwar Hand in Hand, technisch sind sie allerdings kaum miteinander vernetzt. Ich konzentriere mich im Folgenden auf die Extralogistik. Auch weil die Intralogistik bereits in den folgenden Artikeln ausführlich beschrieben steht:

Digitalisierung in der Extralogistik

Es klingt seltsam: die Digitalisierung ist bereits im vollen Gange: verschlüsselte Endgeräte dienen als Knotenpunkte, als Router; digitale Steuerungssysteme steuern mittlerweile einzelne LKW-Kolonnen automatisiert. Dank der Vernetzung untereinander verfügen schon jetzt die logistischen Einsatzfahrzeuge über aktuellste Verkehrsinformationen, auch um selbstständig Routen zu optimieren oder Transporte umzuleiten. Kein Wunder also, dass die Transportbranche marketingtechnisch für den schnellen, flexiblen und bedarfsorientierten Transport von Gütern steht.

Extralogistik: Datenanalyse macht Logistik grün

In Zukunft werden allerdings die Informationen eine entscheidende Rolle einnehmen. Eine enge Vernetzung mit Kunden, Dienstleistern und Kooperationspartnern ist bereits heute ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Gezielte und aufbereitete Informationen beschreiben die Zukunft, sie sorgen für eine intelligente Planung von Verkehren und Routen. GPS, RFID, Internet of Things, Industrie 4.0, WLAN, mobile Computing (Commerce) – eine automatisierte Auswertung all dieser IT-Segmenten und die dadurch planbare Auslastung von Fahrzeugen sorgen dafür, dass zirka 4,4 Milliarden Euro Staukosten vermieden werden, jährlich. Unternehmen werden in Zukunft aus ihren Daten Gold gewinnen. Speziell die Vernetzung der unterschiedlichen Informationsschnittstellen wird der Logistik neue Möglichkeiten aufzeigen; die Supply Chain wird nicht nur individueller, sie wird endlich nachvollziehbar. Die Herausforderung dabei wird sein, den sicheren Datenaustausch zu garantieren.

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Wie funktioniert eigentlich der Betrieb im Hamburger Hafen? (Video:HamburgPortAuthority)

Dennoch, derzeit stoßen die Logistik-Unternehmen oft noch an ihre Grenzen, weil beispielsweise noch nicht geklärt ist, welcher Funkstandard für alle gilt? Die Infrastruktur auf den deutschen Autobahnen muss ebenfalls angepasst werden. Die derzeit im Einsatz befindlichen Insellösungen funktionieren bisher nur auf einzelne Fahrgemeinschaften. Zudem müssen bestehende Routing-Algorithmen neu justiert werden. Unzählige Sensoren und Aktoren müssen schließlich gleichzeitig und störungsfrei bedient werden. Eine große Herausforderung wird sein, ein weltweites Netz zu spannen, über welches beispielsweise alle Warenströme und dessen Daten verfolgt und analysiert werden – als Beispiel sei die temperaturgeführte Logistik genannt. Alles grenzenlos, in einer einheitlichen Sprache – auch technisch.

Digitalisierung: Es klemmt noch hier und da

Machen wir uns nichts vor. Der Gipfel der Logistikweisen brachte es 2015 auf den Punkt, als sie sich mit dem Thema „Logistik trifft auf Digitalisierung“ befassten: „Betrachtet man die Digitalisierung und innovative Technologien in der Logistik, so gibt es in der Tat Unternehmen, die das Thema mit breiter Brust vor sich hertragen. Eines der wohl bekanntesten Beispiele ist der Online-Konzern Amazon. Ob fliegende Drohnen, 3D-Drucker in LKW, Lieferungen vor der Kundenbestellung – das US-Unternehmen beherrscht mit Digitalisierungsthemen die Schlagzeilen.“

US-Unternehmen sind einfach mutiger und nehmen zudem mehr Geld in die Hand, um ihre Unternehmungen strategisch auszubauen. In den USA gibt es allerdings nicht den klassischen Mittelstand. Familienunternehmen, die wesentlich weniger Geld zur Verfügung haben, mehr Verantwortung gegenüber der Region und den Mitarbeitern übernehmen. Da passt das Zitat des US-amerikanischen Science-Fiction-Schriftstellers William Gibson wie die Faust aufs Auge: „Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur ungleich verteilt.“

Mein persönliches Fazit: Wichtige Treiber sowie Werkzeuge zur Handhabung von Komplexität bilden die Möglichkeiten der IT und der Trend zur Digitalisierung. Sie bremsen allerdings auch gleichzeitig die Notwendigkeiten der Digitalisierung hierzulande. In einigen Bereichen sind wir bereits Vorreiter. So ist der Hamburger Hafen (siehe Video) weltweit wohl der modernste Logistik-Bereich der Welt. Und in Zukunft wird dank der verdichteten Informationskette die Logistik und deren einzelne Felder enger zusammengeführt. Warehouse-Mitarbeiter stellen mit ihren smarten Datenbrillen Sendungen zusammen. Drohnen übernehmen den Transport der Güter zu Kunden in verstopften Metropolen oder fernab der Städte auf dem Land – und sind wichtige Helfer bei der Verwaltung der Bestände in Lagerhäusern. Vollautomatische Verkehrsmittel – in der Luft, zu Wasser und auf der Straße – werden das Rückgrat unserer Branche.

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