Wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, erhält seit Mitte Juni auch in Deutschland einen digitalen Impfpass. Wir haben für euch die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

1. Wie erhalte ich den neuen digitalen Impfpass?

Obwohl gemeinhin vom „digitalen Impfpass“ gesprochen wird, handelt es sich genau genommen um ein digitales Impfzertifikat, das auf dem Smartphone abgelegt werden kann. Wer bereits vor dem 14. Juni 2021 vollständig durchgeimpft war, erhält das Zertifikat im Regelfall bei einer Apotheke gegen Vorlag des gelben Impfpasses. Da jedoch nicht alle Apotheken teilnehmen, empfiehlt sich vorab die Prüfung bei Mein Apothekenmanager.

Wer nach dem 14. Juni 2021 seine Erst- oder Zweitimpfung in einem Impfzentrum erhält, bekommt sein digitales Impfzertifikat in den meisten Fällen direkt vor Ort. Auch Arztpraxen können das Zertifikat ausstellen, allerdings bieten diesen Service nicht alle an. In diesem Fall bleibt nach der Impfung nur der Gang zur Apotheke.

2. Welche App brauche ich, um den digitalen Impfpass nutzen zu können?

Auch wenn mit Sicherheit weitere Apps dazukommen werden, empfiehlt es sich, auf eine der beiden offiziellen Apps vom Robert Koch Institut zurückzugreifen: die CovPass-App oder die offizielle Corona-Warn-App (CWA). In beiden Apps lässt sich auch die Genesung von einer Corona-Infektion sowie ein negatives Testergebnis hinterlegen. Der einzige Unterschied: Bei der CovPass-App findet keine Kontaktnachverfolgung statt.

Das Hinterlegen des digitalen Impfzertifikats in der jeweiligen App dauert nur wenige Sekunden, da mit der Kamera lediglich der Barcode gescannt werden muss, den man im Impfzentrum, beim Hausarzt oder in der Arztpraxis erhalten hat.

3. Welche Informationen enthält der Impfnachweis?

Bei der Entwicklung des digitalen Impfpasses wurde Wert auf Datensparsamkeit gelegt. Das Zertifikat gibt deshalb nur Aufschluss darüber, welcher Impfstoff verwendet wurde und wann die Impfung stattfand. Weiterhin sind der Name und das Geburtsdatum hinterlegt.

4. Wie wird das digitale Impfzertifikat überprüft?

Es ist wichtig zu wissen, dass es nicht ausreicht, kurz die App vorzuzeigen, die den vollständigen Impfschutz anzeigt. Der QR-Code muss – beispielsweise vom Restaurant-Personal – immer mit der CovPass-Check-App gescannt werden. Im Anschluss müssen Name und Geburtsdatum anhand eines gültigen Ausweis-Dokuments verifiziert werden.

Anders ausgedrückt: Das digitale Impfzertifikat ist immer nur zusammen mit dem Personalausweis oder einem anderen Ausweis-Dokument gültig.

5. Wie steht es mit dem Datenschutz?

Die Verantwortlichen des digitalen Impfnachweises betonen, dass die wenigen überhaupt vorhandenen Daten nur dezentral auf den Smartphones der Nutzer*innen gespeichert werden. Das eigentliche Zertifikat dient lediglich dazu, sicherzustellen, dass die auf dem Smartphone hinterlegten Daten authentisch sind.

Die von Datenschützer*innen geübte Kritik bezog sich im Vorfeld vielmehr darauf, dass es im Vorfeld nur wenige Informationen hinsichtlich der technischen Verfahren gab. Allerdings betont selbst Ulrich Kelber, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), im Interview mit dem Handelsblatt: „Grundsätzlich ist der Datenschutz nicht der entscheidende zeitkritische Faktor, wenn die Technik von Beginn an richtig aufgesetzt wird. Und Nachbesserungen sind zum Teil auch im laufenden Betrieb möglich.“

6. Ist der Impfnachweis fälschungssicher?

Wie bereits erwähnt, ist der digitale Impfpass nur zusammen mit einem amtlichen Ausweis-Dokument gültig. Es nützt also nichts, den QR-Code zu kopieren oder an andere weiterzugeben. Zudem ist das Zertifikat kryptographisch vor Veränderungen geschützt und kann nur von autorisierten Stellen ausgegeben werden.

Ein Problem stellen vielmehr die analogen Impfpässe dar, um die herum ein florierender Schwarzmarkt entstanden ist. Hier liegt es an den Apotheken sicherzustellen, dass kein echtes, digitales Impfzertifikat basierend auf einem gefälschten, analogen Impfpass ausgestellt wird.

7. Ist der digitalen Impfpass auch außerhalb Deutschlands gültig?

Der digitale Impfzertifikat, das derzeit in Deutschland ausgegeben wird, ist die nationale Umsetzung des digitalen COVID-Zertifikats der EU. Dieses soll „ein sicheres Reisen innerhalb der EU auch während der Corona-Pandemie“ ermöglichen. Folglich können die Zertifikate grenzüberschreitend genutzt werden – solange man die Europäische Union nicht verlässt.

Anders sieht es auf internationaler Ebene aus. Es laufen zwar bereits Verhandlungen mit einzelnen Ländern, damit das digitale Impfzertifikat auch dort anerkannt wird, allerdings wird dieser Prozess noch eine Weile dauern. Bis dahin bleibt auf internationaler Ebene der klassische, gelbe Impfpass das einzig uneingeschränkt anerkannte Dokument.

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Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.