Die Digitalisierung ist insbesondere für Städte und Gemeinden mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. In Karlsruhe nimmt man sich diesen nun mit dem Projekt digital@KA an – und bezieht auch die Bürgerinnern und Bürger mit ein.

In Deutschlands Städten und Gemeinden gibt es inzwischen eine nahezu unüberschaubare Vielfalt an digitalen Diensten und Serviceangeboten. Manche sind kommunaler, andere privatwirtschaftlicher Natur. Einige wenige fallen sogar in die Kategorie der E-Government-Dienste, die es den Bürgern erlauben, bestimmte Verwaltungsangelegenheiten ganz einfach online zu erledigen.

Mit dem Projekt „digital@KA“ möchte die Stadt Karlsruhe ihren Bürgerinnen und Bürgern künftig den Zugang zu digitalen Angeboten so einfach wie möglich machen. Die offizielle Zielsetzung:

Die Stadt Karlsruhe setzt in dem Projekt „digi­tal@­KA“ gemein­sam ­mit Partnern aus Wirtschaft und Wissen­schaft eine Mul­ti­funk­ti­ons-App um. Unter dem Arbeits­ti­tel „digi­tal@­KA“ soll eine mobile Plattform für Karlsruher Bürge­rin­nen und Bürger, Vereine, Wissen­schaft und Wirtschaft realisiert werden. Bereits vor­han­dene mobile Dienste mit Karlsruher Bezug sollen zentral, mittels Single-Sign-On (einmalige Anmeldung zur Nutzung aller Apps und Dienste) und je nach Präferenz indivi­dua­li­sier­bar ­ver­wen­det werden können.

Die Bürge­rin­nen und Bürger sollen in die Lage versetzt werden, sowohl kommunale Bürger­dienste, als auch sonstige von der Stadt­ ­Karls­ruhe angebotene Dienste (z. B. WebKita oder KA-Feedback) und Angebote kommer­zi­el­ler Anbieter über eine einzige App mobil ­ab­zu­wi­ckeln.

digital@KA: Multifunktions-App mit Bürgerbeteiligung

Aber wie lässt sich sicherstellen, dass die Multifunktions-App nicht an den Interessen der Nutzer vorbeientwickelt wird? Die Stadt hat dafür einen ganz klassischen Weg gewählt – und eine Bürgerumfrage initiiert. Vom 11. Oktober bis zum 30. November 2019 hatten die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Bedarfe, Anregungen und Ideen einzubringen.

digital@KA

Was die Interessen betrifft, so gibt es mit „Mobilität“ und „Bürgerdienste“ zwei klare Favoriten in der Gunst der Befragten. Während bei „Mobilität“ vor allem die Themen Parken und Fahrrad­fah­ren im Mittelpunkt stehen, sind es bei den „Bürgerdiensten“ die Digita­li­sie­rung von Bürger­diens­ten sowie das Melden von Mängeln oder Ordnungs­wid­rig­kei­ten. Ebenfalls von Bedeutung sind für die Bürgerinnen und Bürger Kartendienste, die nicht nur zeigen, wo sich bestimmte Einrichtungen (Schwimmbäder, Museen, etc.) befinden, sondern vor allem auch Zusatzinformationen (Öffnungszeiten, Eintrittspreise, etc.) bieten.

Auch bei der Frage nach Apps und Diensten, die unbedingt in digital@KA enthalten sein sollten, belegt das Themenfeld Mobilität den ersten Platz. Besonders wichtig erscheinen den Bürgerinnen und Bürgern dabei die ÖPNV-Apps kvv.ticket und kvv.mobil.

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Aber auch Apps wie Nextbike, Stadtmobil oder VOI stehen in Karlsruhe hoch im Kurs:

digital@KA

Neben Apps wünscht sich die Karlsruher Bürgerschaft vor allem die Möglichkeit, Bürgerdienste über digital@KA abwickeln zu können. Gefragt sind in diesem Zusammenhang unter anderem die Ver­kehrs­ma­na­ge­ment-App KA mobil, die Mängel­mel­der-App KA Feed­back sowie der städtische Veran­stal­tungs­ka­len­der sowie die Inter­ak­tio ­mit der Kommune (Möglich­keit der Ter­min­ver­ein­ba­rung, Auskunft­s­er­tei­lung, Status von Ver­fah­ren, an denen man beteiligt ist, Bußgel­den­t­rich­tung, Dienste rund ums Kfz, etc.).

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digital@KA: Single Sign On und Bezahlfunktion

Um möglichst viele Menschen für eine Multifunktions-App wie digital@KA begeistern zu können, bedarf es einiger grundlegender Funktionen, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Dazu zählt laut der Umfrage in erster Linie Single Sign On, kurz SSO. Bezogen auf digital@KA bedeutet das, dass man sich einmal in der App anmeldet und dann alle Dienste innerhalb des Systems nutzen kann. Für die Bürgerinnen und Bürger stellt das eine große Erleichterung dar, da sie sich somit nicht mehr bei mehreren Diensten einzeln registrieren müssen.

Eng damit verbunden ist der Wunsch, dass digital@KA auch gleich eine Bezahlfunktion integriert hat: Man öffnet die App, kauft sich Tickets für das Museum, sucht die passende ÖPNV-Verbindung raus und bezahlt auch gleich die Fahrkarten online. Alles mit einer Anmeldung. Alles mit einer App.

Wer sich für die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage zu digital@KA interessiert, findet diese hier.

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Frank Feil
Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.