Wer sich der Sharing Economy verweigert, verschenkt viel Potenzial. Das zeigt ein neues White Paper des World Economic Forum (WEF), das sich damit beschäftigt, wie sich insbesondere Großstädte das Sharing-Konzept zu Nutze machen können.

„Collaboration in Cities: From Sharing to ‘Sharing Economy’“ – so lautet der Titel einer ausführlichen Analyse des Weltwirtschaftsforums zum Thema Sharing. Das Paper beschäftigt sich unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Was bedeutet die Sharing Economy für Städte?
  • Welche Akteure sind beteiligt?
  • Welche Faktoren treiben die Sharing Economy voran?
  • Was wird bereits heute geteilt?
  • Wie sollte Sharing reguliert werden?

Sharing kann viele Formen haben

Schaut man sich bei Google Trends die Entwicklung des Begriffs „Sharing Economy“ an, stellt man fest, dass die Suchanfragen seit 2013 um das Sechzehnfache gestiegen sind. Kein Wunder, denn laut Cheryl Martin vom WEF hat das Konzept „Teilen statt Haben“ nicht nur das Potenzial die Zugangskosten zu bestimmten Produkten und Dienstleistungen zu senken, sondern kann langfristig auch soziale Probleme innerhalb einer Gesellschaft lösen – oder anders ausgedrückt: Brücken zwischen gesellschaftlichen Gruppen schlagen.

Aber wie sieht das in der Praxis aus? Das WEF listet unter anderem folgende Beispiele auf:
  • Melbourne ist weltweit führend beim Food-Sharing.
  • In Barcelona teilen die Einwohner ihre freie Zeit, um alltägliche Dinge zu erledigen.
  • In Seattle gibt es sechs „Bibliotheken der Dinge“, in der Menschen mit geringen und mittleren Einkommen Werkzeuge ausleihen können.
  • Seoul hat 97 unterschiedliche Sharing-Angebote, darunter öffentliche Fahrräder, Parkplätze oder Kinderkleidung.
  • In Amsterdam bringt CityPass unter anderem Senioren mit Sharing-Plattformen in Kontakt.

Zugleich kommt das WEF aber auch zu dem Ergebnis, dass es einen Ordnungsrahmen geben muss, der die Spielregeln festlegt. Es ist die Aufgabe von Politik und Wirtschaft, sich dieser Aufgabe zu stellen und hier aktiv zu werden. Besser früher als später.

Sharing und der Tourismus

Interessant ist in diesem Kontext auch ein offener Brief des Bürgermeisters von Pensacola in Florida, der seine Bürger auf die Sharing Economy und deren Vorteile einschwört:

„For both our community and our state, a major priority is to not only maintain the current levels of tourism we enjoy, but to attract even more visitors. One key step we can take is to embrace the sharing economy: empowering middle-class residents in Pensacola and elsewhere to provide transportation options through Uber or Lyft or alternative lodging through Airbnb, Home Away or Vacation Rental By Owner.

[…] There are a handful of Florida cities that have chosen to crack down on short-term rentals and penalize taxpaying homeowners. I fear this will have a chilling effect on tourism, and I know it has already alarmed many residents in my community.

Während einige Städte in Florida – wie auch in Deutschland – Maßnahmen ergreifen, um beispielsweise Airbnb auszubremsen, fördert der Bürgermeister von Pensacola solche Plattformen aktiv. Er sieht darin eine Möglichkeit, den Tourismus zu fördern und Gebiete in seiner Stadt wirtschaftlich zu beleben, die sich bislang schwer tun.

Dieses Beispiel macht einmal mehr deutlich, dass die Share Economy unserer Gesellschaft viele Chancen bietet – man muss sie nur zu nutzen wissen.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.