Game of Thrones, Breaking Bad oder auch House of Cards – aufwendig produzierte Serien erfreuen sich nicht nur in den Staaten großer Beliebtheit. Eine davon, Silicon Valley, spielt im gleichnamigen Hightech-Mekka und handelt von einem aufstrebenden Startup. Am Sonntag läuft das Finale der zweiten Staffel. Grund genug Silicon Valley mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Mark Zuckerberg, Elon Musk und andere Startup-Größen sind ja mittlerweile so etwas wie die Rockstars unserer Zeit. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich Regisseure und Produzenten vermehrt dem Stoff annehmen, aus dem die Gründerträume sind: Dem Leben von Steve Jobs wird beispielweise bereits der zweite Film gewidmet.

Vor etwas mehr als einem Jahr haben sich die Filme- beziehungsweise in diesem Fall die Serienmacher dem Startup-Boom angenommen. Silicon Valley heißt eine Serie, die seit dem 06. April 2014 auf dem amerikanischen Pay-TV-Sender HBO läuft. In Deutschland und Österreich hat sich Sky fürs Erste die Ausstrahlungsrechte gesichert. Die Originalversion läuft auf Sky Go, die synchronisierte Fassung auf Sky Atlantic.

Der Proof of Concept: Eine 8.4 bei IMDB

Und für Silicon Valley läuft es bisher richtig gut: Die Serie über das Tech-Zentrum in Kalifornien kommt bei der Internet Movie Database auf eine 8.4 und siedelt sich damit in einer ganz schicken Nachbarschaft ein: How I Met Your Mother kommt auf eine Wertung von 8.5 ebenso The Big Bang Theory.

Man muss aber dazu auch sagen, dass bisher deutlich weniger Zuschauer eine Wertung (29.982) für Silicon Valley abgegeben haben als etwa für How I Met Your Mother (385.562). Es bleibt also abzuwarten, wie sich das Voting entwickelt, wenn die Serie auf ein breiteres Publikum stößt.

Alway be yourself unless you can be a unicorn

Doch um was geht es in der Serie eigentlich? Ich möchte nicht zu viel spoilern, aber eine kurze Zusammenfassung sollte schon drin sein. Wer sich die Serie völlig ohne Vorwissen anschauen möchte, der schließe an dieser Stelle bitte das Browserfenster.

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Richard Hendricks (Thomas Middleditch) wohnt zusammen mit seinen vier Freunden im ‚Inkubator‘ des egozentrischen Erlich Bachman (T.J. Miller). Alle schrauben sie an ihren Projekten mit der Hoffnung, einmal ein Unicorn zu werden. Vorwiegend handelt es sich allerdings um unnütze Apps.

Hendricks, hauptberuflich beim Internetgiganten hooli angestellt, arbeitet nebenher an einer Suchmaschine speziell für die Musikbranche. Eigentlich keine besonders innovative Geschäftsidee. Eigentlich. Denn wie es der Zufall so mag, hat der Jungunternehmer quasi als Nebenprodukt einen Algorithmus gecodet, der eine extreme Datenkomprimierung ermöglicht.

Und so geht für Hendricks der Startup-Wahnsinn los: Das Gründungsteam erweitern, einen Business-Plan schreiben, Investoren-Gespräche führen und sich immer wieder den Internet-Giganten hooli vom Leib halten. Denn dieser kopiert nur allzu gerne Geschäftsideen oder schluckt ganz einfach die potentielle Konkurrenz.

Der Cast: Introvertierte Nerds und ein Apple Fan Boy

Ähnlich wie bei The Big Bang Theory erfüllen die Charaktere in Silicon Valley die gängigen Nerd-Klischees: hochintelligent, aber äußerst introvertiert und zurückhaltend. So auch die Hauptperson Richard Hendricks, gespielt von Thomas Middleditch, der in The Wolf of Wall Street bereits eine ganz kleine Nebenrolle hatte.

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Einen kompletten Gegenpart dazu setzt der so gar nicht introvertierte Erlich Bachman. Der „Inkubator-Vater“ und Steve-Jobs-Jünger legt eine verstörende Inbrunst und Selbstüberzeugung an den Tag, die ihresgleichen sucht. Verkörpert wird Bachman von T.J.Miller (Transformers 4: Ära des Untergangs).

Produziert wird Silicon Valley übrigens von Mike Judge (Beavis & Butthead), der Ender der 80er selbst Computeringenieur im Valley gearbeitet hat, und Alec Berg (Seinfeld).

Fazit

Wer selbst in der Gründerszene aktiv ist, dem dürfte die ein oder andere Situation – wenn auch überspitzt – bekannt vorkommen. Mit einer ordentlichen Portion Ironie entlarvt Silicon Valley gängige Mechanismen der Tech-Szene. Dabei wandelt die Serie, so Serienjunkies.de, „an der Grenze zur Gesellschafts- und Kultursatire.

Ein Beispiel gefällig. ? In nahezu jedem Pitch, der in der Serie zu sehen ist, proklamiert irgendein Gründer, seine innovative Geschäftsidee mache die Welt zu einem besseren Ort. Bullshit Bingo par Excellence.

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Tesla-Chef Elon Musk konnte der Serie nicht besonders viel abgewinnen. Auf der Premierenparty äußerte er sich gegenüber recode.net: „Most startups are a soap opera, but not that kind of soap opera.“ Ob sich seine Meinung mittlerweile geändert hat, ist mir nicht bekannt.

Übrigens: Die allererste Sequenz beginnt damit, das Kid Rock auf der Party eines Startups spielt, das gerade von Google aufgekauft wurde. Keiner interessiert sich für Kid Rock, was dieser mit einem „Fuck these people“ kommentiert. So viel zu den Rockstars unserer Zeit.

Das Serienfinale läuft am 14.06 auf HBO. Eine 3. Staffel wurde bereits in Auftrag gegeben.