Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Bis 2020 sollen 1,3 Millionen Fachkräfte fehlen. Speziell Ingenieure und Informatiker werden händeringend gesucht. Immerhin, das Handwerk will nun mehr Flüchtlinge in die Ausbildung bringen. Politik sowie Unternehmen müssen endlich umdenken.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hierzulande ist seit Jahren hoch. Das zeigte zuletzt der BA-X im November 2014. Dabei handelt es sich um einen Indikator, der diese Nachfrage grafisch darstellt. Der Aufwärtstrend der vergangenen Monate setzt sich damit fort. Trotz stagnierender Wirtschaft: „Im Vorjahresvergleich zum November 2013 fällt der BA-X mit plus 17 Punkten weiterhin deutlich höher aus“ so die Bundesagentur für Arbeit. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Arbeitgeber den Fachkräftemangel auch beklagen, weil es laut der oben erwähnten Fachkräfte-Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit lange dauert, freie Stellen zu besetzen. Und ja, zum anderen gibt es natürlich auch regionale Unterschiede.

Fachkräftemangel: Flüchtlinge sollen freie Ausbildungsplätze besetzen

Um zumindest das vorhandene Loch bei den klassischen Ausbildungsberufen zu stopfen, sind auch neue Wege willkommen. So will das Handwerk seine freien Lehrstellen mit Flüchtlingen besetzen. Problem: Die Jugendlichen dürfen während ihrer Ausbildung nicht abgeschoben werden – das tangiert in der Folge natürlich auch deren Familie. Ohne die Politik wird diese Lösung also nicht funktionieren. Sie ist allerdings ein Muss. Denn bei den Ausbildungsberufen klafft immerhin eine Lücke von 41.500, bei den Berufen mit der Qualifikation Meister und Techniker eine Klaffe von 26.500 freien Arbeitsstellen. Mittlerweile suchen Mittelständer sogar ausschließlich ihre Fachkräfte im Ausland. Dabei kann man auch hierzulande mit Fortbildungen dem Fachkräftemangel entgegenwirken – zumindest ein wenig.

Aber auch die Unternehmen müssen endlich umdenken, ihre Personalpolitik überdenken. Der Mittelstand beispielsweise muss attraktiver werden, mögliche Bewerber müssen sich freiwillig bewerben – dadurch entsteht auch die nötige langfristige Zusammenarbeit. Ein anderes Problem ist der demographische Wandel.

Rund 900.000 Arbeitslose über 50 Jahre freuen sich auf den prognostizierten Fachkräftemangel, dann müssen die Unternehmen endlich die Qualifikationen der Älteren anerkennen und sie einstellen, oder? Bis zum Jahr 2020 soll laut Institut der Deutschen Wirtschaft eine Lücke von 1,3 Millionen Fachkräften entstehen. Eine Chance für viele ältere Arbeitssuchende, die neben Frauen und Migranten, die entstehenden Lücken füllen sollen. Unternehmen müssen spätestens dann über ihren Schatten springen und auch ältere Fachleute einstellen. „Über eine gezielte Rekrutierung älterer Personen können Unternehmen eine leistungsfähige, gut ausgebildete und in der Regel sehr motivierte Gruppe an Fachkräften erschließen“, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Andere sehen den Fachkräftemangel eher bei Ingenieuren und Informatikern. Die Ausbildung dieser Fachleute ist nicht nur teuer, sie ist auch abhängig von der Ausbildungsstätte (Universitäten, Fachhochschulen) – wie auch bei den Ausbildungsberufen. Studenten aus dem Ausland haben aber oft eine schlechtere Ausbildung genossen, müssen länger eingearbeitet werden. Unternehmen müssen sich also auch darauf einlassen und demnach allen eine Chance geben.

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