Fremde Orte erkunden ohne das Sofa zu verlassen? Was noch vor einigen Jahren undenkbar erschien, wird im Zeitalter der Digitalisierung zur (virtuellen) Realität.

In den vergangenen Wochen hat die Corona-Krise den Alltag vieler Menschen massiv verändert. Dinge, die noch im Februar als selbstverständlich galten, waren im März schon nicht mehr möglich. Beispielsweise das Reisen.

Naja, zumindest das physische Reisen. Dank zahlreicher Angebote im Internet ist es im 21. Jahrhundert natürlich jederzeit problemlos möglich, an die entferntesten Orte diese Welt zu reisen. Sei es nun mit Virtual Reality-Brille, 360-Grad-Video oder gar ferngesteuertem Guide. Ein Überblick.

Remote Tourism: Virtueller Guide auf den Färöer-Inseln

Die zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln im Nordatlantik gelten derzeit noch als Geheimtipp. Erholungsuchende erwarten hier atemberaubende Landschaften mit hohen Bergen, tiefen Tälern und engen Fjorden. Die naturgewaltige Inselgruppe ist geprägt von Vulkanen und Gletschern. Im Gegensatz zu Inseln wie Island ist Färöer allerdings noch nicht von Touristen überlaufen.

Während der Corona-Krise kam der Tourismus – wie auch andernorts – dann allerdings vollständig zum Erliegen. Grund genug für die dortige Tourismusbehörde, sich etwas ganz besonderes einfallen zu lassen: Remote Tourism. Täglich macht sich ein Inselbewohner mit einer GoPro-Kamera auf dem Kopf auf den Weg, um Färöer zu erkunden. Dieser Rundgang wird live ins Internet übertragen.

Der Clou an der Sache ist aber ein anderer: Der Guide kann von den Zuschauern ferngesteuert werden. Dazu muss man sich vorab auf der Website registrieren und kann dann eine Minute die Steuerung übernehmen. Das funktioniert sowohl am Desktop als auch mobil. Und tatsächlich führt der Guide alle Befehle aus, sofern er sich dadurch keinen Gefahren aussetzt.

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360-Grad-Touren machen ganze Städte virtuell erlebbar

Zugegeben, der Remote Tourism auf den Färöer-Inseln zählt unter Anbetracht der interaktiven Komponenten auf beiden Seiten des Bildschirms sicherlich zu den aufwendigsten Arten, virtuell zu reisen. Aus diesem Grund ist das Projekt derzeit weltweit auch einmalig. Wesentlich verbreiteter sind sogenannte 360-Grad-Touren.

Beim 360-Grad-Tourismus gibt es prinzipiell zwei Varianten: 360-Grad-Walkthroughs, wie sie beispielsweise Google Arts and Culture anbietet. Hier startet man an einem beliebigen Punkt einer Sehenswürdigkeit (etwa des Taj Mahal) und kann sich dann nahezu frei im Gelände per Mausklick bewegen. Im Prinzip wie bei Google Street View, nur mit mehr Informationen. Vergleichbare Angebote gibt es inzwischen wie Sand am Meer, eine guter Übersicht bietet 360Tourist.net.

Eine andere Variante sind 360-Grad-Videos. Im Gegensatz zu den Walkthroughs kann man sich hier nicht frei bewegen, sondern schaut im Prinzip nur ein vorgefertigtes Video an. Da das Video allerdings mit einer 360-Grad-Kamera aufgenommen wurde, kann man sich an jeder Stelle des Videos im Raum umschauen. Der Buckingham Palace hat das bereits 2016 vorgemacht:

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Ähnliche Angebote gibt es übrigens auch in Karlsruhe.

Virtual Reality-Brillen und 4D-Erlebniswelten

Das virtuelle Reisen ist derweil keine neue Erfindung. Bereits 2014 gab es in einem New Yorker Marriott Hotel einen virtuellen 4D-Teleporter, mit dem Gäste nach Hawaii „reisen“ konnten. In dem „Teleporter“ wurden Gerüche, die Luftfeuchtigkeit und andere Elemente der Insel simuliert, um die auf einer Virtual Reality-Brille basierende optische Illusion zu unterstützen:

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Diese Aktion war freilich mit einem unglaublichen Aufwand und hohen Kosten verbunden. Vor allem zum damaligen Zeitpunkt. Zukünftig wäre es aber durchaus vorstellbar, dass es ähnliche „Teleporter“ in einer deutlich kompakteren und vor allem preiswerteren Form geben wird. Gleichzeitig nimmt die Qualität der VR-Brillen von Jahr zu Jahr zu, so dass das virtuelle Reise deutlich realistischer werden wird.

Natürlich kann weder eine VR-Brille noch ein 360-Grad-Video eine echte Reise ersetzen. Aber Szenarien, in denen Virtual Tourism sinnvoll eingesetzt werden kann, gibt es dennoch zuhauf.

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Frank Feil
Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.