Sei es die maßgeschneiderte Austattung des neuen Büros oder nur der Wunsch nach einem Wohnzimmersofa, das sich farblich nicht mit dem Teppich beißt. Viele von uns haben den Wunsch nach einer schönen Einrichtung. Das Geld für einen Innenarchitekten und ausgefallene Designmöbel fehlt allerdings.

Das Startup 99chairs will mit mit seiner Online-Plattform individuelle Einrichtungskonzepte für jedermann bezahlbar machen. Im Interview sprechen wir mit dem Gründer Frank Stegert über das Curated-Shopping Startup, Bürokultur der Zukunft und über seine Zukunftsvisionen.

Hallo Frank, du hast vor drei Jahren zusammen mit Julian das Startup 99chairs gegründet. Erzähle mir doch in ein paar Sätzen, was euer Startup so macht.

99chairs steht für innovative und originelle Designkonzepte, die in wenigen Schritten – vom Einrichtungskonzept über Lieferung, Möbelaufbau und Malerarbeiten – zu einer maßgeschneiderten Einrichtung führen. Auf unserer Website kann man schnell und einfach seinen persönlichen Stil definieren und aus verschiedenen Servicepaketen wählen. Unsere Interior-Designer stellen dann aus einer Bandbreite von über einer Million Produkten das für den Kunden passende Konzept zusammen.

Die Idee dahinter lautet also: Budgetschonende, aber trotzdem individuelle Beratung treffen auf die Flexibilität und breite Auswahl des Online-Handels. 99chairs berät sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen in sämtlichen Einrichtungsfragen. Das können einzelne Produktvorschläge sein, oder umfangreiche Konzepte für Wohnbereiche. Auch, ganze Zimmer und Häuser, sowie Komplettausstattungen von Büros oder Coworking Spaces gehören dazu.

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Nachdem wir jetzt mehr über euer Unternehmen wissen, möchten wir natürlich auch die beiden Gründer kennenlernen. Wie habt ihr zusammengefunden und was habt ihr vor eurer Zeit bei 99chairs gemacht?

99chairs
Die beiden Gründer Frank Stegert und Julian Riedelsheimer (Foto: 99chairs)

Wir lernten uns 2008 während unseres Studiums an der TU München kennen. Unsere gemeinsame Leidenschaft für Gründungsideen ließ eine Freundschaft entstehen, machte aus Studienkollegen erst WG-Kumpanen und schließlich Geschäftspartner. Durch ein studienbegleitendes Manage&More-Stipendium schnupperten wir beide erste Unternehmerluft, konnten uns in verschiedenen Projekten erproben und weiterentwickeln. Während Julian schon bald zum erweiterten Gründerteam und Management von Tirendo gehörte, war Frank im Business Development eines Startups tätig.

Nachdem die Idee zu 99chairs geboren war und wir eine erste Finanzierung von Investoren aus der Online-und Einrichtungsbrache bekamen, wagten wir im Mai 2014 mit 99chairs den Schritt in die Selbstständigkeit.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ausgerechnet eine Plattform für Inneneinrichtung zu gründen?

Uns fiel auf, dass gutes Design und Einrichtungsberatung auf höchstem Niveau teuer und sehr zeitaufwendig sind. Das wurde uns zum ersten Mal bei dem Blick in die Wohnung eines alten Studienkollegen richtig klar: Sie hatte so viel Potential – aber wer leistet sich schon einen Innendesigner?! Wir haben uns daraufhin Möglichkeiten überlegt, wie man Interior Design zugänglicher machen kann.

Was waren die größten Hürden, denen ihr bei der Gründung begegnet seid?

Wir wussten von Tag eins an, was wir erreichen wollten, aber den richtigen Product-Market-Fit zu finden war eine Herausforderung. Wir haben viel ausprobiert und korrigiert, um ein valides Konzept zu erstellen das funktioniert, rentabel ist, bei Kunden Anklang findet und einen starken Mehrwert hat.

Es gibt auf jeden Fall einen Kernbereich, dessen Wichtigkeit Frank und mir erst mit der Zeit bewusst geworden ist. Während der Gründungsphase arbeiteten wir aufgrund der limitierten Ressourcen hauptsächlich mit Praktikanten und weniger mit Festangestellten. Rückblickend würde ich versuchen das anders machen: Es ist extrem wichtig, bereits frühzeitig erfahrene Leute in das Unternehmen zu bringen. Wir sehen heute den enormen Wert von Mitarbeitern, die uns langfristig begleiten, ihr Wissen einbringen und weitergeben, sowie unsere Firmenkultur nachhaltig prägen. Gerade letzteres ist für uns extrem wichtig! Obwohl das Team natürlich von Anfang an unser Fokus war, würden wir rückblickend den gesamten Bereich von der Einstellung bis hin zu Themen wie Karriereentwicklung noch früher ausbauen.

Was unterscheidet euren Service von konventionellen Einrichtungsberatern?

Unser Service komplett individualisiert und lässt den Kunden Zeit sparen. Man bekommt seinen idealen „Design-Match“ in kürzester Zeit, angepasst an Budget, alles erstellt durch eine(n) professionelle(n) Interior Designer*in, hinzu kommt noch der/die persönliche Projektmanager/in , der/die sich um Sonderwünsche sowie die Koordination des gesamten Projektes kümmert.

Für wen ist 99chairs geeignet?

Im Bereich Büro Design für jedes Unternehmen, welches sich stark mit seiner Unternehmenskultur auseinandersetzen möchte und mit einem an jeden Mitarbeiter angepasstem Konzept, dem Arbeitsplatz der Zukunft näher kommen möchte. „Wie muss unser Büro aussehen, um das Maximum an Produktivität, Kreativität und Wohlbefinden zu fördern?“, ist hier die zentrale Frage. Auch hier wird das Konzept an das Budget des Kunden angepasst, so dass uns zum Beispiel auch Startups buchen können.

Dein Traumbüro: Was darf auf keinen Fall fehlen und was ist für dich ein absolutes No-Go im Büro?

Da bei uns Unternehmenskultur an oberster Stelle steht, sind uns bei 99chairs Räume essenziell, die unsere Kultur aufgreifen, unterstützen und vorantreiben. Wir kochen gern gemeinsam oder spielen gemeinsam Spiele – brauchen somit viele offene Flächen um als Team Zeit zu verbringen. Genauso ist es uns aber auch wichtig jedem die Privatsphäre gewährleisten zu können, die er braucht. Hierfür haben wir inmitten unseres Großraumbüros Kabinen als Rückzugsort platziert. So ist für jeden etwas dabei.

Smart Workspace ist in den Medien ein großes Thema. Was sind Trends für das Büro der Zukunft?

Die Themen arbeiten und wohnen verschmelzen zunehmend miteinander. Genau hierhin gehen auch die Trends in der Gestaltung der Büros und Wohnungen: „Fühle dich im Büro wie zu Hause – sei zu Hause genauso produktiv und inspiriert wie im Büro.“

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft: Wie sehen eure Pläne für die nächsten fünf Jahre aus?

Wir haben sehr große Visionen und Ziele – von der Bestellabwicklung bis zur Auswahl der Designer. Noch kriegt man das manuell hin, aber das wird schnell automatisiert werden. Um konkrete Beispiele zu nennen: das Thema Virtual Reality ist definitiv einer der nächsten Schritte – gerade im Bereich Raumgestaltung, Design, Architektur ist das Potenzial riesig. Außerdem gibt es schon einen Prototypen für unsere eigene App. Zuletzt wollen wir in weitere Länder Europas expandieren und grundlegend im Bereich Büro der Zukunft zum Innovationstreiber werden.

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