Ganz egal, ob um Mitternacht die Bürgersteige hochgeklappt werden; mit der App ‚Knoop‘ werden die dunklen Straßen und Gassen kurzfristig wieder mit Licht versorgt – für zirka zwölf Minuten kann der Anwender sicherer durch die entsprechende Örtlichkeit gehen. Was im schönen Löwenstedt in Schleswig-Holstein 2017 als Konzept begann, soll mittlerweile auch auf andere Städte ausgerollt werden.

In vielen Ortschaften, speziell im ländlichen Raum, wird die Straßenbeleuchtung gegen Mitternacht automatisch abgeschaltet. Auf der einen Seite müssen die Kommunen Stromkosten sparen, auf der anderen Seite muss die sogenannte Lichtverschmutzung reduziert werden. So verursacht eine dauerhafte Straßenbeleuchtung auch eine gravierende Belastung für die Umwelt beziehungsweise hat die Beleuchtung negative Effekte für die Tierwelt. „Der Tag-Nachtrhythmus bei zahlreichen Lebewesen, Vögeln sowie Insekten kommt durcheinander, Tiere haben teils Schwierigkeiten, sich zu orientieren“, berichtet das enorm-Magazin. Die Macher rund um Ideengeber Simon Hansen haben daher die App Knoop entwickelt (Knoop = plattdeutsch für Knopf). Die Macher setzen dabei neben Umweltaspekten und den Digital Natives den Fokus auch auf die ältere Nachbarschaft: „Im Gasthof des Ortes haben wir für ältere Bewohner einen Button platziert, mit dem die Laternen angeschaltet werden können; beispielsweise nachdem Gäste ihr letztes Bier getrunken haben und den nach Hauseweg antreten wollen“.

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Knoop: Smart City, Smart Home, Smart Dorf

Die App selbst beziehungsweise das Knoop-Steuerungsgerät wird direkt am Strom-Einspeisepunkt installiert. Es empfängt die entsprechenden Signale aus dem Funknetzwerk mittels der Applikation und steuert nach Anwenderbedarf die Straßenlaternen. Per Knopfdruck können die knapp 700 Löwenstedter mittlerweile selbst bestimmen, wann und welche ihrer 104 Laternen brennen. Das erinnert mich ein wenig an adaptive Lichtquellen, die wir bereits im Artikel ‚erst im Auto, jetzt Smart City‚ erwähnt haben.

Die Lösung soll nun auch anderen kleinen Kommunen zur Verfügung gestellt werden; Simon Hansen und sein Team beraten dahingehend bereits einige Gemeinden. Dennoch, Skeptiker sehen gerade bei den technischen Voraussetzungen von Knoop einen aktuellen Knackpunkt. Gerade im ländlichen Raum sind Laternen mit LED-Leuchtmittel eher selten; dort sind teilweise noch klassische Natriumdampflampen im Einsatz. Sprich, es müssten erst LED-Leuchten installiert werden; und dass, obwohl die Natrium-Leuchtmittel ebenso energiesparend sind. Klar, hinsichtlich des Aufwands zuckt jede noch so kleine Gemeinde zusammen. Dennoch wird die Lösung wahrscheinlich auch außerhalb von Löwenstedt Anhänger finden: Smart City, Smart Home und jetzt Smart Dorf.

Links zum Thema:

Eine Übersicht zum Stand der Dinge ‚Smart City‘ haben wir in einer Bestandsaufnahme sowie in einer Marktübersicht zusammengefasst.

Interview: De Knoop för de Dörpslatüchten vun Simon Hansen

Weitere Infos zum Thema / mit Video: App für Straßenbeleuchtung