LinkedIn ist das weltweit größte berufliche Netzwerk mit über 660 Millionen Nutzern aus 200 verschiedenen Ländern. Dadurch bieten sich im Business-Bereich viele Möglichkeiten, die nicht ungenutzt bleiben sollten. Besondere Chancen bietet LinkedIn für Marketer im B2B-Bereich, da auf der Plattform über 63 Millionen Entscheidungsträger aus den verschiedensten Unternehmen und Branchen zusammenkommen.

Quelle: https://www.oberlo.com/blog/linkedin-statistics

Somit stellt LinkedIn eine hervorragende Möglichkeit dar, mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten und qualifizierte Leads zu generieren. Dabei ist das Netzwerk natürlich nicht nur für B2B-Vermarkter gedacht. Jeder kann von LinkedIn profitieren, indem er eine solide Präsenz auf der Plattform aufbaut und genügend Follower gewinnt.

Wie das geht und welche besonderen Kniffe es zum Thema „LinkedIn Marketing“ gibt – all das erklärt dieser Ratgeber.

1. Erstellen und Optimieren der LinkedIn-Firmenseite

Die Firmenseite ist der erste Ort, an dem ein Benutzer landet, wenn er nach einem Unternehmen bzw. Selbstständigen sucht. Sie prägt den ersten Eindruck, den ein Benutzer vom Unternehmen bekommt. Was bedeutet das für eine effektive LinkedIn-Marketingstrategie?

Es ist sehr wichtig, eine eindrucksvolle Firmenseite mit allen relevanten Informationen zu erstellen. Sie sollte alle Details über das Unternehmen enthalten, einschließlich der korrekten Schreibweise des Namens, der E-Mail-Adresse, der Firmenanschrift und anderer Kontaktdaten. Auch die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens sowie die URL der Firmenwebsite sollten unbedingt erwähnt werden. Ein Positiv-Beispiel stellt hier die Online-Universität AKAD da, die verschiedene Fernstudiengänge anbietet:

Quelle: akad.de

Soviel zu den „nackten“ Daten. Das ist jedoch längst nicht alles. Der zur Verfügung stehende Raum für die Firmenbeschreibung kann dazu genutzt werden, die Markengeschichte und alles, was das Unternehmen einzigartig macht, zu erzählen. Als Profilbild ist idealerweise das Firmenlogo einzusetzen. Zusätzlich steht ein Banner-Bild zur Verfügung, das von Zeit zu Zeit geändert werden sollte, zum Beispiel für die jeweils neueste Produkteinführung. Achtung: Die Richtlinien für die Bildgröße sind unbedingt zu befolgen, um verzerrte oder beschnittene Bilder zu vermeiden.

Die Optimierung des LinkedIn-Profils

Genau wie bei der Suchmaschinenoptimierung lässt sich die Unternehmensseite bei LinkedIn durch Hinzufügen relevanter Schlüsselwörter (Keywords) optimieren. Auf diese Weise wird die Seite in den Suchergebnissen angezeigt, wenn jemand nach passenden Keywords sucht. Zuvor ist jedoch eine ausführliche Keyword-Recherche notwendig, um die für das Ranking gewünschten und sinnvollen Schlüsselwörter festzulegen.

2. Nützliche und fesselnde Inhalte veröffentlichen

LinkedIn ist ein Business-Netzwerk, in dem Menschen aus verschiedenen Branchen zusammenkommen, um sich über die Geschehnisse in ihrer Branche zu informieren und an relevanten Diskussionen teilzunehmen. Entgegen der landläufigen Meinung ist es viel mehr als nur ein Job-Portal. Viele Menschen verbringen Zeit damit, wertvolle Inhalte auf LinkedIn zu lesen, die von anderen Experten auf ihrem Gebiet veröffentlicht werden.

Was bedeutet das für ein erfolgreiches LinkedIn Marketing?

Es impliziert die Möglichkeit, sich als Vordenker der Branche zu etablieren und eine eigene Anhängerschaft aufzubauen. Dies gelingt, indem regelmäßig Artikel über Trendthemen der Branche publiziert werden und der Verfasser seinen eigenen Standpunkt dazu darlegt. Hier einige nützliche Tipps, welche Art von Inhalten auf LinkedIn am besten funktionieren:

  • Blog-Posts zu aktuellen Trends und Themen, die dem Zielpublikum handlungsrelevante Erkenntnisse liefern.
  • Forschungsergebnisse, Statistiken und andere Informationen über das aktuelle Geschehen in der Branche.
  • Neueste Nachrichten aus der Branche – hieran sind in der Regel sehr viele Leser interessiert.
  • Listicles funktionieren auf LinkedIn erfahrungsgemäß sehr gut. Darunter versteht man die Kombination aus Liste und Artikel – nach dieser Methode ist auch dieser Artikel hier gestaltet.
  • Aktuelle Ereignisse und News aus dem eigenen Unternehmen. Ganz gleich, ob es eine neue Produkteinführung oder eine unternehmensinterne Veranstaltung betrifft, die kurz vor der Tür steht – all dies sollte auf dem Business-Netzwerk geteilt werden.

Tipp: Wichtig ist, zu allen auf LinkedIn veröffentlichten Inhalten einen Link zur Firmenwebsite hinzuzufügen. Daraus ergibt sich eine sehr effektive Methode, um den Traffic über das Netzwerk zu erhöhen.

3. Relevanten Gruppen beitreten und sich am Geschehen beteiligen

LinkedIn-Gruppen sind sehr gut dazu geeignet, ein Nischenpublikum zu finden, das sich für ein bestimmtes Thema interessiert. Diese Gruppen bieten Menschen mit ähnlichen Interessen einen Platz, um verschiedene Themen zu diskutieren, Fragen zu stellen und diese zu klären.

Quelle: https://www.linkedin.com/groups/

Es reicht jedoch nicht aus, einfach irgendwelchen Gruppen beizutreten und dort passives Mitglied zu sein. Zunächst sollte nach Gruppen innerhalb der eigenen Branche oder Nische gesucht werden, zu denen hochwertige Beiträge mit entsprechendem Mehrwert beigetragen werden können. Durch die aktive Teilnahme an Diskussionen, das regelmäßige Beantworten von Fragen und Posten guter Inhalte kann sich das Mitglied als Branchenexperte etablieren und wird innerhalb kurzer Zeit seine Anhängerschaft auf LinkedIn deutlich vergrößern.

Die Königsdisziplin: Eine eigene Gruppe gründen und etablieren

Sofern noch keine größere Community für die eigene Branche vorhanden ist und das Unternehmen als führend dargestellt werden soll, kann eine eigene LinkedIn-Gruppe hierzu sehr hilfreich sein. Und so funktioniert es:

Auf der Registerkarte „Meine Gruppen“ genügt ein Klick auf die Schaltfläche „Gruppe erstellen“. Auf der folgenden Seite fordert LinkedIn dazu auf, einen Titel, ein Logo und eine Beschreibung für die neue Gemeinschaft einzugeben. Ähnlich wie bei der eigenen Firmenseite sollte hier sichergestellt werden, dass die Beschreibung prägnant und interessant genug ist, um Interesse zu wecken. Zusätzlich sind einige Regeln für die Gruppe aufzustellen.

Im nächsten Schritt muss der Gruppengründer entscheiden, ob die neue Gruppe als Standardgruppe eingerichtet werden soll, die in den Suchergebnissen angezeigt wird. Wer es etwas exklusiver haben möchte, kann seine Gruppe von der Liste streichen und als reine Einladungs-Community einrichten lassen. Beide Varianten weisen individuelle Vor- und Nachteile auf.

4. Erfolgreiche Beiträge sponsern und damit mehr Reichweite erzielen

Trotz bester Vorbereitung wird es auf LinkedIn dazu kommen, dass einzelne Beiträge sich zu wahren „Rennern“ entwickeln, während andere hinter den Erwartungen zurückbleiben. Das ist völlig normal und kein Grund zu Besorgnis.

Ein besonderer Marketing-Kniff liegt darin, aus den Inhalten, die gut funktionieren, den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. An dieser Stelle kommt die Funktion „Gesponserter Inhalt“ von LinkedIn ins Spiel.

Was ist gesponserter Inhalt?

Gesponserter Inhalt ist im Grunde dasselbe wie native Werbung auf der Plattform. Dabei bietet es sich an, insbesondere die besten Inhalte zu sponsern, damit diese in den Feeds der Zielgruppe angezeigt werden, auch bei Benutzern außerhalb des Netzwerks. Dies erhöht die Reichweite des Inhalts und bringt ihm mehr Ansichten von der passenden Zielgruppe. Daraus ergibt sich wiederum eine ausgezeichnete Möglichkeit, die eigene Person bzw. das Unternehmen zu vermarkten und von Entscheidern in verschiedenen Unternehmen – die potentielle Kunden darstellen – wahrgenommen zu werden.

5. Investieren in LinkedIn-Anzeigen

Für LinkedIn-Werbeanzeigen gibt es grundsätzlich zwei Optionen: Selbst gestaltete Anzeigen und verwaltete Kampagnen. Wie der Name schon sagt, ist die erste Option für diejenigen gedacht, die selbstständig Werbekampagnen erstellen und durchführen möchten. In ähnlicher Weise richtet sich die zweite Option an diejenigen, die hierbei Unterstützung wünschen. Beide Optionen bieten unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich der Art der Anzeigen, die geschaltet werden können.

Ganz gleich, welcher Weg gewählt wird: Mit LinkedIn-Anzeigen lässt sich eine Menge erreichen. Das Kampagnenmanager-Tool von LinkedIn bietet zahlreiche Optionen für die Zielgruppenansprache, mit denen die Anzeigen zur richtigen Zeit bei den richtigen Personen geschaltet werden können. Es verfügt zudem über die Funktion „Matched Audiences“, welche die Möglichkeit bietet, Personen, die in der Vergangenheit mit dem Unternehmen interagiert haben, erneut anzusprechen (Remarketing). Richtig eingesetzt, ergibt sich daraus ein mächtiges Werkzeug zum Generieren von Leads und/oder Sales. Nicht jeder Kontakt konvertiert auf Anhieb. Deshalb ist Remarketing eine ausgezeichnete Strategie, um Personen, die sich bereits in einem Verkaufstrichter befinden, zum Konvertieren zu bewegen.

Insgesamt können LinkedIn-Anzeigen dabei helfen, sowohl neue Zielgruppen als auch Personen zu erreichen, die früher nicht konvertiert haben. Dafür sollten die zur Verfügung stehenden LinkedIn-Werbeoptionen jedoch genau untersucht und getestet werden, um herauszufinden, welche Art von Werbung für das eigene Unternehmen am besten geeignet ist. Die drei Haupttypen von Anzeigen sind:

  • Gesponserter Inhalt: Der gesponserte Inhalt wurde bereits angesprochen – mit ihm besteht die Möglichkeit, besonders gut frequentierte Beiträge aus dem eigenen Portfolio zu pushen und damit eine größere Reichweite zu erzielen.
  • Gesponserte InMail: Diese Anzeigen erscheinen in der InMail eines Benutzers, genau wie eine Mitgliedsnachricht oder Benachrichtigung des Betreibers. Hauptvorteil: Sie sehen auf den ersten Blick nicht wie Anzeigen aus.
  • Text-Anzeigen: Hierbei handelt es sich um Anzeigen, die auf der Seite des Nachrichten-Feeds eines Benutzers erscheinen und eher wie Vorschläge aussehen, was als nächstes zu lesen ist.

Empfehlungen aus der Praxis

Da es vielen Unternehmen zunehmend schwerer fällt, alle Social-Media Plattformen gleichzeitig zu bespielen, empfiehlt es sich, den bereits erstellten Content wiederzuverwenden und leicht angepasst auf allen relevanten Plattformen zu publizieren.

So könnte zum Beispiel das Unternehmen EDV Repair seine hilfreichen YouTube-Videos zusätzlich auf LinkedIn veröffentlichen.

Quelle: https://www.edv-repair.de/

Es ist bereits bewiesen, dass Omnichannel-Marketing zu geringeren Klickpreisen, mehr Conversions und zu einem höheren ROI führt.

Ist das Unternehmen eher textzentriert, wie zum Beispiel finanzvergleich.com mit deren großen Wissensdatenbank, können diese wertvollen Ratgeberartikel ebenfalls wunderbar auf LinkedIn als eigenständige Artikel publiziert und die Reichweite erhöht werden:

Quelle: https://finanzvergleich.com/wissen/

Da das Thema Video unaufhaltbar ist und vor allem in Kombination mit “Live” für außergewöhnlich hohes Engangement & Conversion führt, eignen sich auch Webinare (live oder vorproduziert) sehr gut, um das eigene LinkedIn Marketing auf das nächste Level zu heben. Professionelle Webinar Software gibt es mittlerweile für jeden Zweck und für jedes Budget.

Fazit

LinkedIn ist auch im deutschsprachigen Bereich auf dem besten Weg, das bedeutendste Netzwerk im Business-Bereich zu werden. Daher sollte die Plattform im eigenen Marketing-Portfolio auf keinen Fall fehlen und möglichst aktiv genutzt werden. Die hier angesprochenen Tipps helfen dabei, diese Nutzung in handfeste Vorteile wie neue Leads und Kunden zu verwandeln.

Um auf dem richtigen Weg zu bleiben, sollte regelmäßig das in LinkedIn integrierte Analysetool zum Einsatz kommen. So kann zum Beispiel mit der Funktion „Unternehmensseitenanalyse“ die Leistung der Unternehmensseite bewertet werden. Zahlreiche weitere Funktionen stehen für alle LinkedIn-Aktivitäten zur Auswahl. Die Erkenntnisse aus der Analyse können dann dazu genutzt werden, die zukünftigen Marketing-Bemühungen voranzutreiben und ansprechendere Inhalte zu erstellen.

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Burkhard Berger
Burkhard Berger ist Blogger, Content Marketing Consultant und Inhaber von AwesomeX®. Mit mehr als 10 Jahren Online-Marketing Erfahrung schlägt sein Herz für strategische Kooperationen, Content und smarte Software, die zu digitalem Wachstum führt. Burkhard lebt auf Zypern und schreibt über digitale Skalierungsmöglichkeiten auf seinem Blog awesomex.de.