Das Karlsruher Unternehmen Nanoscribe hat sich im 3D-Druck für den Nano- und Mikrometerbereich zu einem weltweiten Marktführer entwickelt. Gründer Martin Hermatschweiler zählt zu Recht zu Deutschlands 40 talentiertesten Unternehmern unter 40 Jahren.

Vorausgegangen war dieser Auszeichung Ende vergangenen Jahres eine Wahl des Wirtschaftsmagazins Capital. In der Kategorie „Disruption und Innovation“ machten alle Nominierten durch besondere Geschäftsideen oder bahnbrechenden Erfolgen auf sich aufmerksam. Martin Hermatschweiler zum Beispiel leitet das Unternehmen Nanoscribe seit seiner Gründung 2007 als Geschäftsführer. Innerhalb weniger Jahre etablierte es sich als weltweiter Markt- und Technologieführer für 3D-Drucker im Mikrometerbereich. „Wir holten die einzigartige Technologie der sogenannten Zwei-Photonen-Polymerisation aus einer Forscher-Nische“, begründet er den Erfolg.

Hermatschweiler: "Holten die sogenannten Zwei-Photonen-Polymerisation aus einer Forscher-Nische." (Bild: Nanoscribe)
Hermatschweiler: „Holten die sogenannten Zwei-Photonen-Polymerisation aus einer Forscher-Nische.“ (Bild: Nanoscribe)

Nanoscribe ist eine Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Die Firma beschäftigt sich mit 3D-Druckerzeugnissen im Mikro- und Nanometerbereich. Dafür verwenden sie ein Verfahren, das auf der Laserlithographie basiert. Objekte werden dafür aus einem lichtempfindlichen Lack aufgebaut und mit Lasern bestrahlt, sodass der Lack zu einem Polymer aushärtet. Das Objekt landet danach in einem Entwicklerbad, in dem überschüssiges Material entfernt wird. Je nach Lack bleibt entweder das belichtete oder unbelichtete Material zurück. Durch ein Galvo-Spiegelsystem, das auch beim Lesen von CDs und DVDs genutzt wird, lässt sich der Vorgang des Laserns beschleunigen.

Partner für die Forschung

Diese winzigen 3D-Objekte, die durch Laserlithographiedrucker entstehen, werden vor allem in der Forschung genutzt. So entwickelten Forscher des IFW Dresden Mikromotoren, die an langsamen Spermien befestigt werden, damit diese den Weg zur Eizelle doch noch finden. Diese „Spermbots“ bestehen aus Mini-Metallspiralen, die von einem rotierenden magnetischen Feld gesteuert werden. Bis diese Methode auch in Menschen angewendet werden kann, muss laut Aussage der Forscher noch viel passieren. Aber der Erfolg in der Petrischale sei ein vielversprechender Anfang.

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Wozu die Technologie auch in der Lage ist, hat Nanoscribe eindrucksvoll zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe gezeigt. Das Unternehmen gratulierte mit Miniaturen des Karlsruher Schlosses, der Karlsruher Pyramide und anderen Objekten.

Aus dem 3D-Drucker: das Karlsruher Schloss im Maßstab 1:16.800 und veredelt mit einer dünnen Goldschicht (Bild: Nanoscribe)
Aus dem 3D-Drucker: das Karlsruher Schloss im Maßstab 1:16.800 und veredelt mit einer dünnen Goldschicht (Bild: Nanoscribe)

Neben Martin Hermatschweiler hat Capital noch 39 andere herausragende Menschen unter 40 Jahren aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausgezeichnet. Mit dabei sind unter anderem Niklas Potrafke, Professor für Finanzwissenschaft an der LMU München und Jessica Burgner-Kahrs, Professorin für Maschinenbau und Robotik an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

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