Ein großes Problem bei vielen KI-Projekten sind fehlende Daten. Das CyberLab-Team Aimino Tech GmbH hat sich diesem Problem angenommen, indem sie mit künstlichen Bilddaten KI-Systeme verbessern. Im Interview sprachen wir mit Founder Dr.-Ing Duc Tam Nguyen und stellten ihm die bekannten zehn Gründerview-Fragen.

Euer Startup in einem Tweet?

Aimino macht KI-Systeme robuster und sicherer mithilfe von künstlichen Bilddaten.

Die Performance von KI-Systemen wird maßgeblich von den Datensätzen definiert, auf denen sie trainiert werden. Vorhandene reale Datensätze decken selten den Datenbedarf ausreichend ab und limitieren die Systemperformance. Diese Datenlücke lässt sich kostengünstig mit synthetischen also künstlich erzeugten Daten schließen, um die Systemperformance zu maximieren.

Wie ist eure Geschäftsidee entstanden; was war der initiale Funke?

Ich habe auf der künstlichen Intelligenz zur Verarbeitung von Bilddaten promoviert. Fibi unterstützte tatkräftig mit ihrer Thesis. Während der Tätigkeiten standen wir oft vor dem Problem, dass die vorhandenen realen Datensätze in ihrer Qualität und Menge unzureichend waren. Das Beschaffen zusätzlicher Daten war aufwendig und kostenintensiv. Zur Lösung des Problems haben wir uns in die Welt der synthetischen Daten begeben und sind von diesem Lösungsansatz derart überzeugt, dass wir geblieben sind.

Wie groß ist euer Team, wer gehört dazu und wie habt ihr euch gefunden?

Unser Team besteht derzeit aus 7 Vollzeitäquivalenten und mehreren Beiräten. Das technische Team wird von mir geleitet, während Fibi das Business-Team führt. Wir haben uns klassischerweise über unser persönliches Netzwerk als auch über LinkedIn und der Universität gefunden.

Wer profitiert von eurer Idee und warum?

Wir unterstützen all diejenigen Unternehmen, die im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) bereits tätig sind oder auch tätig sein wollen und unzureichende Datensätze haben. Die Traningsdatensätze bestimmen maßgeblich die Performance der KI-Anwendung! Mit unserer Expertise und unseren Tools möchten wir die Datenlücken der Unternehmen Use-Case spezifisch mit synthetischen Bilddaten schließen, sodass diese den größten technischen, aber auch wirtschaftlich Mehrwert von ihrer KI-Anwendung erreichen können.

Wie sieht euer Arbeitsalltag – gibt es überhaupt schon so etwas wie einen „Alltag“?

Unser Tag startet mit dem Daily Scrum. Der Scrum Prozess ist bei uns eine wichtige Methode, um unsere Ziele zu erreichen und die Konstante in unserem Alltag. Ansonsten existiert bei uns nicht der klassische Alltag. Kein Tag bei uns gleicht dem anderen. Jeden Tag stehen wir vor spannenden Herausforderungen. Unser Alltag lässt sich mit einer Achterbahnfahrt vergleichen mit vielen Höhen, Tiefen und Abwechslung. Trotzdem erreichen wir am Ende des Tages unser Ziel und haben dabei viel Spaß.

Weshalb habt ihr euch für einen Accelerator wie das CyberLab entschieden?

Ein Startup zu leiten heißt nicht nur fachlich der Beste zu sein, sondern auch alle anderen Themen wie Marketing, Recruiting, rechtliche Anforderungen etc. abzudecken. Das Cyberlab-Programm bietet hierfür aufgrund der breiten Expertise die ideale Unterstützung. Ein weiterer großer Vorteil des Cyberlab-Programms ist das große Netzwerk, sodass wir uns hier mit anderen Startups und Unternehmen vernetzen können, um von gesammelten Erfahrungen gegenseitig zu profitieren.

Welches Startup hat euch am meisten begeistert oder inspiriert?

Uns hat die Entwicklung des B2B Startups Celonis sehr begeistert. Sie haben es geschafft als deutsches Start Up zu einem „Unicorn“ zu werden und somit eine milliardenschwere Bewertung zu erhalten. Ein weiteres Startup was uns inspiriert ist Prenode. Wir kennen die Gründer von Prenode ganz gut und stehen hier im regen Erfahrungsaustausch. Sie sind für uns ein Sinnbild erfolgreicher Gründer.

Was ist der nächste große Schritt?

Wir bieten nicht nur die Dienstleistung, sondern auch Tools zur Lösung der Datenproblematik an. Im Moment befinden wir uns in der Validierungsphase. Unser Ziel ist es Proof-of-Concepts durchzuführen, um die gewonnen Erfahrungen für unser Tool zu nutzen. Unser Tool soll es ermöglichen, dass unsere Kunden die Generierung von synthetischen Bilddaten selbst durchführen können.

Über welche Stolpersteine musstet ihr während der Gründung steigen?

Es gibt Höhen und Tiefen in einem Startup-Leben. Wir finden man sollte sich von den Stolpersteinen nicht zu sehr verrückt machen lassen. Wichtig ist, dass das Team zusammenhält und Experten zur Seite stehen. Dann ist jeder noch so großer Stolperstein problemlos überwindbar.

Habt ihr einen Rat/Tipp an andere Gründer?

Wichtig ist, dass das Team zur gemeinsamen Vision gelangt. Anschließend braucht jeder einen inneren Kompass für die Entscheidungsfindung im Alltag. Dazu sind Leadership Principles unabdingbar. Unsere sechs Principles sind: (1) Focus on customer (2) Dive deep (3) Deliver results (4) Earn trust (5) Move fast (6) und Grow together. Die Principles für euer Team müsst ihr für euch selbst rausfinden.

Über Aimino Tech GmbH:
Wir sind die Aimino Tech GmbH aus Karlsruhe. Unser Team besteht aus 7 Vollzeitäquivalenten. Wir sind auf die Bereitstellung von synthetischen Bilddaten für KI-Systeme spezialisiert. Wir bieten dies nicht nur als Dienstleitung an, sondern entwickeln auch Tools zur eigenständigen Datengenerierung. Auch stehen wir unseren Kunden bei der Transformation zur künstlichen Itelligenz beratend zur Seite.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.
Fabienne Garke ist seit Juni 2021 in der Marketingabteilung des CyberForum als Werkstudentin aktiv. Sie studiert derzeit "Kommunikations- und Medienmanagement" an der Hochschule Karlsruhe und konnte schon vor dem Studium ihre ersten Erfahrungen im Marketing sammeln.