Aller Anfang ist schwer, auch in der User Research! In regelmäßigen Abständen stellen wir euch im Gründerview neue, vielversprechende Startups vor – dieses Mal präsentieren wir euch jedoch eine neue Art der Zielgruppenrecherche. Ganz allgemein geht es heute ums User Testing und wie sich in diesem Feld ganz unkompliziert neue, erkenntnisreiche Erfahrungen machen lassen – auch in Zeiten von Social Distancing. Wie große und kleine Unternehmen schnell und einfach erste Research-Schritte gehen können, erfahrt ihr hier.

User Testing – was ist das?

Ein neues Produkt zu entwerfen, das sofort super erfolgreich bei der Nutzergruppe ist – das ist natürlich der absolute Traum. Aber wie stellt man das eigentlich genau an?

Ist die Nachfrage generell vorhanden, d.h. man hat ein echtes Problem gefunden und eine passende Lösung dafür parat, muss man im Rahmen der Produktentwicklung sicherstellen, dass das eigene Produkt alle Anforderungen der potentiellen Nutzer auch erfüllt. Das bedeutet, dass der sogenannte User-Fit oder Problem-Solution-Fit erreicht werden soll. Klingt und ist gar nicht so einfach – vor allem, weil ein Vorgehen nach dem try-and-error Prinzip hier wirklich teuer werden kann. Daher ist es wichtig, schon früh viel über Nutzung, Interaktion und Wünsche Bescheid zu wissen. Genau dafür gibt es User Researcher, die in Interviews, Usability Tests und Co. durch das Sammeln quantitativer und qualitativer Daten herausfinden, wie ein Produkt bei den Nutzern ankommt und wo noch Potentiale schlummern.

Letztendlich lässt sich so die Nutzererfahrung am besten konzeptionieren und optimieren. In Interviews kann man herausfinden, was die möglichen Ziele, die Motivation und der Kontext der Nutzung sind – oder ganz einfach: Was sich die Nutzer wirklich wünschen. In Usability Tests wird schließlich untersucht, wie neue Nutzer mit dem Produkt umgehen und wo genau Probleme auftreten.
Tiefergehend bieten User Tests die Möglichkeit wirkliche Emotionen und Begeisterung – leider oft auch Ernüchterung und Frust – zu sehen und die sogenannte User Experience als Ganzes zu verstehen.

Die neu gewonnen Insights der User Researcher können dann anschließend zur Produktentwicklung und im Produktmanagement genutzt werden, sodass alle am Ende dem Ziel ein begeisterndes Produkt zu schaffen einen Schritt näher sind. Deshalb sind User- und Usability-Tests immer eine gute Idee: für neue Prototypen, bestehende Produkte und konstante Weiterentwicklung im agilen Produktentwicklungsprozess.

Remote UX Research

Da das Thema UX und User Research vergleichsweise neu ist, ist es nicht unüblich, dass viele Unternehmen zum allerersten Mal qualitative Daten erheben möchten oder zumindest ein Ziel verfolgen, dass ihnen durch User Research ermöglicht wird. Doch wo fängt man an? Schließlich benötigt man nicht nur ein Produkt, sondern auch geeignete Testpersonen aus der angestrebten Zielgruppe und einen ausgefeilten Ablaufplan, der zahlreiche Eventualitäten mit einkalkuliert. Zeit, Budget und Motivation für User Research sind zudem manchmal knapp, dabei ist sie so wichtig und letztlich auch ertragreich.

Über die Jahre hat sich, angelehnt an viele Methoden aus der Marktforschung, der Bereich der User Research entwickelt und gefestigt. Dennoch hat sich natürlich auch zu  Zeiten von COVID-19 und Zoom-Konferenzen vieles geändert.
Was bisher in Befragungsräumen passiert ist, läuft nun online – User Testing remote also. Keine Sorge, das neue Konzept muss angehende User Researcher nicht verunsichern. In der Tat bringt eine Remote Testingsession viele Vorteile mit sich. Für Unternehmen und Testpersonen.

User Research around the clock

Ein gutes Beispiel für angewandte und effektive User Research findet sich in der  Startup-Szene, bei der ja schon immer Budget und Zeit knapp bemessen sind – aber dafür Innovation, Kundennähe und Kreativität groß geschrieben werden.

Genau hier also werden Produktideen schnell getestet und iteriert.

Im CyberLab in Karlsruhe gibt es beispielsweise seit mehreren Jahren einen intensiven Austausch zwischen verschiedenen Startups: Im Eventformat werden hier verschiedene Prototypen untereinander getestet. Gestartet als internes Event offenbarte sich für alle teilnehmenden Startups schnell der Nutzen. Die Wows, Ahas und Ohos häuften sich. Beste Voraussetzungen also, um später in der Produktentwicklung anzuknüpfen und alles zu optimieren. Mit der Zeit konnten auch größere Unternehmen zur Teilnahme und zum Austausch gewonnen werden. In kleiner Runde kamen so regelmäßig mehrere Unternehmen verschiedener Größe zusammen, um in fünf kurzen Sessions neue Features, Produkte oder Designs zu erproben. Mit Pizza und einem Feierabendbier wird anschließend gemütlich über dies und das, nicht zuletzt natürlich UX und neue Produkte, gequatscht.

Dennoch hat 2020 sich durch die Einschränkungen der Pandemie der so fruchtbare Austausch so nicht weiter organisieren lassen. Eine neue Idee musste her.

Remote UX Research in kleiner Runde

Alternativ zum in-person Event in Karlsruhe, wurde das kleine, lokale Event aufgrund der COVID-19 Pandemie nun digitalisiert, sodass sich seit kurzem wahre Remote UX’er auf ZOOM treffen können. Schnell, unkompliziert, locker – und das Beste: von Zuhause aus. Ein weiterer großer Vorteil: jungen, unerfahrenen Researchern werden nun noch weniger Steine in den Weg gelegt. Ohne große Organisation von Location, Ablauf und Testpersonen können sie sich online anmelden und bei einem geselligen Abend neue Insights gewinnen und nebenbei ihr Netzwerk ausbauen.

“Nur wer lernt, kann bessere Produkterlebnisse schaffen. Treu nach diesem Motto wollen wir die Möglichkeit für alle schaffen, einfach Nutzertests durchzuführen. Und da Rekrutierung, Organisation und Abstimmung doch ein großer Aufwand sind, schaffen wir den passenden Rahmen. Für erste Schritte und kleine Tests. Für User Research.

Also egal, ob man ein alter Hase im UX-Business ist oder noch in den Startblöcken steckt – die Testingsession ist für alle da.

Kostenlose Nutzertests – ohne große Hürden

Mit der Testingsession können kleine und große Unternehmen neue Insights gewinnen – ganz kostenlos und ohne großen Aufwand. Nur das Produkt und eine Testperson müssen von den teilnehmenden Stationen selbst bereitgestellt werden – beim Produkt ist das natürlich selbstverständlich, aber auch hier muss man sich überlegen, wie man dieses über eine Videokonferenz am besten testen kann. Manche Produkte sind besser, andere schlechter geeignet, um sie remote am Bildschirm zu testen – eine Bildschirmübertragung reicht zum Testen eines Gebrauchsgegenstandes in der Regel leider nicht aus. Eine Software hingegen ist wie dafür gemacht.

Da jede Station eine eigene Testperson mitbringt, gibt es genauso viele Testpersonen wie Teststationen. So findet sich letztendlich für jede Station eine Testperson und das Ganze ist für alle Teilnehmenden mit minimalem Aufwand verbunden. Gleichzeitig gewinnen alle Beteiligten in Rekordzeit neue Erkenntnisse – so einfach war Testen noch nie. Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es unter testingsession.de

Online Testingsession für Unternehmen jeder Größe

Wenn auch ihr eure Nutzererfahrung auf ein neues Level heben wollte, ist User Research genau der richtige nächste Schritt. COVID-19 und fehlende Erfahrung in der User Research müssen euch daran bestimmt nicht hindern. Nehmt euch einfach einen Abend lang Zeit, bringt ein cooles Produkt und einen guten Freund mit und probiert euch, und natürlich euer Produkt, einfach einmal aus. Es gibt kein richtig oder falsch – das gilt nicht nur für mögliche Testpersonen, sondern auch für euch als unerfahrene User Researcher. Nur aus Fehlern kann man lernen. Das ist fast nirgendwo so wahr wie bei User Tests oder dem Lernen neuer Skills.

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Nele Frenken (22) studiert Germanistik, Geographie und Bildungswissenschaften an der Universität Bonn und arbeitet als Online-Redakteurin. Nach ihrem Auslandssemester an der St Andrews University, ist sie nun tätig in der Marketingabteilung des Startups Usertimes Solutions GmbH.