Künstliche Intelligenz (KI) und der deutsche Mittelstand? Für mich zeigen die aktuellen Ergebnisse der Studie ‚State of IT‘ von Salesforce Research, dass deutsche Unternehmen sich vor US-Unternehmen keinesfalls verstecken müssen: So übertrumpft der deutsche Mittelstand in Sachen KI die US-amerikanische Wirtschaft und damit auch Unternehmen wie Google, Facebook und Microsoft. So zumindest interpretiere ich persönlich die Kernaussagen der Studie.

Erst kürzlich habe ich einen Artikel über die Begrifflichkeit Künstliche Intelligenz geschrieben und den Begriff vielleicht etwas zu sehr hinterfragt? Egal, eine aktuelle Studie beschäftigt sich weniger mit der Begrifflichkeit, vielmehr mit den Technologien rund um KI. So nimmt sich die Studie ‚State of IT‚ diesem Thema an und hat über 2.000 Manager weltweit befragt, welche Bedeutung KI-Systeme für ihr jeweiliges Unternehmen haben? Die Zahlen haben mich nicht überrascht: Von den befragten deutschen Managern erklärten 60 Prozent, dass KI bis 2020 wichtigen Einfluss auf die Transformation ihrer Firma haben werden. 41 Prozent rechnen für die nächsten zwölf bis 18 Monate sogar mit einem zunehmenden Einsatz von KI-Systemen. Im Vergleich dazu erwarten in den USA nur 34 Prozent einen Anstieg der KI-Nutzung in den kommenden zwei Jahren. Dass die Klaffe zwischen USA und Deutschland nicht groß ist, zeigen auch die praxisnahen Kennzahlen: 59 Prozent der deutschen IT-Führungskräfte gaben an, dass in ihren Unternehmen bereits KI-Systeme eingesetzt würden; in den USA sind es gerade einmal zwei Prozent mehr (61 Prozent). Und laut Studie befassen sich zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv mit Machine Learning. Ein Fünftel setzt diese Technologien bereits produktiv ein.

Ach ja, die Niederlande kommt auf einen Wert von 86 Prozent. Weitere Zahlen findet ihr in der folgenden Grafik; zum Vergleich habe ich noch die Kennzahlen aus den USA, Niederlanden und Frankreich eingebettet. Mit einem Klick auf die Grafik werden die Details erkennbar.
Die Niederlande ist in Sachen Künstliche Intelligenz weit vor den USA positioniert.

Die USA gehören trotz Technik-Riesen wie Microsoft, Google und Facebook nicht zu den Global Playern, wenn es um Künstliche Intelligenz geht.

Über 60 Prozent in Deutschland setzen in Zukunft auf die Künstliche Intelligenz. Der Mittelstand spielt so in der ersten Liga von KI mit.

Auch Frankreich will in Sachen Künstliche Intelligenz ein Wörtchen mitreden. Positioniert sich allerdings im Mittelfeld.

Künstliche Intelligenz: Vernetzung der Kompetenz KI das A und O

Ein gutes Beispiel für deutsche Kompetenz in Sachen Künstliche Intelligenz ist zweifellos Karlsruhe. „Mit 26 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, über 44.000 Studierenden, davon mehr als 10.000 in IKT-Studiengängen, 10 Gründerzentren, über 4.400 Digitalunternehmen, dem besten IKT-Cluster in Europa und einer europaweit überdurchschnittlich hohen Gründungsintensität bietet Karlsruhe schon heute ein herausragendes Ökosystem für Start-ups, innovative Unternehmen und solche, die es werden wollen“, so die Digital Hub Initiative, die sich auf Artificial Intelligence, sprich KI spezialisiert hat. Ebenfalls erwähnenswert sind die Städte Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen, Berlin, Osnabrück und St. Wendel – sie beschreiben die Standorte des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, kurz DFKI. Das DFKI ist auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien auf der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz spezialisiert.

Technologien aus den Bereichen Cognitive Computing bzw. Artificial Intelligence ermöglichen selbstlernende IT-Systeme, die in Echtzeit mit Menschen und anderen Computern kommunizieren, sich an frühere Interaktionen erinnern und eigenständig Schlüsse ziehen können. Dabei berücksichtigen sie mit Hilfe von Sensoren ihr Umfeld und verarbeiten in hoher Geschwindigkeit große Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen.

Bitkom

Dass Künstliche Intelligenz ein wirtschaftlich lukrativer Weltmarkt ist zeigt eine Erhebung (Februar 2017) des Digitalverbands Bitkom. Nach seinen Prognosen wird der globale Umsatz mit Hardware, Software und Services rund um Cognitive Computing und Machine Learning aktuell auf 92 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro wachsen. Bis zum Jahr 2020 wird sich das Weltmarktvolumen dann voraussichtlich auf 21,2 Milliarden Euro mehr als verfünffachen. „Künstliche Intelligenz hält schon heute Einzug in unser Leben: Sie ist die Grundlage digitaler Sprachassistenten, textbasierter Dialogsysteme wie Chatbots oder von Gesichtserkennung auf Fotos oder in Videos“, sagt Dr. Mathias Weber, Bitkom-Bereichsleiter IT-Services. „Im Kern geht es darum, die menschliche Wahrnehmung, seine Intelligenz und sein Denken mit Hilfe von Computern und spezieller Software nachzubilden, zu unterstützen und zu erweitern“, sagt Weber. Und diese drei wichtige KI-Säulen scheinen in Deutschland auf einem festen Fundament stehen. Zu ähnlichen Ergebnissen und Zukunftsweisungen kommt die Studie ‚The Enterprise AI Promise: Path to Valueaus‚ dem Hause SAS.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.