Am 15. Januar 2001 wurde Wikipedia von Jimmy Wales gegründet – und hat sich seither zu einem Ort entwickelt, an dem das gesammelte Wissen dieser Welt auf Abruf bereitsteht. Kostenlos und frei verfügbar. Ein Rückblick.

Viele Jahrzehnte lang gehörten Lexika wie Brockhaus in vielen Haushalten zur Standardausstattung. Wer es etwas ausführlicher wollte und den dafür notwendigen Platz hatte, griff zur Encyclopedia Britannica. Manchmal war es mühsam, in den dicken Wälzern auch tatsächlich das zu finden, was man suchte. Aber in einer Zeit, in der es weder Smartphones noch das Internet gab, waren die Möglichkeiten, einen bestimmten Begriff nachzuschlagen, doch recht begrenzt.

Das alles sollte sich am 15. Januar 2001 ändern. An diesem Tag gründete Jimmy Wales wikipedia.com – eine Online-Enzyklopädie, die heutzutage aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken ist. Aber der Reihe nach.

20 Jahre Wikipedia: Eine Reise durch die Zeit

Nach der Gründung dauerte es nur wenige Tage, bis die ersten 1.000 Artikel am 12. Februar 2001 in der englischsprachigen Wikipedia online sind. Am 16. März 2001 geht die deutschsprachige Version der Enzyklopädie online, die am 19. August 2001 die 1.000-Artikel-Marke knackt.

Von nun an geht alles recht schnell: Bereits nach zwei Jahren umfasst Wikipedia 130.000 Artikel in 28 Sprachen – und wird erstmals in einer öffentlichen, behördlichen Entscheidung zitiert. Durch die zunehmende mediale Präsenz wächst der Bekanntheitsgrad rasant an – und damit einhergehend auch die Wikipedia selbst. Am 13. Juni 2004 sind bereits 100.000 deutschsprachige Artikel online.

Es folgen unzählige weitere Meilensteine – aber auch Kontroversen. Etwa als der damalige MdB Lutz Heilman (Die Linke) 2008 eine einstweilige Verfügung gegen Wikipedia erwirkte. Oder als Jimmy Wales 2010 Bilder mit sexuellen Darstellungen löschte und ein heftiger Streit über seine Privilegien als Gründer auslöste. Manche Länder sperrten den Zugriff auf Wikipedia gleich ganz, wie etwa die Türkei im Jahr 2017.

Ungeachtet dessen entwickelte sich die Wikipedia kontinuierlich weiter – und zählt heute zu den beliebtesten und am häufigsten frequentierten Internetseiten der Welt. Bis Ende 2020 waren in der Online-Enzyklopädie unglaubliche 55,6 Millionen Artikel in nahezu 300 Sprachen verfasst worden, davon 2,5 Millionen auf Deutsch.

Wikipedia: Die Encyclopedia Britannica des Internetzeitalters

Der Erfolg von Wikipedia ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass das gesamte Projekt dem Open Source-Gedanken folgt und im Gegensatz zu klassischen Verlagen und Konzernen keine Gewinne erwirtschaften muss. Die in San Francisco beheimatete Wikimedia Foundation beschäftigt lediglich 100 Entwickler und finanziert diese sowie das gesamte Projekt einzig und allein über Spenden. Diese belaufen sich auf rund 120 Millionen Dollar pro Jahr.

Die eigentliche Arbeit, also das Schreiben, Redigieren und Prüfen der Artikel auf Wikipedia, übernehmen knapp dreieinhalb Millionen Freiwillige. Warum sie das tun? Weil ihnen die Idee gefällt, an etwas Größerem mitzuwirken. An einer Plattform, die das gesammelte Wissen der Menschheit allen frei zugänglich macht.

Freilich ist ein so gigantisches Projekt nicht frei von Kritik. Zu diesem Thema gibt es sogar – wenig überraschend – einen eigenen Artikel auf Wikipedia, der „Kritik an Wikipedia“ heißt. Häufig vorgebracht wird dabei die Dominanz männlicher Autoren, sowie Strukturen, die es Neueinsteigern schwer machen, sich als „Wikipedianer“ zu behaupten. Auch die Anonymität der Autoren missfällt Kritikern. Daraus resultieren weitere Probleme, wie etwa Einflussnahme, Zensur und Intransparenz.

Bei all der Kritik muss man sich jedoch immer vor Augen halten, dass Wikipedia von einer gemeinnützigen Stiftung verwaltet wird, sich über Spenden finanziert und deshalb keine Paywall oder ähnliches hat. Nicht einmal eine Anmeldung ist notwendig.

Die Strukturen hinter der Plattform sind vielleicht nicht perfekt, aber wenn man das große Ganze betrachtet, hat Wikipedia in den vergangenen 20 Jahren einen unbezahlbaren Beitrag zur globalen Katalogisierung und Verfügbarkeit von Wissen geleistet.

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Frank Feil
Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.