Jede Krise birgt Chancen! Und wir wollen, dass ihr eure Chance bestmöglich nutzen könnt! Deshalb veranstalten das CyberForum in Kooperation mit der IHK Karlsruhe und karlsruhe.digital den virtuellen Kongress „The Digital New Normal 2020 – Resiliente Unternehmen nach der Krise“. Erfahrt welche (digitalen) Geschäftsmodelle, Technologien sowie Arbeits- und Führungsstrukturen künftig unser Leben beeinflussen werden. Lernt aus verschiedenen fachlichen Perspektiven die IT-Wirtschaft der Zukunft kennen.
Eine Keynote wird Wolfgang Grenke in seiner Funktion als Präsident der IHK Karlsruhe halten. In seinem Vortrag „Die Wirtschaft in Zeiten von Corona – Auswirkungen, Maßnahmen, Chancen“ möchte er Einblicke geben, wie er Herausforderungen als Chance begriffen und genutzt hat. Optimismus leitet ihn als Unternehmer bereits über 40 Jahre. Hierfür setze er sich als IHK-Präsident ein.

Wie haben Sie die Corona-Krise bisher erlebt?

Obwohl die Corona-Pandemie für erhebliche Einschnitte des öffentlichen Lebens gesorgt hat, bin ich privat wie geschäftlich eigentlich recht gut durch die Zeit des Lockdowns gekommen. Ich war natürlich vorsichtig und habe mich an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten. Das alles war zwar etwas ungewohnt, aber ich bin dankbar, dass ich gesund geblieben bin. Geschäftlich bin ich mit meinen Unternehmungen gut durch diese Zeit gekommen, weil wir in der Grenke AG schon sehr weit digitalisiert sind. Es war eigentlich unerheblich, von wo aus ich arbeite. Wichtig war, dass ich gutes Netz hatte, um online gehen zu können. Das hat mir einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig der flächendeckende Breitbandausbau ist.

Welche Maßnahmen hat die IHK für Ihre Mitglieder ergriffen?

Ganz zu Beginn des Lockdowns haben wir in allen IHKs in Baden-Württemberg Hotlines und tagesaktuelle Informationen auf den Homepages eingerichtet. Durch die fast täglich neuen Verordnungen in unterschiedlichen Branchen, war die Verunsicherung in den Betrieben groß. Hier haben die IHKs informiert, welche Maßnahmen für wen gelten. Zudem haben wir beraten, wenn Betriebe ihre Produktion umstellen wollten auf Schutzausrüstung wie Masken und Desinfektion oder entsprechende Importe einführen wollten. Als dann die Soforthilfen von Land und Bund kamen, waren ja die IHKs für die Beantragung zuständig. Die Betriebe haben sich an die jeweilige IHK gewandt und dort ihre Anträge eingereicht. Hier wurden sie dann geprüft und an die L-Bank weitergeleitet. Das hat natürlich den Prozess stark beschleunigt. Aktuell unterstützen wir bei der Beantragung der sogenannten HOGA-Hilfen im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Wie hat sich die Unternehmenskultur seit Start der Pandemie verändert?

Es kommt natürlich darauf an, welchen Betrieb Sie sich ansehen. In einem Kleinstbetrieb sieht es ganz anders aus als etwa in Konzernen. Zudem kommt es auf die Branche an. Was in IT-Firmen und bürogebundenen Berufen oft über mobiles Arbeiten zu „The Digital New Normal“ geworden ist, kann möglicherweise in produzierenden Industriebetrieben oder bei systemrelevanten Dienstleistern gar nicht umgesetzt werden. Es gilt aber: die Digitalisierung hat einen enormen Schub bekommen. Hier sehe ich die Krise als Chance. In der Zeit des Lockdowns hatten viele Unternehmen auch mal Luft, über das eigene Geschäftsmodell und die Zukunft nachzudenken – Zeit für strategische Überlegungen, die bisher vor allem in kleineren Betrieben fehlte. Dies hat aus meiner Sicht viel Kreativität für neue, digitale Business Models, Produkte und Dienstleistungen freigesetzt.

Was sind die Stellschrauben für Resilienz und Unternehmenserfolg?

Da kann ich in erster Linie aus eigener Erfahrung berichten. Die Frage, die mich immer geleitet hat, war, was eigentlich der Kunde von dem hat, was ich mir als Unternehmer ausgedacht habe. Ich habe mir schon immer überlegt, welchen Kundennutzen ich mit meinen Produkten und Dienstleistungen erzeuge. Nur, wenn sie sinnvoll sind, werden sie von den Kunden aufgegriffen und führen das Unternehmen somit in eine erfolgreiche Entwicklung. Die zweite Überlegung ist der Wettbewerbsvorteil. Was kann ich besser als andere in meiner Branche? Wo liegen meine Stärken? Oft hört man von Beratern, man solle die Schwächen in Stärken umwandeln. Das habe ich schon immer anders gesehen. In dem, was ich nicht kann, werde ich ohnehin nur mittelmäßig. Ich finde daher, man sollte die Stärken stärken. In dem, was ich gut kann, sollte ich noch besser werden. Damit habe ich dann einen Vorteil im Wettbewerb. Und die dritte Stellschraube ist das unternehmerische Risiko, das ich versuche, durch breite Streuung so gering wie möglich zu halten. Wenn ich stark clustere und alles auf nur eine Karte setze, kann ich auch mit einem Mal alles verlieren. Wenn ich jedoch breit streue, können eventuelle Verluste auf kleine Einheiten reduziert werden. Insofern sind meine Stellschrauben Kundennutzen, Wettbewerbsvorteil und geringes Risiko durch Streuung.

Was würden Sie Unternehmen mit an die Hand geben, um sich rasch von der Krise zu erholen?

Kundennutzen überprüfen, Wettbewerbsvorteil ausbauen, Risiko gering halten (lacht).

Wie würden Sie das “Digital New Normal” beschreiben / Was macht das “Digital New Normal” für Sie aus?

Die Corona-Pandemie hat uns ohne eigenes Verschulden in die Krise geschlittert. Ich bin aber überzeugt, dass wir uns durch Innovation, neue Geschäftsmodelle und neue Formen der Arbeit von der Krise erholen können. Optimismus leitet mich als Unternehmer bereits über 40 Jahre. Die Krise bietet auch die Chance, die Rahmenbedingungen an „The Digital New Normal“ anzupassen. Hierfür setze ich mich als IHK-Präsident ein. Vor allem zählt dazu der Bürokratieabbau. Die Krise hat uns gezeigt, dass Unternehmen wie Mitarbeiter sehr flexibel sind, was „The New Normal“ betrifft. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind allerdings oftmals zu komplex, um diese Dynamik und Flexibilität zu zulassen. Mobiles Arbeiten zulassen, dann wenn die Mitarbeiter am Kreativsten sind und am besten arbeiten können. Wie oft geht es Ihnen so, dass Ihnen abends noch etwas einfällt, auf das Sie morgens um 9 noch nicht gekommen sind? Warum sollten Sie die Idee dann nicht auch gleich umsetzen dürfen? Das geht natürlich nicht überall – Sicherheit und Gesundheit stehen an erster Stelle. Aber in überwiegend IT- und bürogebundenen Tätigkeiten haben wir dabei noch viel Luft nach oben.

Was ist Ihrer Meinung nach für Unternehmen am wichtigsten, worauf sie sich konzentrieren und was sie tun müssen, um in diesem „Digital New Normal“ erfolgreich zu sein?

An erster Stelle steht aus meiner Sicht die Infrastruktur. Das Netzwerk muss stabil laufen, damit ich digital arbeiten kann. Dazu kommt aber auch eine Unternehmenskultur, die nicht auf Angst und Kontrolle basiert, sondern auf Vertrauen und Kreativität. Die Einstellung in den Köpfen der Menschen ist sehr wichtig, um „The New Normal“ zu akzeptieren. Als Unternehmer und Führungskraft geht es insofern nicht darum, die Mitarbeiter mit Bonbons versuchen zu motivieren. Motiviert sind sie meistens von selbst. Es geht vielmehr darum, die Mitarbeiter durch Restriktionen und eine Kultur der Kontrolle nicht zu demotivieren.

 

Meldet euch jetzt für den Kongress an, um zu erfahren, wie ihr diese Erkenntnisse in euer eigenes Unternehmen mitnehmen könnt.

👉 https://www.cyberforum.de/digital-new-normal-2020/

Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Details folgen in Kürze.