Im Gründerview stellen wir in regelmäßigen Abständen spannende Startups vor. Das Cyberlab – Team bitahoy entwickelt eine Sicherheitslösung für das Smart Home. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz werden alle smarten Geräte die mit dem Heimnetzwerk verbunden sind vor Bedrohungen und Angriffen aus dem Internet geschützt. Im Interview sprachen wir mit Co-Founder Marius Bleif und stellten ihm die bekannten Gründerview-Fragen.

Euer Startup in einem Tweet?

Bitahoy bietet eine einfach zu bedienende Lösung für alle Smarthome Anwender, die die Kontrolle über ihre Privatsphäre zurückerlangen möchten und sich vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten schützen möchten.

Wie ist eure Geschäftsidee entstanden; was war der initiale Funke?

Bereits zu Studienzeiten haben wir regelmäßig von neuen Sicherheitslücken in IoT Geräten gelesen. Im Privatanwenderumfeld hat das natürlich besonders gravierende Folgen für unsere Privatsphäre, wenn man bspw. durch die Wifi-Kamera ausspioniert werden kann. Besonders prekär: Die Bewohner müssen hiervon nicht mal etwas mitbekommen. Wenn dann selbst Staubsaugerroboter den Grundriss der Wohnung leaken wird deutlich, dass etwas schiefläuft.

Wie groß ist euer Team, wer gehört dazu und wie habt ihr euch gefunden?

Wir sind drei Gründer, die sich im Rahmen Ihres Studiums kennengelernt haben. Alex kenne ich bereits seit 2016 als wir als HiWis damals Philips Hue Lampen kaputt gemacht haben. Jahre später und wir arbeiten wieder an Cybersicherheit im Internet of Things, dieses Mal zusammen mit Roman, der nach Deutschland gezogen ist, um Cybersicherheit zu studieren.
Außerdem unterstützen uns seit Oktober eine weitere Vollzeit Stelle im Bereich Marketing sowie 3 studentische Hilfskräfte.

Wer profitiert von eurer Idee und warum?

Jeder Mensch, der Internet und ein oder mehrere Geräte daran angeschlossen hat. Besonders diejenigen, die ihr Zuhause vernetzten wollen und an den Vorteilen teilnehmen wollen, aber nicht zu jedem Risiko. Wir wollen, dass unsere Nutzer mehr digitale Souveränität erlangen.

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus – gibt es überhaupt schon so etwas wie einen „Alltag“?

Bisher halten sich Wiederholungen in Grenzen. Jede Woche bringt neue Aufgaben, die erledigt werden müssen und von denen wir bis dato nicht mal wussten, dass sie existieren. Das macht das Berufsleben natürlich unberechenbar aber auch spannend und definitiv nicht langweilig.

Um im Home-Office trotzdem eine Struktur zu bekommen, halten wir alle zwei Tage fest StandUp-Meetings, um uns gegenseitig über aktuelle Aufgaben zu informieren. Alle zwei Wochen überprüfen wir dann in einem längeren Termin unseren Fortschritt bezüglich der Entwicklung.

In welches Startup würdest du gerne mal einen Tag Einblick in den Arbeitsalltag bekommen?

Es wäre bestimmt enorm interessant zu sehen wie sich Zoom im letzten Jahr durch den plötzlichen enormen Bedarf an Videokonferenzsoftware verändert hat. Zunächst wirtschaftlich und im Wachstum des Teams, aber auch technisch. Von heute auf morgen will jeder auf der Welt Video-Calls halten und das wichtigste dabei ist die Stabilität der Server. Vorbereitungszeit bekamen die Sysadmins ja kaum. Dann zusätzlich einige Sicherheitsprobleme, die den Stress bestimmt nicht reduzieren.

Was ist der nächste große Schritt?

Im Herbst werden wir erstmals unser Gerät 200 Testern geben, um einen echten Härtetest durchzuführen. Neben den technischen Einsichten hoffen wir so auch mehr Einblick in das Verhalten der Nutzer gewinnen zu können. Welche Funktionen finden sie gut? Welche haben keinen Wert für sie? Um die Produktentwicklung entscheidend voranzutreiben müssen wir raus aus unserem Keller und in die Welt mit unserer Technologie. Auch über die Zahlungsbereitschaft wollen wir so mehr erfahren.

Über welche Stolpersteine musstet ihr während der Gründung steigen?

Nach circa fünf Jahren Informatik-Studium lernt man viel, aber nicht wie man mit dem bürokratischen Aufwand klarkommt. Sei es Datenschutz, IP-Vereinbarungen oder das Aufsetzen des Gesellschaftervertrages selber, alles ist davon begleitet, dass man sich zunächst in das Thema einlesen muss bevor man Entscheidungen treffen kann. Wenn man sich nicht selbst informiert kann man leicht ausgenutzt werden.

Habt ihr einen Rat/Tipp an andere Gründer?

Baut euch ein Netzwerk aus erfahrenen Gründern und Mentoren. Und dabei meinen wir keine dubiosen Coaches, die euch den einen Trick verraten, wie man Umsätze verdoppelt, wenn man nur in der richtigen WhatsApp-Gruppe ist, sondern echte Unternehmer aus der StartUp-Welt. Idealerweise jemand, aus einer ähnlichen Branche und Interesse an eurer Technologie. Das kann euch einige teuer gelernte Lektionen bereits früh ersparen.

Über bitahoy:

Bitahoy entwickelt eine einfach zu bedienende Cybersicherheitslösung für das vernetzte Zuhause. Der Watchdog wird an den Router angeschlossen und überwacht alle Aktivitäten im Netzwerk. Durch maschinelles Lernen können Angriffe auf Geräte in Echtzeit erkannt und blockiert werden. Zudem können weitere Funktionen wie Kindersicherung, Timeout von Geräten oder Blockieren von Werbung aktiviert werden.

Dein StartUp im GründerView? Mail an info(at)techtag.de