Im Gründerview stellen wir in regelmäßigen Abständen spannende Startups vor. Das Team von ThingsTHINKING entwickelt Software-Lösungen, die es Computern ermöglichen menschliche Sprache zu verstehen. Im GründerView spricht Mathias Landhäußer über Künstliche Intelligenz, Stolpersteine bei der Gründung und Karlsruhe als Gründerstandort.

Euer Startup in einem Tweet! (140 Zeichen inkl. Leerzeichen!)

#CommonSenseForComputers

Was motiviert euch, selber zu gründen anstatt beispielsweise eine Konzernkarriere zu verfolgen?

Manche von uns haben schon beides hinter sich, also gegründet, aufgekauft und sind dann in einen Konzern gewechselt. Wir kamen aber zu dem Entschluss, dass wir für eine Konzernkarriere noch nicht „alt genug” sind.

Fakt ist doch, dass viele Konzerne inzwischen mit Startups kooperieren oder Startups sein wollen. Die Gründe dafür sind: Kreativität, Geschwindigkeit, Innovation. Den Spirit etwas selbst zu machen bekommt man aber nicht im gesicherten Umfeld eines Konzerns. Zusammengefasst: No Pain – no Gain! Dazu kam natürlich auch, dass der Markt für Künstliche Intelligenz geradezu explodierte, was uns die Entscheidung sehr vereinfacht hat. Es gibt einen Mangel an IT-Fachkräften und im Bereich KI/AI ist der Druck noch viel höher. Wir trösten uns also mit der Idee, dass wir jederzeit einen Job finden, falls das mit dem Startup nicht klappt.

Wie ist die Idee zu thingsTHINKING entstanden?

Die Konzepte und Ideen hinter den Produkten von thingsTHINKING entstanden in unserer Zeit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an dem wir seit etwa 2006 daran geforscht haben, wie Computer natürliche Sprache verstehen können. Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass nichts von dem geplant war, sondern wir über die Jahre etwas in die Situation “hineingerutscht” sind – die Entwicklung allgemein im Bereich KI hat da sehr geholfen. Den technologischen Wissensvorsprung, den wir durch unsere Forschung haben, gilt es nun in der echten Welt mit Technologiepartnern und Kunden umzusetzen. Da dies zwei Paar Schuhe sind, haben wir darauf geachtet, ins Team auch gestandene Profis aus der Industrie zu integrieren.

thingsTHINKING begreift und verarbeitet menschliche Sprache. Welche Anwendungsszenarien ergeben sich für eure Software-Lösung?

Wir sehen Anwendungsfälle hauptsächlich im Bereich der Prozessbeschleunigung – überall dort, wo Menschen heute mit Dokumenten arbeiten, gibt es kaum Unterstützung durch Computer, da diese die Dokumente nicht verstehen. Häufig liegt das daran, dass doch ein gewisses Maß an Weltwissen und Erfahrung dazu gehören, die Arbeit zu erledigen.
Unsere Software ist quasi ein Gabelstapler fürs Gehirn – sie hilft dabei schwerere “Lasten” schneller, weiter und höher zu tragen. Sie wird unser Gehirn aber sicher nicht ersetzen.
Die Erfahrung der ersten 12 Monate zeigt, dass wir im Bereich Steuern/Accounting, Automotive (Patente, Normen) und Legal (Verträge etc.) gleichermaßen einen Mehrwert bieten.

In welchem Startup würdest du gerne mal einen Tag Einblick in den Arbeitsalltag bekommen?

Bei Microsoft – so Mitte/Ende der 1970er Jahre. Wenn also jemand eine Zeitmaschine hat: bitte melden.

Drei Bücher, die man nicht nur als Gründer unbedingt gelesen haben sollte?

• Hugh MacLeod: Ignore Everybody
• Ben Horowitz: The Hard Thing About Hard Things
• Peter Thiel: Zero to One

Karlsruhe ist für Gründer…

im technischen Bereich eine tolle Startbasis, da es viele clevere, gut ausgebildete Menschen im Dunstkreis der Hochschulen gibt. Im Vergleich zu anderen Städten könnte das eine oder andere angestaubte Konzept etwas agiler sein; andererseits sollte man als Gründer auch nicht alles auf dem goldenen Tablett serviert bekommen.

Über welche Stolpersteine musstet ihr während der Gründung steigen?

Wir hatten ein paar rechtliche Themen bezüglich IP und Gründungssatzung, aber keine wirklichen Stolpersteine. In dem Fall hat es sicher geholfen, dass Teile des Teams Erfahrung in dem Prozess hatten und wir alle keine 20 mehr sind.

Dein Rat für jeden Gründer?

Die größte Entscheidung, die jeder treffen muss, lautet: Bootstrapping vs. Wagniskapital. Die Tradeoffs sind bekannt und unser Screening und letztendlich die Entscheidung für einen Investor dauerte über ein Jahr. Somit haben wir uns quasi automatisch für eine Kombination entschieden. Wir haben insgesamt mit über 15 Investoren (von ganz kleinem Angel bis zu ganz großem VC) gesprochen, verhandelt und überlegt. Uns wurde gesagt wir wollten zu viel, wir wollten zu wenig, wir dächten zu klein, wir dächten zu groß …. Fakt ist: Du wirst alle Varianten hören. Dir bleibt nur, deinen eigenen Weg zu gehen – so abgedroschen das klingt.

Letztendlich war es dann eine reine Bauchentscheidung, wo die Investoren und wir am besten zusammen passten. Es gibt nur eine harte Währung in diesem Spiel: Ehrlichkeit. Die kann man auch nur einmal verspielen.

Über thingsTHINKING

Humans are way better than computers when it comes to common sense and understanding natural language. thingsTHINKING brings common sense to computers.
Many tasks today can only be handled by humans since working with natural language requires contextual information and the ability to understanding the subject matter. Our technology combines real-world knowledge with statistical information (deep learning, etc.) to get to the actual meaning of natural language – this is what DARPA calls the Third Wave of AI.

thingsTHINKING understands relevant and useful information from your unstructured data not unlike a human. This makes you faster finding things, making contextual-based decisions, and doing what we humans call „handle the task properly“. Think of us as a sidekick, a forklift for your brain.

www.thingsthinking.de

Dein StartUp im GründerView? Mail an gedeon(at)techtag.de

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