Für Accelerate Stuttgart war der vergangene Donnerstag etwas Besonderes: Nach sechs intensiven Monaten wurden die ersten Absolventen des Accelerator Programms verabschiedet und durften zum Abschluss auf dem ersten Demo Day von Accelerate Stuttgart pitchen. 7 Minuten Zeit hatten die Gründer, um ihre Geschäftsidee vorzustellen und zu präsentieren, was sie in dieser aufregenden Zeit alles umsetzen konnten.

Accelerator Programme sind in Deutschland längst keine Seltenheit mehr. In den meisten größeren Städten werden Jungunternehmer in entsprechenden Programmen von erfahrenen Mentoren unter die Fittiche genommen, um sie auf einen schnellen Markteinstieg vorzubereiten. Seit Oktober 2015 findet sich auch in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs ein Accelerator.

Auf ca. 800m² bieten die Accelerate Spaces am Feuersee Startups genug Raum, um zusammen mit erfahreneren Mentoren an ihrer Geschäftsidee zu arbeiten. Dabei setzt das Programm auf das Gamified Startup-Modell. Ähnlich wie beim Business Model Canvas, wird ein vordefiniertes Toolkit genutzt, um die Bedürfnisse der Kunden und Stakeholder zu verstehen und das Produkt noch effizienter zu gestalten.

Erste Teilnehmer des Accelerator Programms waren die fünf Startups balloonas, eGameStrategy.com, flurfunk, LingoVentura und padaja. Am Abend des Demo Days sollten die Jungunternehmer nicht nur berichten, welche Ziele sie bis dato erreicht haben, sondern auch ihre Geschäftsidee vor Investoren präsentieren.

6 intensive Monate und unbezahlbare Erfahrungen

Das Startup padaja stand noch ganz am Anfang der Karriere, als es in die Accelerate Spaces einzog. Und obwohl zwei der insgesamt drei Gründer bereits Startup-Erfahrung mitbrachten, musste das Business Modell das ein oder andere Mal nachjustiert werden. „Wir hätten nie dieses Maß an Professionalität erreicht, wenn wir nicht im ständigen Kontakt mit den Business Angels und dem Accelerate Team gestanden hätten“, erzählt Jannis Gerlinger ein der Gründer von Padaja. Gerlinger und seine Kollegen bieten praktische Produkte rund um den Bedarf von Geschäftsreisen, zum einen in einem Onlineshop, darüber hinaus aber auch über ein Verkaufsterminal, das in Hotel-Lobbys seinen Platz finden soll.

Demo Day
Florian Fink von Flurfunk erklärt beim Pitch, wie die App funktioniert. (Bild: Accelerate Stuttgart)

Kaffee, Wasser und Internet

Kostenloser Kaffee, Wasser und Internet habe das Team in die Accelerator Spaces gelockt, scherzt Flurfunk -Gründer Hannes Rang. Doch nach sechs intensiven Monaten in den Accelerate Spaces sind es dann doch die Erfahrung der Mentoren und nicht das freie WLAN, die das Team überzeugte. Zusammen mit zwei Kollegen entwickelt Hannes Rang die mobile App Flurfunk, mit der Nutzer in Echtzeit entdecken können, was in ihrer Nähe passiert.

Ähnlich sehen es die zwei Gründer von eGameStrategy. Neben Insider-Tipps von Mentoren und wichtigen Netzwerkkontakten hat das Programm den beiden vor allem geholfen, als Team zu funktionieren, erzählt Efstratios Putuludis von eGameStrategy. Das Team entwickelt eine Trainings- und Community-Plattform, die es auch eGamern im Amateurbereich erleichtern soll, bei Wettbewerben anzutreten und sich obendrein ein Taschengeld dazu zu verdienen.

Dr. Andrea Kranzer, Gründerin von balloonas, einer Plattform für Kindergeburtstage war selbst schon als Business Angel aktiv, bevor Sie mit Ihrem Team noch einmal auf die andere Seite wechselte und ein Unternehmen gründete. Trotz ihrer eigenen Erfahrung war vor allem der intensive Austausch mit anderen Startups sehr anregend.

Neues Programm startet Ende des Jahres

Seit letzter Woche haben die fünf Startups Ihre Schreibtische geräumt, um Platz für neue Ideen zu schaffen. Startups, die auch auf der Accelerator-Suche sind, kann Dr. Andrea Kranzer als Rat weitergeben: „Wichtig ist es abzuwägen, in welchem Stadium man sich als Startup befindet, denn es gibt für jedes Startup in der jeweiligen Phase ein passendes Programm.“

Ende des Jahres geht es dann weiter mit neuen Teams in den Accelerate Spaces. Dann mit einem besonderen Fokus auf FinTech. In der Zwischenzeit können die Räume als Co-Working Spaces von Startups und Unternehmen genutzt werden.

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