shareBW, ein landesweiter Wettbewerb zur Share Economy, geht in die nächste Runde. Eure Projektideen könnt ihr noch bis zum 31. Mai 2017 unter sharebw.de einreichen. Warum ihr das tun solltet? Weil es für unsere Gesellschaft wichtig ist, sich möglichst früh und ausführlich mit dem Thema zu befassen, denn die Share Economy betrifft uns alle. Schon heute.

Geschäftsreisen folgen seit jeher demselben Muster: Man bucht sich ein Hotel und einen Flug. Oder eine Zugfahrt. Die Strecke vom Flughafen zum Hotel legt man je nach Gepäck mit dem Taxi oder dem öffentlichen Nahverkehr zurück. So beobachte ich das inzwischen seit mehr als zehn Jahren auf meinen Reisen zu Messen und Veranstaltungen in aller Welt.

Wenn Hotels ihre Gäste in die Arme von AirBnB treiben

Doch seit etwa zwei Jahren beginnen sich die Gewohnheiten der Menschen zu verändern. Das fängt beim Thema Übernachten an. Hotels bieten Geschäftskunden zahlreiche Anreize, damit sie sich dort einbuchen. Beispielsweise Bonusprogramme und Firmenraten. Inzwischen spreche ich aber immer häufiger mit Mitarbeitern von Großkonzernen, die mir erzählen, dass ihre Firma ihnen für die Messe ein Zimmer über Airbnb gebucht hat. Die Hotels seien schlicht zu teuer geworden und würden versuchen, bei Messen jetzt noch mehr Kasse zu machen als früher.

Diesen Trend beobachte auch ich: Das Hotel, das regulär 80 Euro die Nacht kostet und für das ich im vergangenen Jahr zur Messezeit 250 Euro bezahlt habe, wollte in diesem Jahr plötzlich 325 Euro pro Nacht. In Messenähe legt man durchaus bis zu 400 Euro für ein Drei-Sterne-Hotel auf den Tisch. Demgegenüber stehen luxuriöse Apartments bei AirBnB, die von mehreren Leuten bewohnt werden können und 150 Euro pro Nacht kosten. Bei solchen Preisunterschieden überlegen sich selbst diejenigen bei AirBnB zu buchen, die das Share Economy-Prinzip grundsätzlich ablehnen.

Interessanterweise habe ich noch mit niemandem gesprochen, der zu Messezeiten mit seinem AirBnB-Apartment unzufrieden war. Im Gegenteil. Die meisten kündigten an, künftig nur noch AirBnB zu nutzen, auch bei privaten Reisen.

Wenn der Taxifahrer bockt, springen Uber und Lyft ein

Ich habe mit Taxifahrern schon alles mögliche erlebt. Manche sind ganz nett und umgänglich, andere sagen Fahrten unvermittelt ab trotz Vorbestellung oder verweigern die bargeldlose Bezahlung, obwohl sie dazu (beispielsweise in Berlin) verpflichtet sind. Dann folgen Diskussionen und Geschichten über die bösen Kreditkartenanbieter, die so hohe Gebühren verlangen. Solche Storys erzählen die Fahrer, obwohl an der Scheibe ihres Wagens steht, dass man 1,50 Euro mehr bezahlen muss, wenn man bargeldlos bezahlt. Damit ist die Gebühr mehr als abgegolten. Einmal wollte ein Taxifahrer nicht losfahren, weil er befand, dass die Strecke zu kurz sei, um sie bargeldlos zu bezahlen.

Genau diese Situationen haben dazu geführt, dass ich inzwischen auf Uber, Lyft und Co. setze, wann immer es möglich ist. Grundsätzlich finde ich es nicht gut, dass Taxifahrer zahlreiche Auflagen erfüllen müssen, die für einen Uber-Fahrer nicht gelten. Aber wenn ich dafür keine Diskussionen habe, freundlich behandelt werde und am Ende kostengünstiger ans Ziel komme, nehme ich das eben in Kauf. In den USA gibt es bereits eigene Wartebereiche für Uber-Fahrer in Messenähe. Analog zu Taxiständen. Ich habe auf der CES im Januar mit zahlreichen Leuten (aus Deutschland) gesprochen, die im Ausland ausschließlich auf Dienste wie Uber und Lyft setzen. Warum? „Weil es günstiger und komfortabler ist – und ganz einfach funktioniert.“

Carsharing und Coworking sind erst der Anfang

AirBnb statt Hotel, Uber statt Taxi. Das waren zwei prominente Beispiele für die zunehmende Bedeutung der Share Economy. Aber es gibt noch mehr. Etwa Carsharing. Gerade in Großstädten sind Parkplätze rar und die Anschaffung eines eigenen Autos lohnt sich nur noch in Ausnahmefällen. Carsharing löst dieses Problem, da ein Auto von mehreren Menschen genutzt werden kann – entweder in Form von privatem Carsharing oder dank Anbietern wie DriveNow oder Car2Go.

Und dann wäre da noch das Thema Coworking. Immer mehr Menschen teilen sich nicht nur das Auto, sondern auch den Arbeitsplatz. Beim Coworking profitieren junge Unternehmer nicht nur von günstigeren Mieten und einer bereits existierenden Infrastruktur, sondern auch von Synergien, die durch die räumliche Nähe zu anderen Freiberuflern und Start-ups entstehen.

Was kann man sonst noch teilen? Gärten, die Natur, Gegenstände des Alltags – und vieles mehr. Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die uns in den kommenden Jahren in allen möglichen Bereichen begegnen wird. Es werden berechtigte Fragen auftauchen – zum Beispiel: Braucht es in einer Reihenhaussiedlung wirklich zehn Rasenmäher für zehn 80 Quadratmeter große Grundstücke, oder reicht einer, den sich alle teilen?

Je mehr Bereiche von der Share Economy erfasst werden, desto tiefer wird sich der Gedanke des Teilens in den Köpfen der Menschen festsetzen.

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