Die Autoren der aktuellen Studie ‚Trends im E-Commerce – so shoppen die Deutschen‘ haben sich das Einkaufsverhalten der Deutschen näher angeschaut und einige informative Zahlen zusammengetragen. Acht von zehn Personen bestellten in den letzten zwölf Monaten Dinge im Netz. Waren es 2014 noch 94 Prozent, sind es 2017 zwei Prozent mehr – das entspricht laut Studie 79 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren und 55 Millionen Bundesbürgern. Interessant dabei; der Kunde von morgen shoppt per Smartphone.

Die Studie des Digitalverbands Bitkom hat 1.152 Bundesbürger befragt, welchen Absatzkanal, online oder stationär, sie bevorzugen. Jeder Dritte bevorzugt demnach den Einkauf per Mausklick. Lieber ins Ladengeschäft gehen dagegen 21 Prozent. Was mich ein wenig überrascht: Fast die Hälfte, immerhin 46 Prozent, hat, keine klare Präferenz. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in den Altersgruppen. So sagen heute schon 35 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 37 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, die beides schon einmal ausprobiert haben, dass sie lieber online einkaufen. Lediglich 20 beziehungsweise 16 Prozent in der jeweiligen Altersgruppe bevorzugen den stationären Einkauf. Ob ein 14-Jähriger allerdings als Power-Shopper im Internet bezeichnet werden kann, ohne sich die Kreditkarte von Papa zu leihen, wage ich zu bezweifeln. Die Aussage des Verbands, dass kurze Lieferzeiten und ein hoher Verbraucherschutz in Deutschland dafür sorgen, dass der Einkauf per Mausklick an Beliebtheit gewinnt, würde ich zudem nicht auf alle Altersgruppen projizieren.

E-Commerce: Das Smartphone wird zum Shopping-Begleiter

Egal. Fakt ist, der E-Commerce nimmt weiter an Fahrt auf und wird auch in Zukunft boomen. Vielleicht auch, weil vor allem das Smartphone als Shopping-Begleiter immer wichtiger wird. Shoppte 2014 erst jeder Fünfte mit dem Smartphone, ist es mittlerweile nahezu jeder Zweite. Vor allem die jüngere Generation geht mit dem Handy auf Einkaufstour. Von den 14- bis 29-Jährigen kaufen bereits drei von vier Befragten per Smartphone und ein Drittel per Tablet ein. Wie häufig sie allerdings eingekauft haben, geht aus der Studie nicht hervor, schade. Was ich sofort unterschreibe: Neun von zehn Smartphone-Nutzern nutzen ihren stillen Begleiter um gelegentlich Kaufanregungen einzuholen. 93 Prozent der Befragten recherchieren zu einem Produkt, 87 Prozent vergleichen per Smartphone Preise, 84 Prozent lesen regelmäßig oder manchmal Bewertungen.

Aber nicht jeder empfindet die neue mobile digitale Welt als komfortabel. Gerade die damit verbundene Komplexität hinsichtlich des Kaufprozesses (Suchen, Produktinformationen, Zahlungsmittel) bereitet vielen noch Kopfschmerzen. Fast drei von zehn Befragten verlassen den Warenkorb vor dem eigentlichen Kaufabschluss. Gründe hierfür sind vor allem Schwierigkeiten beim Bezahlvorgang, eine wenig nutzerfreundliche Webseite oder ein Fehler auf der Webseite (32 Prozent) – nicht zu vergessen: Der Anbieter hat keine entsprechende App im Angebot. 37 Prozent vermissten dagegen lediglich die bevorzugte Bezahlmöglichkeit.

Und soziale Netzwerke? Knapp jeder Dritte und unter den 14- bis 29-Jährigen sogar jeder Zweite liest in den sozialen Medien Produktbewertungen. Das können Hinweise in den Kommentarspalten der Hersteller- und Produktseiten sein, wenn Freunde oder Influencer ihre Erfahrungen mit einem Produkt auf ihren persönlichen Seiten teilen oder Tutorials auf YouTube. Diese Produktbewertungen werden in der Online-Shopping-Welt immer wichtiger und zu einem echten Pfand in Sachen Glaubwürdigkeit für Online-Händler. Nachteil für die Kunden: Mittlerweile kaufen sich die Hersteller und Händler die Influencer und Produkttests einfach ein. Es gibt kaum noch Produktbewertungen, die von Wert sind. Selbst Blogger und Journalisten werden vor das Marketingpferd gespannt und für Werbezwecke missbraucht.

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