Die Corona-Pandemie hat das Thema Digitalisierung ganz oben auf die Agenda von Politik und Wirtschaft gesetzt – und auch in der Pflege spielen digitale Helfer eine immer wichtigere Rolle. 

In Science-Fiction-Filmen sind oft humanoide Roboter zu sehen, die älteren Menschen im Alltag helfen. Sie bewegen sich frei durch die Wohnung, erledigen den Abwasch, kochen, putzen, unterstützen die Pflegebedürftigen bei der Körperhygiene – und können sogar Unterhaltungen führen. Ganz wie menschliche Pflegekräfte eben.

In diesen fiktiven Szenarien wird in der Regel der Eindruck erweckt, dass durch den technischen Fortschritt die Menschlichkeit verloren geht und irgendwann alles von Robotern erledigt wird. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall: Die Digitalisierung bringt wieder mehr Menschlichkeit in die Pflege.

Digitale Helfer in der Pflege: Unterstützen, nicht ersetzen

Abgesehen von der immer wieder angemahnten schlechten Bezahlung der Fachkräfte, ist heutzutage das größte Problem in der Pflege der Faktor Zeit. Gerade für ältere Menschen sind zwischenmenschliche Beziehungen enorm wichtig. Morgens Unterstützung beim Duschen zu erhalten, ist das eine. Aber im Anschluss noch mit den Pflegern über die eigenen Sorgen und Probleme (oder einfach nur das Wetter) zu sprechen, etwas völlig anderes. Und genau für diese zwischenmenschliche Kommunikation fehlt meistens die Zeit.

Und genau dieses Problem kann durch die Digitalisierung der Pflege gelöst werden. Das fängt bei einfachen Dingen wie elektronischen Patientenakten, automatisierter Pflegedokumentation oder vernetzter Tourenplanung an. Gerade solche administrativen Aufgaben nehmen in der Praxis viel Zeit in Anspruch. Bei Menschen, die pflegebedürftig sind, aber nach wie vor in ihren eigenen vier Wänden leben, steckt zudem viel Potenzial in der Tele-Pflege. Denn ein 15-minütiger Face Time-Anruf ist besser, als gar kein Kontakt.

Ein weiteres wichtiges Themenfeld ist sicherlich die Robotik. Dabei geht es aber nicht darum, dass Roboter menschliche Pflegekräfte ersetzen, sondern sie vielmehr unterstützen.    Das fängt bei einfachen Robotern an, die beispielsweise den Fußboden reinigen können. Einen völlig anderen Ansatz verfolgen die Macher der Therapierobbe PARO, die speziell für Demenzkranke entwickelt wurde. Der Pflegeroboter Pepper dagegen unterstützt Fachkräfte in Pflegeeinrichtungen bei der Tagespflege. Er kann Witze erzählen, Märchen vorlesen, Musik spielen, einfache Fitness-Übungen vormachen, und so weiter.

Inzwischen gibt es sogar Lösungen für Privathaushalte, wie etwa den Home Care Robot von Medisana, der Videotelefonate ermöglicht, regelmäßig an die Gesundheitskontrolle erinnert und im Notfall schnell Hilfe holen kann.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.

Digitalisierung der Pflege: Herausforderungen meistern

Auf den ersten Blick scheint es so, als ob die Digitalisierung der Pflege für alle Beteiligten nur Vorteile mit sich bringt. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch schnell, dass es noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern gilt – und letztendlich auch die konkrete Umsetzung entscheidend ist.

Das fängt bei den Pflegekräften an. So gaben erst kürzlich bei einer Umfrage unter Beschäftigten im ambulanten Pflegedienst vier von fünf der Befragten an, dass sie befürchten, dass die Digitalisierung im administrativen Bereich zu noch mehr Leistungskontrolle führt. Betrachtet man die aktuelle Situation in vielen Pflegeeinrichtungen, erscheint diese Befürchtung nicht gerade abwegig.

Zudem gilt es eine digitale Spaltung zu vermeiden. Digitale Lösungen setzen stets einen ausreichend schnellen Internetanschluss voraus. Das ist gerade in Deutschland keineswegs in allen Haushalten der Fall. Hinzu kommt, dass moderne Robotik-Lösungen je nach Anwendungsszenario viel Geld kosten. Seitens der Verantwortlichen muss deshalb sichergestellt werden, dass alle Pflegebedürftigen gleichermaßen Zugang zu modernen Technologien haben – und die Digitalisierung der Pflege die Ungleichheiten in der Gesellschaft nicht noch verstärkt.

Nicht zuletzt stehen smarten Systemen im Gesundheitsbereich auch Datenschutzbedenken im Weg. Denn gerade KI-Systeme, die unter Umständen sogar Frühdiagnosen von Krankheiten ermöglichen können, benötigen Zugriff auf die entsprechenden Vitalwerte.

In der Digitalisierung der Pflege steckt viel Potenzial, es muss nur genutzt werden.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.
Frank Feil
Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.