Egal, ob im B2B- oder im B2C-Umfeld – der Auftritt von Unternehmen in sozialen Netzwerken gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gerade im Mittelstand ist die Zurückhaltung, was Facebook, Twitter, Instagram und Co. angeht, allerdings noch recht groß. In einem mehrteiligen Artikel zeigen wir, wie einfach Social Media-Marketing gelingen kann – auch ohne riesige Budget-Töpfe. Im zweiten Beitrag unserer Artikel-Reihe widmen wir uns heute dem Medium Instagram.

Instagram ist im Moment eines der am schnellsten wachsenden Social Networks und in aller Munde. Weltweit hat Instagram 800 Millionen monatliche Nutzer (Stand: September 2017). In Deutschland nutzen die Plattform 15 Millionen Menschen (Stand: August 2017). Grundsätzlich ist Instagram ein sehr einfach zu verstehendes und auf Bilder fokussiertes Netzwerk. Dennoch gilt es einige Dinge zu beachten.

Auf Instagram können neben Bildern auch 60 Sekunden lange Videos veröffentlicht werden. Wir konzentrieren uns in diesem Beitrag aber erst ein Mal auf Fotos und geben einen kurzen Einblick in die Zusatzfunktion der Instagram-Stories.

Dabei sein ist nicht alles

Einfach einen Account anzulegen, um „ab und zu mal was zu posten“, reicht nicht. Instagram bewegt sich rasend schnell. Um Relevanz innerhalb des Netzwerkes und bei den eigenen Followern zu erreichen, sollten täglich ein oder besser noch zwei Posts veröffentlicht werden.

Gleichzeitig sollte man aktiv im Netzwerk nach passenden Accounts und Fans suchen, bei diesen zum Unternehmen passende Bilder liken und relevante Kommentare hinterlassen. Auf diese Weise macht man nicht nur auf sich aufmerksam, sondern auch klar, dass man sich aktiv an der Instagram-Community beteiligt.

Der Aufbau von Fans und Followern ist ein mühsamer und steiniger Weg. Neben klassischen Möglichkeiten, wie dem promoten des Instagram-Accounts auf der eigenen Website, auf der Facebook-Fanpage oder im Newsletter, sollte man definitiv über ein Budget für Instagram-Anzeigen nachdenken. Mit einem gut überlegten Targeting ist die gewünschte Zielgruppe problemlos zu erreichen.

Instagram

Bilder sind wichtiger als Worte

Der Fokus von Instagram liegt ganz klar auf dem Bild. Der begleitende Text zum Bild ist zwar trotzdem wichtig, aber das Foto ist es, dass den potentiellen Fan und/oder Kunden dazu bewegt, sich näher mit dem gezeigten Thema zu beschäftigen. Es ist also wichtig, dass das Bild ansprechend ist und die Bildqualität stimmt (dazu später mehr).

Ein kleiner Tipp: Finger weg von den Instagram-Filtern. Diese sind zwar eine nette Spielerei, haben aber im Unternehmensumfeld unserer Meinung nach nichts zu suchen.

Das Erlebnis sollte im Vordergrund stehen

Viele Firmen posten auf Instagram die gleichen Marketing-Materialen, die auch in Katalogen, Shops oder auf der Website zu finden sind – oftmals ein Produktfoto vor einem freigestellten Hintergrund. Mit solchen Bildern lassen sich auf Instagram keine Preise und schon gar keine Kunden gewinnen. Das Produkt sollte in der Regel auch nicht im Fokus des Bildes stehen und vor allem immer im Einsatz oder in seiner „natürlichen“ Umgebung gezeigt werden.

Ein Beispiel: Möchte man ein Haushaltsgerät präsentieren, sollte dieses in einer Küche zu sehen sein. Ein paar Blumen in der Nähe und eine dazu passende Szenerie – es wird gekocht oder gebacken – sollten hier das Mindeste sein. Das Produkt einfach nur clean zu präsentieren, ist für die Nutzer nicht interessant. Das Gesamtbild sollte immer den Eindruck vermitteln, dass das Gerät auch wirklich im Einsatz ist und die Szene nicht einfach für das Foto gestellt wurde.

Hier ein paar positive Beispiele:

Unser liebstes Herbst-Gemüse: Kürbis in allen Variationen!

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Achten Sie auf die Bildqualität

Ein wichtiges Thema, das wir auch schon in unserem Facebook-Grundlagen-Artikel angesprochen haben, ist die Qualität der Bilder. Grundsätzlich ist es nicht nötig, für Instagram-Fotos eigens eine DSLR-Kamera anzuschaffen.

Es reicht völlig aus, das Foto mit einem halbwegs aktuellen Smartphone aufzunehmen. Die Lichtverhältnisse sollten aber stimmen und das Bild sollte nicht verwackelt oder unscharf sein. Weitere Tipps zum Thema finden Sie hier: Erstklassige Fotos mit dem Smartphone machen – so geht’s!

Instagram-Stories

Immer mehr Instagram-User nutzen die Instagram-Stories. Diese sind ein unkomplizierter und verspielter Bereich. Innerhalb von Instagram finden sich diese „Geschichten“ in einem extra Bereich – also nicht im normalen Stream des Users.

Der Story-Bereich eröffnet Unternehmen vielfältige Möglichkeiten mit Videos und Bildern zu arbeiten. Stories eignen sich besonders gut für Live-Berichterstattungen von Events, Eröffnungen oder Pressekonferenzen. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass die Bildqualität stimmt. Besonders bei Videos sollten schnelle Schwenks oder hektische Bewegungen vermieden werden. Mit den Stories lässt darüber hinaus ein echter Live-Stream realisieren. Hier sollte man das Smartphone aber möglichst auf ein Stativ stellen.

Instagram Stories sollte man so oft wie möglich nutzen, da Instagram den Stories einen prominenten Platz in der App einräumt und Ihren Followern Ihr Unternehmen so regelmäßig ins Auge springt.

Die Sache mit Hashtags

Ein Hashtag (#) ist ein mit Doppelkreuz versehenes Schlagwort, das dazu dient, Nachrichten mit bestimmten Inhalten oder zu bestimmten Themen in sozialen Netzwerken auffindbar zu machen. – Wikipedia

Tatsächlich sollte man Hashtags auf Instagram eher als Gruppen verstehen. Mit Hashtags zeigen User auf Instagram die Zugehörigkeit des publizierten Bildes zu bestimmten Orten (zum Beispiel #igersberlin für Berliner Instagrammer) oder bestimmten Themen (#travel, #interiordesign). Um relevante Hashtags zu finden, kann man Tools wie Displaypurposes oder Focalmark verwenden, oder sich einfach von themenrelevante Beiträge inspirieren lassen.

Grundsätzlich erlaubt Instagram 30 Hashtags pro Beitrag. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viele er nutzen möchte. Man muss aber auf jeden Fall auf die Relevanz der Hashtags achten. Hashtags, die mit ihrem Unternehmen oder dem Produkt zu tun haben, sollte man in die Beschreibung des Bildes einfügen. Weitere Hashtags, die zum Beispiel die Location, die Szenerie oder die Produktgruppe beschreiben, gehören in einen Kommentar.

Sollte es noch kein einheitliches Hashtag im Unternehmen geben, ist es nun an der Zeit, eines zu finden. Dieses sollte auch produktübergreifend sein und ihre Marke unverwechselbar repräsentieren. Prominente Beispiele hierfür sind #LumixLife für Kameras von Panasonic oder der #VolvoMoment für Fahrzeuge von Volvo. Hat ihr Unternehmen ein eigenes Hashtag, können Kunden dieses nutzen und so Teil der eigenen Gruppe werden.

Es fällt so auch leichter, den Content von Fans zu finden, die Produkte des eigenen Unternehmens nutzen. 

Interaktion mit Fans / User-generated Content

Ein weiteres einfaches, aber sehr effektives Mittel für einen gut funktionierenden Instagram-Kanal ist User-generated Content. Sprich: Sie posten Bilder auf Ihrem Kanal, die andere mit Ihrem Produkt erstellt haben. Man macht seinen Kunden so verständlich, dass man sich auch nach dem Kauf eines Produkts für sie interessiert und bekommt oft tolle, emotionale Inhalte, ohne diese selbst aufwendig produzieren zu müssen.

Wichtig: IMMER nach Erlaubnis fragen, ob man das Bild verwenden darf.

Und wie setze ich Links?

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Auf Instagram können weder in den Kommentaren, noch in der Beitragsbeschreibung Links gepostet werden. Man kann zwar eine URL einfügen, diese wird aber nicht verlinkt. Die wenigsten Instagram-Nutzer sind bereit, eine komplette URL aufwendig am Smartphone zu kopieren und in den Browser einzufügen. Daher sollte auf Links vollständig verzichtet werden.

Natürlich kann man mit Instagram aber trotzdem Traffic für die eigene Website generieren. Hierfür müssen Sie aber entweder zu Werbeanzeigen greifen – hier können nämlich Links direkt eingefügt werden – oder man muss seinen Account kontinuierlich auf über 10.000 Follower aufbauen. Ab dieser Grenze können nämlich Links in Instagram-Stories gepostet werden.

Fazit

Vor dem Start eines Instagram-Accounts sollten Kapazitäten und Budgets bereits festgelegt werden. Man sollte sich eine Strategie überlegen, wie man kontinuierlich Inhalte rund um das Unternehmen, Produkte und durchaus auch die eigenen Mitarbeiter spielen kann. Fans der eigenen Marke sollten ebenfalls einen festen Platz in der Strategie finden. Instagram – wie auch alle anderen Social Media-Kanäle – sollte auch bei der Planung von Events, Pressekonferenzen und Produkt-Vorstellungen ein fester Bestandteil sein.

Ein abschließender Rat: Instagram (zumindest ohne Ads) sollte einzig und allein dem Brand-Building dienen. Direkte Sales lassen sich ohne Werbe-Budget nicht generieren.

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