In der Südwest Presse des Göppinger Anzeigers, 11. März 2017, entdeckte ich eine wirklich tolle Grafik zum Energieverbrauch weltweit, die aufzeigt, wie verschwenderisch wir mit unserer Erde umgehen. Dabei ist Energie das Lebenselixier moderner Industriestaaten – nicht nur für Produktion und Co. Ich habe da mal einige Zahlen zusammengetragen.

Traurig aber wahr: Noch immer werden fossile Brennstoffe in großen Mengen in die Atmosphäre gepustet. Genauer gesagt, sprechen wir von fast 90 Prozent fossiler Brennstoffe am Gesamtenergieverbrauch (BP Statistical Review of World Energy 2016). Ein Grund, warum wir mal drüber sprechen müssen.

Energieverbrauch: 70 Prozent stammen von zehn Ländern

Der Energiebedarf steigt und steigt von Jahr zu Jahr kontinuierlich an. Die Entwicklung des Gesamtenergieverbrauchs beträgt mittlerweile über 14.000 Millionen Tonnen Öleinheiten. Darin enthalten sind Öl, Gas, Kernenergie, erneuerbare Energie und natürlich die Kohle. Alleine der Anteil der zehn größten Verbraucherländer am gesamten Energieverbrauch betrug 2015 fast 70 Prozent; darunter Kanada, USA, Deutschland, Brasilien, Russland, China, Iran, Japan, Südkorea und Australien. Die USA haben einen Gesamtverbrauch von 2.281 Millionen Tonnen Öleinheiten, China kann das sogar noch mit 3.014 Millionen Tonnen toppen. Zum Vergleich: Russland verbrauchte 2015 666 Millionen Tonnen, Deutschland 320. Dabei ist allerdings auch zu beachten, dass diese Verbrauchsangaben auch Industriezweige berücksichtigen.

Der berechnete Pro-Kopf-Verbrauch ist daher etwas anders verteilt. In China beispielsweise lag dieser 2015 bei 2,2 Tonnen pro Einwohner. In Deutschland lag er bei 3,2 Tonnen, in den USA dagegen bei 7,1 Tonnen. Hier lohnt sich ein Vergleich mit den Staaten Katar und Singapur. Katar hat ein Pro-Kopf-Verbrauch von 19,8 und Singapur von 14,7 Tonnen pro Einwohner. Dennoch, noch immer sind mehr als eine Milliarde Menschen ohne Strom – für den weltweiten Energieverbrauch ein Dilemma.

Seltene Erden: nicht selten, aber gesellschaftlich akzeptiert

Neben Öl, Kohle und Gas sind aber auch Kupfer, Uran und Nickel begehrte Rohstoffe. Dazu gesellen sich die seltenen Erden wie Dysprosium, Holmium oder Erbium. Letztere zählen heutzutage zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt, sind sie doch für viele Schlüsseltechnologien essenziell. Immer häufiger liest man über die wertvollen Zutaten der Hightech-Industrie. Die Reserven der seltenen Erden sind allerdings ungleich verteilt. So verfügten beispielsweise die USA 2012 über 13 Millionen, China über 55 Millionen Tonnen seltener Erden. Zum Vergleich: China verfügte 2011 über einen Puffer von lediglich 130.000 Tonnen. 2017 dürfte die Zahl millionenfach gestiegen sein. Läuft Deutschland in die Rohstoff-Falle? Wahrscheinlich eher nicht. Beispiel China: „Obwohl das Land rund 31.000 Tonnen exportieren darf, wurde die Quote in den Vorjahren nie ausgeschöpft“, berichtet die Frankfurter Allgemeine. Seltene Erden sind nun mal nicht selten. „Auf Basis von Zahlen des US Geological Survey (USGS 2009) beträgt die statistische Reichweite der Reserven an Seltenen Erden Oxide (REO) weit mehr als 700 Jahre, die der Ressourcen über 1.200 Jahre“, so der Mineralienatlas. Ein Grund, warum sich die Preise für die Erden im Keller befinden. Und ja, sie rufen ganz nebenbei Kinderarbeit, Rohstoffspekulationen und nicht tragbare Arbeitsbedingungen hervor. Egal, wir zelebrieren seit Jahren die Wegwerf-Gesellschaft und niemandem stört es.

Ich werde daher den Teufel tun und den Energieverbrauch der Industrieländer beziehungsweise mich selbst anprangern. Das wäre heuchlerisch. Dennoch müssen wir alle endlich ein Bewusstsein zu sozialpolitischen Themen entwickeln und die Umwelt ernst nehmen. Auch die Politik sollte endlich grün gestaltet werden. Wie es nicht geht, zeigten die Grünen. Zudem sollten wir nicht nur auf die bekannten Elektronik-Riesen Apple, Samsung und Microsoft schauen. Das Metall Cer beispielsweise besitzt eine strategische Bedeutung wegen seiner Verwendung in weißen Leuchtdioden (LEDs), die als effizientes Leuchtmittel angepriesen werden. Energie-technisch stimmt das ja, aber zu welchem Preis?

Die perfekte Lösung habe ich allerdings auch nicht. Vielleicht ein wenig mehr persönlichen Verzicht üben? Die Industrie jedenfalls hat bereits den Vorteil grüner Technologie erkannt. Immer mehr Unternehmen versuchen das sogenannte Green Design umzusetzen. Dabei wird das Speichern von Energie immer wichtiger. Grüne Vorhaben, egal ob von der Industrie oder von Gemeinden, sollten daher mit zusätzlichem Geld gefördert werden. Ein gutes Beispiel ist das Regionale Kompetenzstellen Netzwerk Energieeffizienz, kurz KEFF.