In der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder Innovationen, die so radikal waren, dass sie ganze Branchen verändert haben – vor allem in der Digitalwirtschaft werden diese als disruptive Technologien bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um die Weiterentwicklung von bestehenden Technologien, sondern um Produkte und Ideen, die das Nutzerverhalten und die Märkte drastisch beeinflussen, auch wenn sie unter Umständen bereits länger vorhanden sind.

In der Vergangenheit hat beispielsweise die Massenanfertigung von Autos die Pferdekutschen ersetzt, die MP3-Kodierung die effiziente Speicherung sowie Übertragung von Medieninhalten ermöglicht und das Smartphone hat eine ganze Reihe an Gegenständen überflüssig gemacht. Auch in diesem Jahr wird es wieder bedeutende Entwicklungen geben, die zurecht als disruptiv bezeichnet werden können. Im Folgenden werden einige von ihnen vorgestellt.

Blockchain-Technologie

Die Blockchain-Technologie wurde vor allem im Zuge der Kryptowährung „Bitcoin“ bekannt. Doch diese kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen (Blöcken), die durch kryptographische Verfahren miteinander verkettet (Chain) sind, kann noch viel mehr. Denn eine Blockchain ermöglicht, dass innerhalb eines dezentralen Netzwerks Transaktionsverläufe für die einzelnen Teilnehmer vollkommen transparent und einsehbar sind. Darüber hinaus ist es nicht möglich, die „Kette“ nachträglich zu manipulieren, da der Folgeblock immer Informationen des Vorgängerblocks enthält. Dadurch bietet eine Blockchain einen alternativen Vertrauensmodus an und die Notwendigkeit zentraler Behörden bei der Abwicklung von Transaktionen erübrigt sich. Deswegen wird diese Technologie vermehrt für Auditing in der Informationstechnik oder im Bereich der Kapitalmärkte herangezogen.

Empowered Edge

Edge Computing oder Empowered Edge, wie das Marktforschungsunternehmen Gartner es getauft hat, bezeichnet die dezentrale Datenverarbeitung am Rand des Netzwerks. Datenströme sollen ressourcenschonend direkt vor Ort, am Endgerät oder in einer Fabrik, verarbeitet werden. Dennoch sollen die Vorteile einer Cloud bestehen bleiben. Anders ausgedrückt: Informationen werden auf den jeweiligen Endgeräten verarbeitet, bevor sie zu einem Cloud-Datencenter geschickt werden.

Zu dieser Technologie gehören mobile Datenerfassung, Peer-to-Peer- und Ad-hoc-Vernetzung sowie Sensornetze. Auch das viel diskutierte 5G-Netzwerk fällt in den Bereich des Edge Computing. Empowered Edge soll Verzögerungszeiten minimieren und Datencenter entlasten – alles soll sich zukünftig in „Echtzeit“ abspielen.

Autonome Gegenstände

Unter dem Begriff der autonomen Gegenstände werden verschiedene Künstliche Intelligenzen (KI oder im englischen auch AI „Artificial Intelligence“) wie selbstfahrende Autos, Drohnen oder Roboter zusammengefasst. Diese sollen Menschen entlasten, indem sie ihre Aufgaben übernehmen. Dabei geht es vor allem um repetitive oder gefährliche Tätigkeiten, die automatisiert werden können. Dies wird viele Branchen nachhaltig verändern, da sich die Aufgabenbereiche von Arbeitnehmern radikal wandeln werden. Bevor es soweit ist, ist allerdings ein Voranschreiten der 5G-Technologie erforderlich.

Weitere wichtige disruptive Technologien, die uns 2019 begegnen werden

Zu den disruptiven Technologien, die 2019 im Auge behalten werden sollten, gehören noch zahlreiche weitere, wie beispielsweise digitale Zwillinge, immersive Erfahrungen oder Digitalethik. Folgende Infografik von RS Components liefert einen Ausblick in die Zukunft und erklärt, welche disruptiven Technologien zukünftig stark in den Fokus der Gesellschaft rücken werden.

10 disruptive Technologien, die 2019 (weiter) durchstarten. Grafik: RS Components