Für die meisten Startups ist es ein besonderes Event, wenn sie ein Gespräch mit einem Investor führen dürfen. Doch auch wenn Gründer besonders dringend die Zusage für ein Investment benötigen, sollten sie sich stets an bestimmten Meeting-Grundsätzen orientieren.
Grundsätzlich sollte man immer sehr gut vorbereitet in ein Investorengespräch gehen, um auf Fragen oder Anmerkungen von Seiten des Investors bestmöglich reagieren zu können. Aufgrund dieser Tatsache werden in diesem Artikel sieben Begriffe und Konzepte vorgestellt, die zum Alltagsvokabular eines jeden Investors gehören. Demzufolge ist es für Gründer essenziell, diese Definitionen im Detail zu kennen. Schließlich wirkt sich Unwissenheit in Bezug auf das Verständnis dieser Fachtermini oft negativ auf eine etwaige Investmententscheidung aus.

Revenue Model

Das Ertragsmodell fasst alle Einnahmequellen eines Unternehmens zusammen und beschreibt im Detail, wie ein Unternehmen Einnahmen generiert. Das Ertragsmodell ist ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells, konzentriert sich jedoch vor allem auf die unterschiedlichen Einnahmequellen und deren Umsatzbeitrag und weniger auf die schließlich realisierten exakten Einnahmen. Beispiele für Einnahmequellen können unter anderem Verkäufe, Vergütungen aus Produktpartnerschaften oder auch Werbeeinnahmen darstellen.

Unique Selling Proposition (USP)

Das Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens beschreibt den Grund, warum ein Unternehmen sich innerhalb eines festgelegten Rahmens erfolgreich von der Konkurrenz abgrenzen kann. Der Begriff steht für das Verkaufsargument, welches dem Unternehmen dient, um die eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Somit adressiert das Alleinstellungsmerkmal insbesondere den Mehrwert, den ein Kunde beim Kauf von genau diesem Produkt erfährt.

Customer Lifetime Value (CLV)

Der Wert der Kundenlebensdauer ist als der Gewinn definiert, der durchschnittlich pro Kunde über die gesamte Dauer der Kundenbeziehung im Unternehmen erzeugt wird. Er umfasst alle Zahlungen des Kunden und berücksichtigt die Kosten aller relevanten Aufwendungen des Unternehmens. Die Kennzahl kann auf die Gesamtheit der Kunden eines Unternehmens angewandt werden oder auf verschiedene Kundensegmente. Letzteres kann zum Beispiel für Unternehmen mit mehreren Abonnementoptionen und Freemium-Geschäftsmodellen interessant sein.

Capitalization Table (Cap Table)

Der Cap Table umfasst die detaillierte Auflistung über die Verhältnisse der Unternehmensanteile unter allen beteiligten Gesellschaftern inklusive der Gründer. Außerdem wird mithilfe des Capitalization Table die Verwässerung von Anteilen, beispielsweise im Rahmen einer Kapitalerhöhung, dokumentiert. Insbesondere bei bevorstehenden Finanzierungsrunden ist für interessierte Investoren die bestehende Aufteilung der Unternehmensanteile ein sehr wichtiges Bewertungskriterium.

Break Even

Der sogenannte Break-Even Punkt ist der Zeitpunkt auf den die meisten Gründer mit vollem Einsatz hinarbeiten. Es ist der Moment, in dem die Gewinnschwelle erreicht ist und sich somit die Erlöse eines Startups mit den entstandenen Kosten decken. Dieser Zeitpunkt sollte im besten Fall nach zwei bis vier Jahren von einem Startup erreicht werden. Je nach Umfang des unternehmerischen Vorhabens wird der Break-Even Point jedoch auch früher oder später erreicht. Für Investoren ist besonders der geplante Break-Even Point relevant, da dieser in Bezug auf Investitionsentscheidungen für die Einschätzung der Realisierbarkeit des Vorhabens dient.

Return on Investment (ROI)

Die Kapitalrentabilität ist eine wichtige Kennzahl für Investoren, die beschreibt, in welcher Höhe eine Rendite im Verhältnis zum investierten Kapital erwartet werden kann. Die Berechnung erfolgt in der Regel unter Berücksichtigung einer festgelegten Laufzeit, welche oft in Jahren angegeben wird. Diese Kennzahl steht nicht ausschließlich im Zusammenhang mit Startup-Investitionen, findet jedoch in diesem Kontext sehr häufig Anwendung.

Exit-Strategy

Unter dem Begriff „Exit-Strategy“ wird das Auflösen der Unternehmensbeteiligung eines Investors oder Gründers im Rahmen eines besonderen Events verstanden, wie zum Beispiel einer Akquisition durch ein größeres Unternehmen oder einem Börsengang. Es gibt viele unterschiedliche Exit-Strategien. So ist es auch möglich, wenn auch eher unüblich, dass Gründer die verkauften Anteile des eigenen Unternehmens zurückkaufen. Eine aussichtsreiche Exit-Strategie sollte bestenfalls schon bei den ersten Gesprächen mit Investoren diskutiert werden.

Fazit:

Das eigene Unternehmen sollte auch aus der Perspektive eines Investors betrachtet werden. Damit Startup-Gründer in Gesprächen mit Investoren überzeugen können, sollten sie die vorgestellten Begriffe kennen. Außerdem ist es gerade für erfolgreiche Gründer äußerst wichtig, sich zwischenzeitlich auch in die Lage von Investoren zu versetzen, um das eigene Unternehmen aus einem anderen Blickwinkel zu reflektieren.

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Justus Langer
Justus Langer ist seit Mai 2019 im CyberForum beschäftigt und unterstützt das CyberLab Team bei Aufgaben in den Bereichen Startup-Scouting, Eventangebote und Investoren-Matching. Dabei sucht er nach passenden Kandidaten für verschiedene Matching-Events, analysiert Initiativbewerbungen und begleitet den gesamten Prozess bis zum eigentlichen Event.