Forschen, tüfteln, gründen: Bei ganzen 12 Nobelpreisträgern, welche die Wissenschaftsstadt Heidelberg hervorgebracht hat, ist es nicht verwunderlich, dass dort auch einige innovative Startups und kreative Köpfe ihren Sitz haben. Wir haben uns umgeschaut und eine Auswahl an Heidelberger Startups erstellt, die ihr auf dem Schirm haben solltet.

Wawibox

Die Wawibox ist eine digitale Materialwirtschaftsplattform für Zahnarztpraxen, welche die tägliche Arbeit im Lagerbestand erleichtern soll. Wenn beispielsweise das Füllungsmaterial zu Neige geht, erfolgt eine automatische Benachrichtigung darüber. Im nächsten Schritt können die benötigten Materialien mit nur einem Klick nachbestellt werden. Beim Wareneingang der Materialien wird der Lieferschein einfach eingescannt. Die Menge, das Haltbarkeitsdatum und die Charge werden automatisch in die Wawibox übertragen und der Lagerbestand kann kinderleicht aktuell gehalten werden. Hinter Wawibox stecken Angelo Cardinale und Dr. Simon Prieß, welche die caprimed GmbH 2012 gegründet haben.

Sponsort

Sponsort ist eine Crowdfundingplattform mit lokalem Fokus. Das Startup hat sich dabei auf nachhaltige Ideen und Projekte spezialisiert. Dabei kann eine Idee mit dem benötigten Projektbudget eingereicht werden. Sobald die Hälfte des Finanzierungsbedarfs durch die Crowd gedeckt wurde, aktiviert Sponsort seinen Crowdfond und findet passende Sponsoren für die Idee. Falls die 50%-Hürde nicht erreicht wird, fließt das gesponsorte Geld in den Crowdfond, mit dem wiederum andere Projekte unterstützt werden.

HD Vision Systems

HD Vision Systems ist ein Spin-Off der Universität Heidelberg, das Technologien für die robuste und genaue Vermessung von Form, Farbe, Glanzeigenschaften und Oberflächennormalen von statischen und dynamischen Objekten der realen Welt entwickelt. Zur Bestimmung werden lichtfeldbasierte Techniken und Algorithmik genutzt. Funktionieren tut das Ganze mittels Ein-Kamerasystem, sowie mit einem Mehr-Kamerasystem. Für den 3D-Druck kann auch alleine die Farbinformation verwendet werden. Die hohe Messgenauigkeit und Robustheit des Ansatzes hat ebenfalls eine starke Relevanz für Fragestellungen der industriellen Inspektion und Robotik.

Coboc

Das vor rund sechs Jahren gegründete Startup stellt leichte E-Bikes mit außergewöhnlichen Designs her. Das Besondere daran: Bei den Bikes sind Konstruktion, Fahrzeugbau, elektrische Antriebskomponenten und die Software Eigenentwicklungen. Für seine Fachkompetenz und die Leidenschaft beim Tüfteln hat das Team von Coboc schon mehrere Preise gewonnen, darunter auch zwei Mal den Eurobike Gold Award. Neben der Weiterentwicklung neuer Technologien setzt sich die inzwischen fünfzehnköpfige Mannschaft für Umweltpolitik und mit der Bike-Kultur auseinander.

Match Rider

Die Mobilität auf Kurzfahrten verbessern und das Verkehrsaufkommen verringern – diese Ziele hat sich das dreiköpfige Team von Match Rider gesetzt. Ähnlich wie bei mitfahrgelegenheit.de erschafft das Startup ein auf Privatfahrten basiertes Mobilitätsnetz mit dynamischen Haltestellen (Matchpoints), welches via App durch die Nutzer individuell angepasst wird. Das neue Projekt MatchRiderGo ermöglicht darüber hinaus Fahrten mit festen Routen und Uhrzeiten zu Fixpreisen. MatchRiderGo ist derzeit für die Strecke zwischen Stuttgart und Tübingen verfügbar.

Heidelberger Startups
Das Gründerteam von Match Rider: Frank Anders, Katina Schneider, Alfred Swartzbaugh (Bild: Match Rider)

mbits

mbits ist eine Ausgründung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ, Heidelberg). Das Startup entwickelt radiologische Bildverarbeitungs-Softwarelösungen für mobile Endgeräte. Damit können Ärzte, mittels der von Mbits entwickelten App „mRay“, auf medizinische Bilddaten von Patienten zu jeder Zeit an jedem Ort zugreifen und diese ebenso versenden. Die App enthält auch eine integrierte Kommunikations-Plattform, welche die Vernetzung des Personals innerhalb des Krankenhauses ermöglicht.

Plan:Kooperativ

Erst fragen, dann planen – so lautet das Motto von Plan:Kooperativ. Das aus Matthias Burgbacher und Steffen Becker bestehende Startup möchte Bürgern die Teilhabe an städtebaulichen Planungen und Bauvorhaben ermöglichen. Dafür entwickeln die beiden Gründer interaktive Software-Lösungen. Diese Lösungen beinhalten Befragungstools und Visualisierungsmöglichkeiten, wie dem Mapping Tool oder dem PLAN-O-MATEN. Die digitalen Werkzeuge funktionieren am PC, auf allen mobilen Endgeräten oder als digitale Lösung in Workshops und Planungszellen.

GeneWerk

Das MedTech Startup hat sich auf Präzisionsanalysen für die Gentherapie spezialisiert. Das Startup bietet seinen Kunden individuell zugeschnittene Analysen und bioinformatische Auswertungen an, um die Vektorensicherheiten der Gentherapie zu bestimmen. GeneWerk wurde im Juli 2014 von Prof. Dr. Christof von Kalle, Dr. Manfred Schmidt und Dr. Annette Deichmann gegründet. Das Startup ist ein Spin-off des DKFZ und des NCT in Heidelberg.

GetSafe

Versicherungen wieder attraktiv machen – das ist die Idee von Getsafe. Dazu denkt und entwickelt das InsurTech Startup Versicherungen komplett neu und setzt auf digitale Lösungen: Mit nur wenigen Klicks können die Kunden eine Versicherung bequem auf dem Smartphone abschließen. Unkompliziert, transparent, fair. Denn Getsafe versteht sich selbst als ein Technologieunternehmen, das im Versicherungsbereich aktiv ist ­ nicht umgekehrt. Gemeinsam mit namhaften Partnern wie der Munich Re und führenden Venture Capital Investoren bringt Getsafe das Konzept der Allsparten­-Versicherung ins digitale Zeitalter und sorgt dafür, dass Kunden wieder mehr Zeit für das Wesentliche im Leben haben. Gegründet wurde das Startup 2015 von Christian Wiens und Marius Blaesing.

Luxendo

Das 2015 gegründete Startup Luxendo ist eine Ausgründung aus dem Europäischen Labor für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg und entwickelt Mikroskope zur Lichtscheibenfluoreszenz-Mikroskopie (SPIM). Bei diesem Verfahren wird jeweils nur eine wenige Mikrometer starke Schicht einer Probe beleuchtet. Dies führt zu einer besseren Auflösung und einem deutlich verminderten Bildhintergrund. Damit kann beispielsweise die Embryonalentwicklungen von Fruchtfliegen und kleinen Tieren mit einer sehr hohen Auflösung beobachtet werden.

Bürgerwerke eG

Die Energieversorgung aus erneuerbarer Energie aus Bürgerhand ist die Vision der Bürgerwerke. Der Verbund setzt sich aus 68 Energiegenossenschaften und mehr als 10.000 Bürgern aus ganz Deutschland zusammen. Der Strom der Bürgerwerke, welcher gemeinschaftlich genutzt wird, kommt zu 100% aus Solar- und Windenergieanlagen aus Bürgerhand und einem deutschen Wasserkraftwerk. Die Bürgerwerke sind der größte Zusammenschluss von Energiegenossenschaften in Deutschland.

Greenfinder UG

Die Greenfinder UG bietet deutschprachig die größte, unabhängige Vergleichsplattform für Elektrofahrzeuge an. Die interne Datenbank umfasst aktuell über 10.000 Modelle von E-Bikes, Pedelecs und S-Pedelecs von über 400 verschiedenen Marken bei über 4.400 Händlern und wird täglich aktualisiert. Das Unternehmen wurde im Januar 2012 gegründet, ist eigenfinanziert und inhabergeführt. Dem Gründer Sascha Nachtnebel kam die Idee zu dieser Plattform, als er 2011 ein E-Bike für den Berufsverkehr suchte und keine unabhängige und transparente Vergleichsplattform auffand.

chocoBRAIN GmbH & Co. KG

chocoBRAIN ist eine Marketing-Plattform, mit der insbesondere kleine und mittlere Firmen ihr Inbound Marketing aufbauen können. Mit Hilfe der angebotenen Marketing-Tools können Unternehmen einfach und kostensparend von potentiellen Neukunden gefunden werden. Gegründet wurde chocoBRAIN 2009 von ehemaligen SAP-Mitarbeitern.

Heldenpause

Die Welt braucht keine weiteren, Colas oder Energy-Drinks, sondern genau das Gegenteil. So sehen es jedenfalls die Heldenpause-Gründer Martin, Danilo und René. Das Startup stellt seit 2014 ihren Anti-Energy-Drink in Form von Limonaden aus Fruchtsaft, Kräutern und Hopfen her.

b liquids GmbH

Das Startup hat sich auf die Entwicklung von „Bag-In-Box“-Verpackungen für Wein spezialisiert. Die Verpackung besteht dabei aus einem Innenbeutel (Schlauch) mit integriertem Zapfhahn und einer Umverpackung aus Karton. Die Vorteile dieser „Bag-In-Box“ –Lösung sind unter anderem die Umwelt- und Konsumentenfreundlichlichkeit sowie die lange Haltbarkeit von angebrochenen Verpackungen. Hinter b liquids stecken die selbstbenannten Spürnasen Stefan Beyerle und Steffen Michler.

Better Heads GmbH

Die BetterHeads verstehen sich als Unterstützer für Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit externen HR-Dienstleistern. Der Service des Unternehmens ermöglicht sowohl die Auswahl von Personalberatern und Personaldienstleistern für das gewünschte Leistungsportfolio des Kunden, als auch die Möglichkeit zur Nutzung eines geführten Prozesses. Gegründet wurde BetterHeads von Phillip Mommsen und Christian Hammacher. Beide Gründer haben eine über 10-Jährige Erfahrung im Bereich Personal und Beratung.

Frizle AG

Spätzle, beziehungsweise Knöpfle gehören in Baden-Württemberg zu einer typischen Mahlzeit einfach dazu. Das Startup Frizle hat eine einfache Methode leckere Spätzle für Zuhause einfach herzustellen entwickelt. Die Kernidee ist die Verpackung, die gleichzeitig eine Spätzlepresse ist. Der fertige BIO-Spätzle-Teig wird dabei einfach aus der Verpackung in kochendes Wasser gedrückt und die Spätzle abgeschöpft. Mit dem Konzept konnte das Unternehmen 2013 und 2014 jeweils den Best-New-Product-Award auf der Biofach, der weltgrößten Bio-Messe in Nürnberg, gewinnen.

Viantro

Von Arzt zu Arzt: Viantro vermittelt Ärzte an Krankenhäuser, Praxen und MVZ. Das Unternehmen bietet dazu ein professionelles Bewerbungsmanagement durch einen persönlichen Case Manager. Dem suchenden Arzt steht bei der Stellensuche bis zum Arrangieren der ersten Vorstellungstermine und dem Prüfen des Arbeitsvertrages ein Spezialist zur Seite. Vilantro wurde (damals noch unter dem Namen „Fairdocs“) von Kim Kernbichler und Benjamin Bremen gegründet.

Sciomics

Das Biotechnologie-Startup Sciomics ist eine Ausgründung des DKFZs in Heidelberg. Das Startup hat sich auf die Herstellung von Protein-Microarrays für Proteomanalysen zur Protein Biomarker-Forschung und Entwicklung insbesondere im Bereich onkologischer Indikationen und Nierenschäden spezialisiert. Sciomics hat mit seinen Microarrays damit eine robuste, leicht handhabbare Technologie entwickelt, um hochparallele Analysen verschiedener Parameter an vielen Molekülen und gleichzeitig in winzigen Volumina zu ermöglichen.

TolerogenixX GmbH

Nach Transplantationen sowie bei Personen, die unter Autoimmunerkrankungen leiden, erkennt das Immunsystem das Gewebe als fremd und stößt es ab. Statt der herkömmlichen, medikamentösen Immunsupression, die mit einer Vielzahl an Nebenwirkungen einhergeht, hat TolerogenixX eine Alternative entwickelt. Das Verfahren bietet die spezifische Unterdrückung der Immunreaktion in Form einer individualisierten Immunsuppression. Die Wirksamkeit gegenüber der Standardtherapie ist dabei besser und Nebenwirkungen können vermieden werden. Im Jahr 2015 gewann das Startup für seine innovative Idee die Auszeichnung Science4Life vom Nierenzentrum Heidelberg.

Plan W

Plan W ist eine inhaberinnengeführte Agentur mit Firmensitz in Heidelberg und geht neue Wege in der Politikberatung. Das Unternehmen bietet Beratung für Akteur*innen aus Wirtschaft, Parteien, Verwaltungen, Verbänden und NGOs auf allen Ebenen der politischen Kommunikation. Klassische Elemente der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, innovative Online-Kommunikation, unkonventionelle Ideen und fundierte politikwissenschaftliche Expertise ergeben das Plan W-Rezept für strategische Kommunikation. Plan W setzt in den Kampagnen neben Professionalität und Verlässlichkeit vor allem auf gender- und diversitybewusste Kommunikation. Abgesehen von Öffentlichkeitsarbeit, Digitalen Strategien, Public Affairs und Wahlkampfbetreuung organisiert das Unternehmen auch Workshops und Schulungen.

(Bild: Plan W)

Bei unserer Recherche wurden wir von Heidelberg Startup Partners und von der Stabstelle Kultur und Kreativwirtschaft Heidelberg unterstützt. Vielen Dank für die Tipps!

Euer Startup hätte es verdient, hier erwähnt zu werden? Dann schreibt uns an info(at)techtag.de!

 

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