Drei Tage lang stand die Messe Karlsruhe Ende Januar 2019 bei der LEARNTEC unter dem Stern des digitalen Lernens und einmal mehr wurde dabei die Erfolgsgeschichte der Fachschau weitergeschrieben. 11 600 Besucherinnen und Besucher bescherten der veranstaltenden Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK) ebenso einen neuen Messerekord wie die 341 Aussteller aus 15 Nationen, die mit ihren Ständen und Vorführungen die beiden Messehallen 1 und 2 fast komplett bespielten. Und für die kommende Auflage der LEARNTEC vom 28. bis zum 30. Januar 2020 liegen bereits zahlreiche Anmeldungen vor, freut sich Projektleiter René Naumann über die positive Resonanz.

„Bereits 90 Prozent der diesjährigen Veranstaltungsfläche sind für das kommende Jahr fest verplant. So etwas gibt es eigentlich bei keiner anderen mir bekannten Messe“, so Naumann, der während der drei Messetage quasi permanent mit dem Beantworten von Anfragen für 2020 sowie dem Verteilen der Stände beschäftigt war. Neben den Stammausstellern hätten sich auch zahlreiche Premierengäste der diesjährigen LEARNTEC bereits einen guten Platz für das kommende Jahr gesichert. „Diese Unternehmen wollen sich am Markt etablieren und auf der LEARNTEC ihren Bekanntheitsgrad in der Branche und bei den Kunden erhöhen“, so Naumann.

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Fachkongress university@LEARNTEC mit 200 Teilnehmenden von 80 Hochschulen

Die Vorträge im Rahmen von university@LEARNTEC stießen bei Gästen und dem Organisationsteam ebenfalls auf überaus positive Resonanz. „Dieser Kongress war extrem hochkarätig besetzt“, freute sich Mitorganisator Prof. Dr. Peter A. Henning von der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft über den großen Andrang bei der eintägigen Fachtagung „Digitale Hochschule“. Insgesamt 200 Teilnehmende von 80 Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz informierten sich bei Fachvorträgen über den Spagat zwischen Digitalisierung und Datenschutz oder über die Lehre an der Virtuellen Hochschule Bayern über die aktuellen Trends beim digitalen Lehren und Lernen. Besonders positiv wertete Henning, der gemeinsam mit Sünne Eichler für die inhaltlicher Gestaltung des Kongressprogramms zuständig ist, die Anwesenheit von rund 70 Führungskräften aus den verschiedenen Hochschulen. „Und es waren auch zahlreiche Vertreter von privaten und kleineren Einrichtungen dabei. Das zeigt uns ganz klar, dass das Thema in der Breite angekommen ist“, so Henning.

LEARNTEC 2019
Der Themenbereich school@LEARNTEC widmet sich der Schule der Zukunft und den Möglichkeiten digitaler Bildungsszenarien. Bild: KMK/Behrendt und Rausch

„Studierende fordern digitale Angebote ein“

Außerdem werde die Digitalisierung der Lehre nicht mehr lediglich von einigen wenigen engagierten und fachkundigen Professorinnen und Professoren vorangetrieben. „Mittlerweile fordern auch die Studierenden entsprechende Angebote ein. Die jungen Leute sind schließlich mit digitalen Medien sozialisiert worden und wollen darauf auch bei der akademischen Ausbildung nicht verzichten“, sagt der Studiendekan des Masterstudiengangs Informatik. Auf dem Weg zu einer flächendeckenden Digitalisierung der Wissensschmieden fehlt es nach Hennings Einschätzung bislang allerdings noch an einer gemeinsamen Strategie. Offene Online-Kurse (MOOCs) als Ersatz für Vorlesungen seien allerdings definitiv nicht der richtige Weg, so Henning. „In einem 45-minütigen Clip kann das Wissen einfach nicht auf Hochschulniveau vermittelt werden“.

Für die Zukunft hofft Henning deshalb auf eine zunehmende Flexibilisierung in der Hochschullehre. Studierende sollten sich die Grundlagen in einzelnen Fächern mit individuell zugeschnittenem Material teilweise in Eigenverantwortung selbst aneignen und die erlernten Inhalte dann im Diskurs mit Kommilitoninnen, Kommilitonen und Lehrenden vertiefen. Auch die Rolle der Dozierenden werde sich im Rahmen einer solchen Entwicklung sukzessive verändern. „Leute in der Lehre werden künftig verstärkt als Coach tätig sein und mehr Fragen stellen als bisher“, prognostiziert Henning. An den Schulen geht die Digitalisierung der Lehre nach Hennings Einschätzung allerdings noch deutlich zu langsam vonstatten. „Es kann nicht sein, dass sich die Verantwortlichen die Schuld ständig gegenseitig in die Schuhe schieben und die Initiative für den Einsatz von modernen Medien um Unterricht immer noch von einzelnen Lehrkräften ausgeht“, fordert Henning ein gemeinsames Vorgehen von Kultusministerium und Schulen.

„Karlsruhe ist mit der Digitalisierung von Schulen schon sehr weit“

In den kommenden drei Jahren erhalten sämtliche Karlsruher Schulen auch eine entsprechende Ausstattung mit Beamern und WLAN, kündigte Jörg Schumacher beim Medienkompetenztag des Stadtmedienzentrums Karlsruhe auf der LEARNTEC an. „In Karlsruhe sind wir mit der Digitalisierung der Schulen schon sehr weit“, sagte der Leiter des Stadtmedienzentrums am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg bei der mit 350 Besucherinnen und Besuchern komplett ausgebuchten Veranstaltung. Mit dem Stadtmedienzentrum hätten sämtliche Karlsruher Schulen einen kompetenten Ansprechpartner beim Thema Medienbildung auch quasi vor der Haustüre, so Schumacher. Außerdem nehme die Ernst-Reuter-Schule in der Waldstadt wegen ihres medienpädagogischen Profils bereits eine echte Vorreiterrolle bei der Digitalisierung der Schulen ein.