„Ich wusste damals, das wird was ganz Großes. Das ist eine Riesenchance, die Gleichberechtigung von Frauen maßgeblich voranzubringen“, erzählt Maren Martschenko von ihren Anfängen und Beweggründen, sich bei den Digital Media Women (kurz: DMW) zu engagieren. Sie ist die 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins und steht an diesem Abend auf der Bühne im Substage Café, um den Karlsruhern die Hintergründe und Ziele des Vereins näher zu bringen. Der Raum ist gefüllt von rund 120 interessierten Frauen und Männern, die der Bühne zugewandt sind.

Es ist die Auftaktveranstaltung des Karlsruher Quartiers, dessen Gründung von Ute Klingelhöfer initiiert wurde, weil sie es leid war, in Karlsruhe immer wieder sogenannte „All Male Panel“ zu sehen. Das sind Veranstaltungen, bei denen die Vorträge und Diskussionen ausschließlich von Männern geführt werden. Das ist am 06.07. bei der Auftaktveranstaltung der DMW natürlich anders. Mit Maren Martschenko, Tamara Högler und Andrea Hanna eröffnen drei starke Frauen den Abend, die einiges über ihre Erfahrungen als Frau in der Arbeitswelt zu berichten haben.

Ein Plädoyer für mehr Frauen in der Digitalbranche

Maren Martschenko ist extra aus München angereist, um den Karlsruherinnen zu verdeutlichen, was die Digital Media Women so besonders macht. Zum einen ist das für sie die bemerkenswert positive Einstellung der Frauen, etwas bewegen zu können und zu wollen. Nicht umsonst ist der Claim „ein Netzwerk von Macherinnen“. Zum anderen glaubt sie daran, dass die Digitalisierung eine Riesenchance für die Gleichberechtigung ist und umgekehrt: Studien belegen inzwischen, dass Teams mit 50 % Frauenanteil erfolgreicher sind.

Den 2. Vortrag an diesem Abend hält Tamara Högler, Leiterin der Abteilung für Innovationen & Internationale Angelegenheiten beim CyberForum e.V.. Sie erzählt von ihren eigenen ersten Erfahrungen des Netzwerkens und zeigt Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf. “Wir Frauen müssen lernen, weniger zu konkurrieren und mehr zu kooperieren“, so Tamara Högler.

Tamara Högler plädiert für Kooperation statt Konkurrenz
Tamara Högler vom CyberForum e.V. (Bild:Thomas Alex)

Was den Männern leicht gelingt, weil sie schon lange Übung darin haben, müssen Frauen erst noch verinnerlichen. Das liegt sicherlich auch daran, dass Frauen grundlegend anders sind und nicht einfach die bestehenden Prinzipien erfolgreichen Arbeitens auf sich anwenden können.

Genau dafür plädiert auch Andrea Hanna, die dritte Speakerin an diesem Abend. Sie arbeitet als agiler Coach in der IT-Branche und möchte an diesem Abend dafür sensibilisieren, dass die Frauen eben nicht die Maßstäbe der Männer als ihre eigenen Maßstäbe betrachten sollten. Ihr ist es wichtig, dass Emotionalität und Weiblichkeit bei der Arbeit, wie auch der Titel ihres Vortrags lautet, akzeptiert und nicht mehr als Kritik des Arbeitsstils betrachtet wird.

Nach diesen drei spannenden Vorträgen war dann auch noch viel Zeit zum Netzwerken, was bei dem Sommerabend-Ambiente auf der Dachterrasse und der lockeren Stimmung der Besucher sichtlich leicht gefallen ist.

Was wollen die Digital Media Women bewegen?

Karlsruhe ist IT-Hochburg. Manche nennen es das Silicon Valley Deutschlands und im Frühjahr dieses Jahres wurde es vom Bundeswirtschaftsministerium als Digital Hub ausgezeichnet. Das sind großartige Argumente für Karlsruhe. Auf vielen Veranstaltungen, in der Startup-Szene und den Hochschulen fällt jedoch auf: die Frauen sind unterrepräsentiert. Dies zu ändern, ist das Anliegen der Karlsruher Digital Media Women. Wie jedes DMW-Quartier hat auch das Karlsruher Quartier mit drei Hashtags die Themen festgelegt, die es bearbeiten möchte:

#WeMakeIT

Der Verein will Frauen, die in der Digitalbranche arbeiten, sichtbarer machen und miteinander vernetzen. Dazu gehört auch die Kooperation mit anderen Initiativen aus Wirtschaft und Politik, um frühzeitig Frauen und junge Mädchen für Technonologie zu begeistern und zu mündigen Diskussionspartnern zu machen.

#FemaleEmpowerment

Oftmals mangelt es nicht an Interesse oder der Kompetenz, sondern der eigenen Einstellung. In vielen Fällen brauchen Frauen noch etwas mehr Ermutigung, sich zu zeigen, sich selbst zu präsentieren und aktiv einzubringen. Durch Workshops und inspirierende Vorträge wollen die DMW diesen Beitrag leisten und Vorbild sein.

#breitgefächert

Passend zum Grundriss Karlsruhes steht dieser Hashtag. Es geht den DMW um Diversität und Vielfalt und zwar überall: auf Podien, Veranstaltungen und in Unternehmen. Daher sind die Digital Media Women auch ein Verein, der Männer nicht ausschließt, sondern begrüßt.

Das Karlsruher Orga-Team der DMW
DMW Karlsruhe Orga-Team v.l.n.r. oben Tanja Starck, Barbara Deppe, Karo Martus, unten: Andrea Bühler, Ute Klingelhöfer, Lisa Maus, (Bild: Heiko Wirth)

„Von Diversität können alle profitieren, genau wie von den DMW. Wir können der Wirtschaft qualifizierte weibliche Fachkräfte vorstellen, Veranstalter haben durch uns einen Gewinn, weil eine vielfältige Programmauswahl viel mehr Interessenten anzieht und die Politik findet bei den DMW Sparringspartner, um die Digitalisierung gemeinsam voran zu bringen.“, sagt Quartiersleiterin Ute Klingelhöfer im Gespräch.

Wer sich bei den DMW einbringen möchte, kann dies auf verschiedenen Wegen tun. Firmen können durch eine Firmenpartnerschaft den Verein unterstützen und durch die vielfältigen Kompetenzen des Netzwerks profitieren, genauso wie Kooperationspartner und Medienpartner. Einzelpersonen können die Veranstaltungen besuchen, in Workshops Kompetenzen erarbeiten, oder sich im Orga-Team aktiv um die Mitgestaltung des Vereins bemühen. Wer die Arbeit des Vereins nachhaltig stärken möchte, kann dies mit einer Fördermitgliedschaft tun und profitiert dadurch von exklusiven Vorteilen wie vergünstigter oder kostenfreier Eventteilnahme sowie aktuell einer Kooperation mit der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland e.V. (VARD), bei dem kostenfrei BWL-Zertifikate für Aufsichtsräte erworben werden können. Auch das beweist: Die Wirtschaft hat das Potenzial an den digitalaffinen Frauen erkannt.

Gute Aussichten

Die Digital Media Women e. V. beim Netzwerken beim Sonnenuntergang über den Dächern des Schlachthofgeländes
Netzwerken auf der Dachterasse Foto by Thomas Alex

Das erste Event war ein voller Erfolg. Das Feedback war durchweg positiv und vor allem die Stimmung beim Ausklang über den Dächern des Schlachthofgeländes lässt erahnen: hier in Karlsruhe geht noch einiges mehr.

Und so verabschiedet sich auch ganz zum Schluss auch die 1. Vorsitzende Maren Martschenko mit den Worten „hier in Karlsruhe steckt so viel Potential. Ich habe heute Abend mit vielen interessierten Frauen geredet, die vor Ideen nur so sprühen. Die Möglichkeiten sind vielfältig“. Und genau das ist das Ziel: die Vielfalt erkennen, fördern und leben.

 

#DMW Digital Media Women

Mehr über die Digital Media Women in Karlsruhe:

Website des Karlsruher Digital Media Women Quartiers

Zur Fördermitgliedschaft der Digital Media Women e. V.

Zur Facebook-Gruppe #DMW Karlsruhe