Bereits 2012 lernte ich die Köpfe von Protonet kennen. Das Startup bietet eigentlich eine kostspielige, schlüsselfertige und soziale Infrastruktur für kleine Unternehmen an. Doch nun wollen die Hamburger ein klassische Network-Attached-Storage, kurz NAS, für den Heimanwender entwickeln. Da der Preis des Speichers wahrscheinlich sinken wird, dürfte er aber auch speziell für Freiberufler interessant sein. Es fehlen lediglich 1,5 Millionen Euro.

Um gleich mal etwas klarzustellen; es handelt sich bei dem NAS aus dem Hause Protonet nicht um einen Cloud-Speicher. Denn definiertes Cloud-Computing verlangt nach einer Erreichbarkeit um die 99 Prozent. Sie wird bei einer Speicherlösung im Büro oder im Wohnzimmer wohl eher nicht gewährleistet. Aber darüber hat bereits Clouduser berichtet. Vielmehr forciert das Hamburger Unternehmen ein NAS an, welches kleinen Unternehmen sowie Privatanwendern zur Verfügung gestellt werden kann und dabei preislich nicht gleich aus dem Rahmen fällt. Wie Protonet verkündet, fehlen für die Produktion lediglich 1,5 Millionen Euro.

Protonet Maya: günstig ist anders

Maya nennt sich das NAS und soll ab 1.199 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer den Besitzer wechseln. Klar, über Tausend Euro ist kein Kleingeld, gerade für Freiberufler oder Kleinunternehmer. Doch dafür ist eine nervige Installation nach eigenen Angaben nicht nötig. Zudem liegen sensible Daten grundsätzlich im eigenen Büro, sind „meist“ von überall abrufbar und sollen immer verschlüsselt vorliegen. Geht es nach den Hamburgern, profitieren die Geräte von ihrer Flexibilität, da im Gegensatz zu herkömmlichen NAS-Geräten, der Freiberufler seine Dienste aus der eigentlichen Cloud wie Google Docs und Dropbox verknüpfen darf. Was überrascht: angeblich mit der Datensicherheit des lokalen Servers. Technisch gesehen wohl eher ein Marketing-Gag als die Realität. Denn die Hamburger selbst deklarieren US-Anbieter als unsicher.

Sei es drum: Auf dem Gerät läuft eine von Protonet selbst entwickelte Web-Software, die sich – wie anfangs bereits erwähnt – an kleine mittelständische Unternehmen richtet. Das integrierte Chat-System unterstützt über das lokale Netzwerk öffentliche sowie private Unterhaltung. Und obwohl die Box direkt im lokalen Netz des Kunden steht, lässt sich jeder Protonet-Server über einen Reverse-Proxy des Anbieters auch direkt ins Internet stellen.

Inhalte werden via URL aus der Cloud heruntergeladen

Hardware-technisch sind bisher ein stromsparender Intel-Prozessor „Celeron“ sowie die Speichergröße an sich bekannt: 256 Gigabyte SSD-Speicher für 1.199 Euro, 512 Gigabyte für 1.499 Euro und ein Terabyte für satte 1.899 Euro. Dennoch, wer sich Maya ins Büro stellt, hat auf jeden Fall einen Eye-Catcher vorzuweisen. Und der bisherige Erfolg gibt den Jung-Unternehmern Recht. So konnte Protonet Anfang Mai das Unternehmen Synaxon für sich gewinnen und eine Vorbestellung von insgesamt 300 Maya-Geräten verbuchen.

Was in der Praxis gefällt: Die einzelnen Channels, über die auch kommuniziert wird, verfügen über eine per Drag and Drop befüllbare Dateiablage. Bereits im Internet liegende Inhalte lassen sich direkt über den Chat einfügen und auf den Server kopieren. In der Praxis sieht das so aus: Kopiert der Nutzer URLs von Online-Diensten wie Flickr oder anderen Portalen, auf denen sich Inhalte hinter Links verstecken, lädt der Server die dort verlinkten Inhalte in sein eigenes Dateisystem und zeigt sie in der Chat-Oberfläche an.

Auf der Plattform Seedmatch kündigte Protonet die besagte Crowdfunding-Kampagne an, die am 4. Juni um 12 Uhr live gehen soll.

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