Digitale Nomaden sind kein neues Phänomen. Dennoch war es noch nie so einfach wie heute, ortsunabhängig zu arbeiten. Auch bei Unternehmen erfreut sich dieser Typus Freelancer zunehmender Beliebtheit.

In Zeiten der Corona-Pandemie wird viel über neue Formen des Arbeitens diskutiert. Immer mehr Arbeitnehmer und Arbeitgeber entdecken das Home Office für sich, mit dem sich unnötige Fahrten ins Büro auf ein Minimum reduzieren lassen. Das steigert die Produktivität – und wirkt sich positiv auf die Work-Life-Balance aus.

Aber es gibt auch Menschen, die gehen noch einen Schritt weiter. Und das schon seit Jahren. Die Rede ist von den sogenannten „Digitalen Nomaden„.

„Bei digitalen Nomaden handelt es sich meist um Freelancer oder Selbstständige, manchmal jedoch auch um Angestellte und Arbeitnehmer, deren Arbeitsweise vor allem durch ein entscheidendes Kriterium definiert wird: ortsunabhängiges Arbeiten. Wie die Nomadenvölker, von denen der Begriff abgeleitet wurde, zeichnen sich digitale Nomaden dadurch aus, dass sie nicht an einen Arbeitsplatz gebunden sind, sondern frei entscheiden können, wo sie ihrer Arbeit nachgehen wollen.“

Diese Definition der Online-Plattform KarriereBibel beschreibt ziemlich genau, worum es beim digitalen Nomadentum geht: Man arbeitet frei und flexibel von überall auf der Welt. In der Regel reicht den digitalen Nomaden dazu ein Notebook und eine Internetverbindung.

Allerdings sollte man sich von der romantischen Verklärung dieses Begriffs, zu der es in den vergangenen Jahren durch die mediale Berichterstattung gekommen ist, nicht täuschen lassen. Denn wer als Journalist eine Reportage schreibt, sucht sich dafür natürlich jemanden, der zur geplanten Story passt. Dadurch verbinden inzwischen viele Menschen mit digitalen Nomaden das Bild von Freelancern, die auf Bali vom Surfboard steigen und dann am Strand unter einer Palme auf dem Notebook ein paar Stunden arbeiten. Das ist jedoch die absolute Ausnahme. Für viele Freelancer heißt digitales Nomadentum ganz einfach, dass sie heute im Coworking Space in London und ein halbes Jahr später in einem kleinen Café in Paris sitzen und arbeiten. Andere verlassen ihre Heimat erst gar nicht, denn auch innerhalb eines Landes (oder sogar einer Stadt) kann man „ortsunabhängig“ arbeiten.

Und dennoch hat das digitale Nomadentum Vorteile für alle Beteiligten.

Die Flexibilität digitaler Nomaden macht sie interessant für Unternehmen

Für Unternehmen sind digitale Nomaden inzwischen deshalb so attraktiv, weil sie die Vorzüge eines Freelancers um die Komponente der Ortsunabhängigkeit ergänzen. Das wiederum bringt zwei entscheidende Vorteile mit sich:

  • Zeitliche Flexibilität: Größere Technikblogs setzen in ihren Redaktionen schon seit Jahren auf digitale Nomaden. Aus einem ganz einfachen Grund: In der Welt der Technik passiert rund um die Uhr etwas – und wenn die Arbeitnehmer in Deutschland um 17 oder 18 Uhr ihre Computer herunterfahren, beginnt in anderen Ländern erst das Tagesgeschäft. Also holt man sich digitale Nomaden aus China, den USA und anderen Zeitzonen ins Team. Dadurch wird eine 24/7-Berichterstattung möglich, denn irgendwo ist immer jemand am Arbeiten.Ähnlich verhält es sich mit Agenturen. Kurzfristige Aufträge, die über Nacht erledigt werden müssen, übernimmt dann eben nicht der Programmierer, Grafiker oder Texter in Deutschland, sondern ein Freelancer, der gerade im Coworking Space in Neuseeland sitzt. Dieses Prinzip lässt sich analog auf viele andere Unternehmen übertragen, für die zeitliche Flexibilität wichtig ist.
  • Räumliche Flexibilität: Für Unternehmen, die international tätig sind, macht es gerade bei kleineren Projekten nicht immer Sinn, Mitarbeiter quer durch die Welt reisen zu lassen. Und oftmals wäre es ohnehin von Vorteil, wenn derjenige, der sich um das Projekt kümmert, die lokalen Gegebenheiten kennt, oder sogar über einen längeren Zeitraum vor Ort ist. Hier kommen digitale Nomaden ins Spiel, mit denen eine flexible Zusammenarbeit vor Ort möglich ist – und sei es nur als eine Art „Local Guide“ für die eigenen Mitarbeiter.

Das Thema digitale Nomaden wird uns in den kommenden Jahren immer häufiger begegnen. Denn in einer vernetzten Welt, in der Geschäftsbeziehungen immer seltener an Grenzen haltmachen, werden Unternehmen immer häufiger auf Freelancer zurückgreifen, die ebenso flexibel und ungebunden sind, wie das Arbeitsumfeld des 21. Jahrhunderts.

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Frank Feil
Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.