Die Deep Face Drawing-Technologie nutzt Künstliche Intelligenz, um aus Strichskizzen fotorealistische Porträts zu erzeugen – und das in Echtzeit.

Jeder kennt die Phantombildzeichner aus Krimis, die aus den zum Teil recht ungenauen Schilderungen von Zeugen, Bilder von Vermissten oder Verbrechern zeichnen. Aber dabei bleibt es dann meistens auch: einer groben Zeichnung. In Serien wie „Bones – Die Knochenjägerin“ ging man dann schon einen Schritt weiter. Hier erhielten die Protagonisten Unterstützung von hochleistungsfähigen Computern, die aus den Zeichnungen realitätsnahe Hologramme in 3D erzeugten.

Das war vor knapp 15 Jahren. Was damals noch Fiktion war, ist inzwischen Realität. Genau genommen ist man bereits einen Schritt weiter, denn dank dem Einsatz Künstlicher Intelligenz ist es nun möglich, aus einfachen Skizzen fotorealistische Gesichter zu erzeugen.

Deep Face Drawing verdeutlicht Potenzial von KI

Im Juni haben Forscher der University of the Chinese Academy of Sciences (UCAS) in Hongkong ein Deep-Learning-System präsentiert, das den Namen „Deep Face Drawing“ trägt. Das Prinzip ist nicht neu: Basierend auf einer Skizze erzeugt die Zeichen-KI ein Foto. Bislang war allerdings eine detailgetreue Skizze in hoher Qualität notwendig, damit die KI überhaupt erkennbare Gesichter erzeugen konnte.

Bei Deep Face Drawing ist das anders. Hier reicht eine einfach Strichskizze aus, fotorealistische Gesichter zu erzeugen. Entscheidend dabei ist, dass die Software der chinesischen Forscher sich zwar an den Formen der Skizze orientiert, diese aber eher als „Inspiration“ sieht. Die KI unterteilt das Gesicht in insgesamt fünf Zonen: linkes Auge, rechtes Auge, Nase, Mund sowie Gesichtsform und Haare. Der Algorithmus gleicht dabei die Striche auf der Skizze in Echtzeit mit einer Datenbank ab und generiert nach und nach ein Gesicht.

Ausgangspunkt des Projekts waren insgesamt 17.000 Zeichnungen mit den dazugehörigen Fotos der gezeichneten Personen. Aufgrund der Datenquelle handelt es sich dabei vor allem um kaukasische und südamerikanische Gesichter. Da sich die Forscher dazu aber nicht genauer geäußert haben, wird auch vermutet, dass ein Zusammenhang mit der unterschiedlichen Komplexität der Gesichtsformen besteht.

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Die Zukunft der Bilderkennung liegt in KI-Technologien

Die Deep Face Drawing-Software gibt uns einen ersten Ausblick darauf, was in den kommenden Jahren noch so alles dank Künstlicher Intelligenz möglich sein wird. Nicht ohne Grund fördern Unternehmen wie Adobe die Forschung in diesem Bereich, denn im Grafik- und Kreativumfeld gelten derartige Programme als Schlüsseltechnologien der Zukunft.

Denn auch wenn die Software der chinesischen Forscher derzeit nur Fotos mit 512 x 512 Pixel erzeugen kann, so ist das Potenzial für allerlei Anwendungsszenarien (vor allem auch im Bereich der Kriminalistik) schon jetzt erkennbar.

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Frank Feil
Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.