Dass sich im „Haus des Sports“ im Karlsruher Stadtteil Hagsfeld neben dem Badischen Sportbund Nord (BSB) sowie Fachverbänden von Sportarten wie Handball, Judo und Leichtathletik mit der Firma InterConnect GmbH auch noch ein IT-Dienstleister befindet, ist keinesfalls dem Zufall geschuldet.

Das System- und Softwarehaus war schließlich bereits vor über zwei Jahrzehnten für den Aufbau einer IT-Infrastruktur beim nordbadischen Sportbund zuständig und entwickelte für den BSB bereits Mitte der 1990er Jahre eine spezielle Verwaltungssoftware. In den darauffolgenden Jahren wurde die Software dann stetig weiterentwickelt und 2008 begann der offizielle Vertrieb der standardisierten Verwaltungslösung IntelliVerband für Sportverbände und ähnlich strukturierte non-Profit-Organisationen.

„Wir haben in einer Nische Fuß gefasst und es recht schnell zur Marktführerschaft gebracht“, sagt InterConnect-Geschäftsführer Gert Rudolph rückblickend.

Verwaltung von 35.000 Sportvereinen

Mittlerweile werden von einem guten Dutzend deutscher Sportverbände rund 35.000 Mitgliedsvereine mit über zwölf Millionen Mitgliedern sowie mehrere Chorverbände mit über 40.000 Gesangsvereinen mit IntelliVerband verwaltet. Prominentester Kunde ist dabei der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und seit einigen Wochen arbeitet mit der Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur (ASKÖ) auch der größte österreichische Sportverband mit der Verwaltungssoftware aus der Fächerstadt.

„Einen echten Konkurrenten haben wir auf diesem Sektor nicht und deshalb . Aber einige Verbände arbeiten noch mit eigens programmierten Insellösungen“; betont Gert Rudolph.

Die Alternative zu Excel

Um das Angebot des inhabergeführten Unternehmens weiter zu verbreiten, wurden in den vergangenen Jahren auch Softwareversionen für die Mitgliederverwaltung von Vereinen, die Vermietung von Tennis- oder Badmintonplätzen sowie die bessere Organisation von Fitness- und Gesundheitskursen bereitgestellt. „In vielen Vereinen werden solche Aufgaben immer noch mit Excel-Tabellen erledigt. Das ist aber wenig effizient und kostet viele ehrenamtliche Ressourcen“, weiß Gert Rudolph.

Trotzdem täten sich gerade kleinere Vereine bei der Digitalisierung der Verwaltung immer noch sehr schwer. Sein Sohn Ben Rudolph, der vor fünf Jahren in das Unternehmen einstieg, leistet deshalb bei regelmäßigen Workshops für Vereinsvertreter Überzeugungsarbeit. Bei der Entwicklung und dem Vertrieb der Software kommt den Rudolphs ihr Fachwissen zugute. Gert Rudolph ist seit 2003 ehrenamtlicher Vorsitzender des SSC Karlsruhe, mit derzeit 7.500 Mitgliedern einer der größten baden-württembergischen Mehrspartenvereine, und Ben Rudolph ist als Sportwart beim Tennisverein TC Grötzingen tätig. „Dadurch können wir mit Vereinen und Verbänden auf Augenhöhe kommunizieren“, sagt Gert Rudolph. „Und das kommt gerade in der Sportbranche sehr gut an“.

Kerngeschäft bleibt IT-Infrastukturen

Bereits heute macht die Verwaltungssoftware etwa ein Drittel des Dienstleistungsgeschäfts bei der InterConnect aus. Das Hauptgeschäft ist aber nach wie vor das Bereitstellen einer IT-Infrastruktur für Kunden aus dem Großraum Karlsruhe.

„Viele Kunden halten uns seit Jahren die Treue“, so Gert Rudolph, und der Aufbau einer sicheren IT-Infrastruktur gehöre mittlerweile ebenso zu den Aufgaben von InterConnect wie die Verwaltung von internen und externen Servern. Als Hauptgrund für die konstante Entwicklung nennt Gert Rudolph die Struktur des Unternehmens: InterConnect sei als inhabergeführtes Unternehmen mit einer sehr geringen Personalfluktuation stets ein zuverlässiger Ansprechpartner gewesen und diese Konstanz wüssten die Kunden gerade bei einem sensiblen Thema wie dem Umgang mit Firmendaten zu schätzen. Wegen der guten Zufriedenheitswerte bei einer deutschlandweiten Umfrage der Zeitschrift Computerwoche und des Portals Channelpartner wurde das Karlsruher Systemhaus im vergangenen Jahr auch mit einem Sonderpreis als „Power Company“ ausgezeichnet.

Am Anfang stand ein Rechnernetzwerk

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1989 von Gert Rudolph und Peter Rohnacher. Die beiden Informatiker kannten sich seit ihrer Studienzeit an der damaligen Universität Karlsruhe und hatten mit ihrer ersten Firma Rudolph & Rohnacher GbR beim Aufbau eines lokalen Rechnernetzwerks (LAN) für das damalige Forschungszentrum Erfahrungen als Unternehmer gesammelt. „Da mussten einige Widerstände überwunden werden, denn nach Ansicht von IBM hatten LANs keine Zukunft“, erinnert sich Gert Rudolph.

Bereits kurz nach der Fertigstellung habe das Netzwerk jedoch als Vorzeigeprojekt gegolten. Auch sonst haben die beiden Firmengründer in den vergangenen Jahrzehnten die rasante Entwicklung auf dem Feld der Informationstechnologie miterlebt und mitgestaltet. Während des Studiums programmierte Gert Rudolph noch mit Lochkarten und Peter Rohnacher war Mitarbeiter in der Forschungsgruppe von Werner Zorn, der als Empfänger der ersten deutschen E-Mail bekannt wurde. Mit ihrem eigenen Unternehmen blieben Gert Rudolph und Peter Rohnacher ebenfalls stets am Puls des digitalen Zeitalters. 1996 wurde das Unternehmen mit dem Einstieg des heutigen Mitgesellschafters Andreas Reiffer um die Sparte Softwareentwicklung erweitert und in den kommenden Jahren sollen die Kunden vor allem bei der Auslagerung von Daten in sichere Clouds unterstützt werde: Übernahmeangebote gab es laut Gert Rudolph in den vergangenen Jahren übrigens gleich mehrere, doch ein Verkauf des Unternehmens stand für das Gesellschaftertrio trotzdem niemals zur Debatte.

„Wir fühlen uns hier wohl und werden dem Standort auch weiterhin treu bleiben“ betont Gert Rudolph, und durch den Einstieg seines Sohnes sei die Übergabe des Unternehmens an die nächste Generation bereits im vollen Gange.

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Ekart Kinkel
Ekart arbeitet seit 2003 als freiberuflicher Journalist, PR-Berater und Dozent in Karlsruhe. Vorher hat er an der Universität Karlsruhe Maschinenbau studiert. Sein dadurch erlangtes technisches Rüstzeug lässt er heute in zahlreiche Veröffentlichungen über die boomende Karlsruher IT-Branche im Wirtschafts- und Wissenschaftsteil der Tageszeitung BNN mit einfließen. Seine Freizeit verbringt er aber hauptsächlich in der analogen Welt, nämlich auf dem Tennisplatz, in der Handballhalle oder beim Wandern mit der Familie im Pfälzerwald.