Sprachassistenten wie Alexa gehören für viele Menschen längst zum Alltag dazu. Aber auch im B2B-Bereich spielen die smarten Helfer eine immer wichtigere Rolle. Wir haben mit den Neohelden über ihren KI-basierten Sprachassistenten für Unternehmen gesprochen. 

Liebe Neohelden, für diejenigen, die euch noch nicht kennen: Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind ein High-Tech Startup aus Karlsruhe und entwickeln den digitalen Assistenten Neo, der mittels Künstlicher Intelligenz arbeitet. Mit Neo stellen wir Unternehmen eine Lösung zur Verfügung, die den Mitarbeitern die alltägliche Arbeit erleichtert und sie in wahre Superhelden verwandelt – unabhängig vom Standort und der eingesetzten Technologie.

Neo unterstützt die Mitarbeiter bei der Abwicklung von Prozessen, während sie mit ihm über Sprache, Text und Tasten kommunizieren können. Dabei kann der digitale Assistent an den Kunden angepasst und verschiedene Drittsysteme integriert werden. Der Kunde kann ihn sogar selbst weiterentwickeln.

Beim Thema Sprachassistenten denken viele zuerst an Siri oder Alexa. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede zu „Neo“, eurer Lösung für den B2B-Bereich

Fangen wir erstmal bei den Gemeinsamkeiten an. Wie auch Alexa oder Siri, stellt Neo den Menschen in den Mittelpunkt. Der Fokus liegt nicht darauf, dass sich der Mitarbeiter an Neo anpassen muss, sondern Neo den Mitarbeiter bestmöglich unterstützt. Den Takt gibt dabei der Mitarbeiter vor, ähnlich wie wir es von Alexa oder Siri kennen. So wie die beiden B2C-Sprachassistenten quasi eine Art Concierge im privaten Umfeld sind, ist Neo der Concierge für Mitarbeiter im Enterprise-Umfeld.

Und damit kommen wir auch zu den Unterschieden. Während Siri und Alexa den alltäglichen Sprachgebrauch sehr gut verstehen, versteht Neo das Enterprise-Vokabular. Schließlich sprechen wir im Alltag eher selten über Spaltmaße, CNC-Maschinen oder Teilenummern. Ein großer Unterschied ist sicher auch die Anbindung an weitere Systeme oder Tools. Das können Siri und Alexa zwar auch im Rahmen bestimmter Smart Home-Skills, allerdings fokussiert sich Neo eher auf ERP-Systeme oder IoT.

Wenn wir dann noch einen Blick hinter die Kulissen werfen, stellen wir fest, dass hinter Neo eine Plattform steckt: Wir nennen sie NEAP oder Neo Enterprise Assistant Platform. Sie ermöglicht es, dass unsere Kunden ihre Prozesse eigenständig und ohne Programmierkenntnisse abbilden, anpassen und erweitern können.

Eines haben Alexa, Siri und Neo aber dann doch noch gemeinsam: Sie machen Menschen das Leben leichter.

Wo kommen derartige KI-basierte Assistenten bereits heute zum Einsatz und in welchen Branchen seht ihr besonders viel Potenzial?

Wir starteten mit Neo als branchen- und Use Case-unabhängigen Assistenten. Daher ist er heute bereits bei diversen mittelständischen Unternehmen, Hidden Champions und auch großen Konzernen und Banken in verschiedenen Anwendungsfeldern im Einsatz. Er kann in nahezu allen Anwendungsszenarien und Branchen eingesetzt werden, da die Anwender mit ihm geräte- und plattformübergreifend interagieren können.

Mittlerweile haben wir jedoch festgestellt, dass Neo im industriellen Umfeld hohe Potenziale aufweist. Wir haben in der Industrie enorme Innovationskraft, jedoch werden viele Prozesse noch analog mit Stift und Papier durchgeführt. Das führt beispielsweise in der Wartung und Inspektion zu Mehraufwänden und einem unsicheren Arbeitsumfeld. Durch Interaktion per Sprache funktioniert Neo hands-free – die Mitarbeiter können sich daher voll auf ihre Arbeit konzentrieren. Das Übertragen von Notizen in nachgelagerte ERP-Systeme fällt weg. Neo begleitet den Mitarbeiter durch den gesamten Prozess und legt die Daten direkt dort ab, wo sie hingehören.

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Wie ist bislang das Feedback aus der Industrie zu „Neo“?

Bisher ist das Feedback sehr positiv. Zu Beginn unserer Gründung hat uns natürlich immer viel Skepsis erwartet: Geht das überhaupt, können wir das und ist das nicht alles Science Fiction? Mittlerweile aber konnten wir bei unseren Kunden erfolgreich beweisen, dass es wirklich funktioniert – egal ob im Mittelstand oder Großkonzern.

Bei einem Konzern beispielsweise unterstützt Neo Wartungsprozess mit über 500 Prüfpunkten. Der Mitarbeiter wird von Neo angeleitet, Eingaben werden von Neo validiert und der Mitarbeiter wird so durch die gesamte Inspektion begleitet.

Bei einem Mittelständischen Unternehmen arbeiten wir derzeit an einem spannende Use Case in der Qualitätsprüfung. Auch hier unterstützt Neo die Mitarbeiter in Prozessen, leitet an, dokumentiert und gibt an passenden Stellen Hinweise und Hilfestellungen.

Oft bekommen wir direktes Feedback, beispielsweise in User-Testings. Aber das beste Feedback ist für uns, wenn wir sehen, wie gerne unsere Kunden mit Neo arbeiten und wie schnell sie ihre Prozesse selbst umsetzen können!

Ab März startet in London ein Pilotprojekt zusammen mit Hermes und VW. Was könnt ihr uns darüber schon verraten?

Die Pilotphase zusammen mit der Hermes und Volkswagen Nutzfahrzeuge startete im März 2021 im Großraum London. Neo unterstützt Paketzusteller bei ihrer täglichen Arbeit, indem er die Fahrer per Sprachbefehl oder durch Bedienung des Touchscreens mit allen Details, die sie für die nächste Zustellung benötigen, versorgt. Das erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr und die Effizienz bei der Zustellung.

Der Sprachassistent wurde für die Testphase speziell an die Anforderungen der Paketzustellung in Großbritannien angepasst. Die zu erwartenden Erkenntnisse lassen auch für den deutschen Markt entsprechende Rückschlüsse zu und werden auf die Paketzustellung in Deutschland übertragbar sein.

2018 seid ihr als Startup in das Karlsruher CyberLab eingezogen. Was habt ihr aus dieser Zeit mitgenommen und welche Tipps habt ihr für angehende Gründerinnen und Gründer?

Seit 2018 hat sich natürlich viel getan, aber wir denken immer gerne an die Anfangszeit im CyberLab und das PreLab zurück. In unseren Blog haben wir damals über unsere Learnings aus dem Lab berichtet – und nach einem Realitätscheck haben die Themen von damals immer noch Bestand: Das wohl Wichtigste ist das Team und das Fundament für die Zusammenarbeit, das wir früh gelegt haben und jedem Startup-Team nur raten können, dies ähnlich zu tun. Unser „Manifesto” und unsere Grundsätze in Bezug auf Arbeit, Arbeitsweise, Zielsetzung und Zusammenarbeit haben bis heute Bestand – auch wenn wir natürlich immer besser werden können und mit einem größeren Team auch neue Herausforderungen auf uns zu kommen.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Durch unsere agnostischen Anfänge haben wir Neo bereits in sehr vielen Anwendungsfällen einsetzen können – und das mit großem Erfolg. Während wir uns zunächst auf spezielle Anwendungsfälle in der Industrie fokussieren, wollen wir unsere Erfahrungen nutzen und mit den Kunden wachsen. Es hat sich gezeigt, dass weitere Bereiche in den Unternehmen auf Neo aufmerksam werden und neue Use Cases vorschlagen. Der Vorteil dabei ist, dass das Unternehmen und die interne IT bereits mit unserer Plattform vertraut sind. Unsere Aufgabe wird aber immer dieselbe sein: Die Mitarbeiter unserer Kunden zu Superhelden zu machen. Was Jarvis für Iron Man ist, ist Neo für die Mitarbeiter.

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Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.