Portugal Telecom hat eines der ambitioniertesten Rechenzentren der Welt gebaut: Das neue Data Center in der Kleinstadt Covilhã kombiniert Architektur, Nachhaltigkeit und modernste Informationstechnologie.

Etwa drei Stunden Autofahrt Richtung Norden von der Hauptstadt Lissabon entfernt hat die Portugal Telecom (PT) eines der nach eigenen Angaben größten, umweltfreundlichsten und effizientesten Rechenzentren der Welt in Betrieb genommen. Zudem besticht das Prestigeprojekt in der Kleinstadt Covilhã am Fuße des Stern-Gebirges – das Serra de Estrela – durch seine einzigartige Architektur und die Integration in die Landschaft.

Die Wahl des Ortes ist kein Zufall. Covilhã liegt in einer der kältesten Region des Landes, sodass die PT über 99 Prozent des Jahres die Kühlung des Rechenzentrums mit Frischluft betreiben kann. Zudem formiert sich am Rande des Gebäudekomplexes ein künstlich angelegter See, der sich aus Regenwasser speist und ebenfalls zur Kühlung der Technik dient.

PUE-Wert von 1,25

Das PT-Datenzentrum, das eine Gesamtfläche von 75.500 Quadratmetern einnimmt, ist modular aufgebaut. Der erste der vier 33 Meter hohen Blöcke mit einer Grundfläche von 55 mal 55 Metern ist im vergangenen September in Betrieb genommen worden. Nach der Fertigstellung verfügt das Datencenter über 50.000 Server und einer Speicherkapazität von bis zu 30 Petabyte. Für die Betriebssicherheit sorgen 12 Generatorengruppen mit genug Leistung, um eine Stadt mit 100.000 Einwohnern zu versorgen. Hinzu kommt eine Photovoltaik-Anlage, die mit ihren 1.610 Kollektoren über 30 Prozent der benötigten Energie erzeugt. Auf dem Gelände entsteht ein Garten mit 600 Bäumen.

„Schon bei den Planungen des Covilhã Datencenter wollten wir sichergehen, dass das Thema Nachhaltigkeit von Anfang an mit dem Gebäude verwurzelt ist“, sagt Zeinal Bava, CEO von PT. „Das bedeutete nicht nur einfach eine effiziente Hardware zu haben, sondern eine Infrastruktur, die in ihrer Gesamtheit unseren Kunden zeigt, dass wir das Thema Effizienz so ernst nehmen wie sie selbst. In dieser Hinsicht setzt Covilhã ein deutliches Zeichen.“

Nach ersten Berechnungen erzielt das Rechenzentrum eine PUE (Power Usage Effectiveness) von 1,25. Zum Vergleich: Laut einer Umfrage des Hosting-Dienstleisters Digital Realty Trust liegt der durchschnittliche PUE-Wert bei 2,9. Das Ideal beträgt 1,0. Der PUE-Wert setzt die insgesamt im Rechenzentrum verbrauchte Energie ins Verhältnis mit der Energieaufnahme der Rechner. Für das Servergebäude strebt PT das begehrte LEED-Zertifkat (Leadership in Energy & Environmental Design) in Gold und für das Bürogebäude in Platin an.

100-GBit/s-Glasfaseranschluss

PT bietet seinen Kunden die komplette Bandbreite der Cloud-und Datendienste, von Software as a Service (SaaS) und Collaboration as a Service (CaaS) über Platform as a Service (PaaS) bis zu Infrastructure as a Service (IaaS). Zu den ersten Nutzern zählen Outsourcing-Giganten wie Accenture und Wipro, aber auch verschiedene Banken vertrauen auf die Systeme in Covilhã. Zeinal Bava sieht das Unternehmen auf einem guten Weg: „Die Schritte, die wir genommen haben, um umweltfreundlicher als unsere Mitbewerber zu sein, ermöglichen es uns auch, die Leistungen 34 Prozent günstiger als andere Premium-Rechenzentren in Europa anzubieten.“

Die 90 Millionen Euro teure Investition in das Rechenzentrum bedeutet für die PT auch eine Stärkung der eigenen Dienstleistungen. Dazu zählen vor allem die 100-GBit/s-Glasfaseranschlüsse, die in Form von FTTH-Netzen (Fibre To The Home) bis zu 1,6 Millionen Haushalte versorgen. Darüber hinaus ist die PT Betreiber eines LTE-Mobilfunknetzes, das 90 Prozent der portugiesischen Bevölkerung abdeckt und als Backhaul an das Glasfasernetz angebunden ist. Zudem bietet das Unternehmen Pay-TV- und Triple-Play-Dienste an, womit es in Portugal einen Marktanteil von 40 Prozent erreicht.