Im GründerView stellen wir in regelmäßigen Abständen spannende Startups vor. Das Team von Melody Scanner hat eine Lösung um Songs automatisiert in Notenblätter umzuwandeln entwickelt. Im GründerView spricht Gründer Christian Saaler über seine Geschäftsidee, Karlsruhe als Gründerstandort und natürlich auch Musik.

Euer Startup in einem Tweet! (140 Zeichen inkl. Leerzeichen!)

Wir sind Sebastian, Tamar, Daniel und Christian und werden die Musikbranche revolutionieren! #MelodyScanner #Zukunftsmusiker

Wie und wo kam dir deine Geschäftsidee?

Den Anstoß zu der Idee für Melody Scanner gab ursprünglich Sebastians Schwester. Sie hatte eine Playback-Melodie auf ihrem Keyboard eingespeichert, zu der sie die Noten wissen wollte. Um ihr weiterhelfen zu können, hat sich Sebastian mit einer Oszilloskop-App die Frequenzen der Töne herausgeschrieben und konnte so auf die Tonhöhe schließen. Da die Frage „Woher bekomme ich die Noten zu einem bestimmten Lied?“ unter Musikern im Allgemeinen sehr verbreitet ist, kam die Idee auf diesen Prozess zu automatisieren. Das war vor ungefähr drei Jahren die Geburtsstunde von Melody Scanner. Nach einer langen Entwicklungsphase, mehreren Pivots und diversen (teils sehr rudimentären) Prototypen stehen wir nun hier.

Welche App darf (außer Melody Scanner ;) ) auf keinem Smartphone fehlen?

Da Musik das ist, was mich durch den Tag bringt, würde ich sagen: ein guter Musikplayer darf nicht fehlen! Sei es Spotify, Amazon Music oder einfach der integrierte.

Woher bekommt der Melody Scanner die Songs und Noten?

Die Songs importiert der Benutzer selbst, die Noten generieren wir daraus – vollautomatisch. Alles was man dazu braucht ist ein Account, den man sich mit wenigen Mausklicks erstellen kann. Dann kann es auch schon losgehen: Entweder man lädt eine Audiodatei hoch oder importiert ein Musikvideo von Youtube.

Der intelligente Melody Scanner Algorithmus analysiert dann die Melodie des Liedes und extrahiert die entsprechenden Noten. Diese werden dann für das jeweilige Instrument des Benutzers arrangiert, sodass dieser mit seinem neu kreierten Notenblatt direkt loslegen kann.

Ist das denn legal?

Aber klar! Naja gut, vielleicht auf den ersten Blick in der Tat nicht ganz so klar. Das, woran die meisten zuerst denken und was auch die größte Gefahr darstellt, ist das Urheberrecht. Dabei argumentieren wir zweierlei. Erstens verkaufen wir keine reinen Noten, sondern das Werkzeug, mit dem sich der Nutzer selbst seine Noten erzeugen kann. Wir automatisieren also lediglich einen Prozess der so bereits existiert (und auch kommerziell angeboten wird).

Dabei ist jedes Notenblatt streng genommen ein Unikat. Außerdem gibt es bestimmte Einschränkungen im Urheberrecht, die eine begrenzte Vervielfältigung für den privaten Gebrauch zulassen. Da wir die kommerzielle Nutzung vorerst ausschließen und jeder Benutzer seinen eigenen, privaten Account besitzt – also nicht auf das Material anderer Nutzer zugreifen kann – sind wir hier zusätzlich abgesichert. Unter dem Strich muss man allerdings sagen, dass die Rechtslage in unserem Fall nicht eindeutig ist, weshalb wir unser Geschäftsmodell aktuell mit einem fachkundigen Anwalt abstimmen. Natürlich haben wir mehrere Optionen – daher wird es hieran nicht scheitern!

Für welche Musikinstrumente kann ich mir Noten auslesen lassen?

Vorerst unterstützen wir Arrangements für Klavier und Gitarre, da hier die Nachfrage mit Abstand am größten ist. Mittelfristig wollen wir aber vor allem auch Instrumente integrieren, für die es momentan sehr schwierig ist an aktuelle Noten zu kommen, weil die Nachfrage nicht groß genug ist. Deshalb muss sich aber niemand ausgeschlossen fühlen, denn es besteht immer die Möglichkeit sich eine einfache Melodiestimme (ohne spezielles Arrangement) zu generieren, die man über den integrierten Editor selbst für das eigene Instrument anpassen kann.

Wer aus eurem Team spielt sonst noch ein Instrument?

Ehrlich gesagt beherrsche ich selbst als einziger kein Instrument. Ich war in der musikalischen Richtung immer eher technisch interessiert und habe mich vor allem mit der Synthetisierung von Klängen und mit dem Abmischen von Songs beschäftigt. Dabei habe ich allerdings eine Menge über Musiker als Konsumenten und den entsprechenden Markt für Software gelernt. Sebastian, Tamar und Daniel sind die wirklich passionierten Musiker und ergänzen sich in ihren Kompetenzen, sodass wir auf geballtes musiktheoretisches Wissen zugreifen können.

Was ist deine Empfehlung für die Mittagspause?

Sich eine kurze Auszeit nehmen, mit den Kollegen zusammen essen und über Alltägliches quatschen. Das stärkt den Zusammenhalt und man kann sich danach in alter frische wieder auf die anstehenden Aufgaben stürzen.

Karlsruhe ist für Gründer?

…ein idealer Ort um die ersten Schritte zu machen und die eigene Idee ins Rollen zu bringen. Karlsruhe bietet mit der KIT Gründerschmiede, der PionierGarage und – natürlich allen voran – dem CyberForum tolle Anlaufstellen für Gründungsinteressierte. Durch die damit verbundenen Beratungsangebote und Workshops können die ersten Hürden einfach gemeistert werden. Dazu hat Karlsruhe eine sehr offene und florierende Gründerszene, die den schnellen Aufbau eines weitreichenden Netzwerkes ermöglicht.

In deiner Playlist läuft gerade … rauf und runter.

Turning (Flume Remix) von Collarbones

Über Melody Scanner

Melody Scanner entwickelt mit der gleichnamigen Anwendung eine Lösung um Songs automatisiert in Notenblätter umzuwandeln. Nutzer können sich somit die Noten zu jedem beliebigen Musikstück generieren und für ihr Instrument anpassen lassen. Das Ziel dahinter ist es, den Zugang zu Musik zu vereinfachen und so mehr Menschen für das Musizieren zu begeistern.
www.melodyscanner.de/

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