Im GründerView stellen wir in regelmäßigen Abständen die StartUps aus Baden-Württemberg vor. Die Share Economy beschäftigt uns in vielen Bereichen unseres Lebens. Das Prinzip „Nutzen statt Besitzen“ umzusetzen ist aber nicht immer ganz leicht. Das wollen die Gründer David und Sammy von thangs mit ihrer App ändern. Dafür haben Sie schon den ShareBW-Preis gewonnen. Im GründerView erzählen sie uns die Vorteile der Share Economy und wie es mit dem Startup weitergeht.

techtag: Euer StartUp in einem Tweet!

David und Sammy: Du brauchst etwas, willst es aber nicht kaufen? Starte mit @thangsapp deine persönliche Konsumrevolution. Ausleihen, kostenlos, schnell!

Wer oder was inspirieren euch?

Simon Sinek mit seiner „Start with Why“-Philosophie und Justin Jackson, ein wahrer „Macher“!

Welche App darf auf keinem Smartphone fehlen?

thangs natürlich ;)

thangs dreht das Airbnb-Prinzip rum: Der Suchende stellt an seine Freunde gezielt eine Anfrage. Wer den gesuchten Gegenstand von ihnen besitzt, kann mit einem einfachen Ja oder Nein dem Suchenden antworten. Wie und wo kam euch eure Geschäftsidee?

Die Idee entwickelten wir während unserer Bachelorarbeit in der auch die gesamte App entstand. Bei einer Wohnung, einem einzelnen großen Gegenstand ist es sinnvoll ein Inserat zu erstellen, wie Airbnb das macht. Bei den unzähligen kleinen Alltagsgegenstände hingegen, ist es viel zu mühsam alle zu inserieren. Außerdem besteht die Gefahr, das Dinge einfach vergessen werden, da man als Verleiher davon ausgeht, dass diese sowieso niemand leihen möchte. Warum also nicht den Spieß umdrehen.

Das Phänomen Share Economy ist in aller Munde. Das Prinzip „Nutzen statt Besitzen“ verändert ganze Wirtschaftsstrukturen und macht Platz für neue Geschäftsideen. Wie wird sich deiner Meinung nach die Share Economy in den kommenden Jahren verändern? Trend oder Zukunft?

Es wird immer Personen geben die diese Form des Konsums nicht anspricht. Aber die Akzeptanz wird zunehmend größer, was sich an den steigenden Zahlen von z.B. Car-Sharing zeigt.

Auch das Internet trägt zum Umdenken bei, gerade wenn es um z.B. Musik- oder Videostreaming geht. Die wenigsten haben noch physische Musik- oder Filmesammlungen. Wie es sich bei anderen physischen Gegenständen verhalten wird, zeigt die Zukunft.

Wir sehen ihr optimistisch entgegen. Wir glauben desto mehr Menschen die Vorteile des Teilens erfahren, desto mehr profitieren alle davon, auf sozialem und ökologischem Wege. Wir glauben nicht das die Share Economy traditionelle Wirtschaftszweige ersetzen wird, sondern viel mehr neben diesen koexistiert – eine echte Alternative zum Konsumwahnsinn.

Worin besteht das Erfolgsrezept der Share Economy? Ist es der technologische Faktor, wie z.B. der einfache Zugang über das Smartphone zu Sharing Plattformen oder ist es der soziale Faktor der Generation Y, die eine andere Art von Besitzverständnis hat und auf Nachhaltigkeit achtet?

Es ist unserer Meinung nach die Kombination aus diesen Faktoren. Neue technologische Entwicklungen, wie die ständige Verfügbarkeit des Zugangs zum Internet, ermöglichen es uns, uns untereinander zu vernetzen. Wir sind für unser soziales Umfeld so erreichbar wie noch nie und es ist auch so groß wie noch nie zuvor.

Dazu kommt das steigende Umweltbewusstsein. Immer mehr junge Menschen realisieren, was wir unserem Planeten die letzten Jahrzehnte angetan haben. Sie haben heute die Chance sich zu informieren, durch die technologische Entwicklung zu vernetzen, zu organisieren und zusammen zu agieren. Sie können entscheiden wie sie konsumieren und aus unendlich vielen Lebensstilen wählen, dabei spüren sie ihre Verantwortung für die Zukunft.

Dadurch entsteht ein Umdenken, ein Wertewandel in der Genertation Y. Sie heißt nicht ohne Grund „Y“, was vom englischen „Why“, also dem „Wieso“ kommt. Das „Why“ weißt auf ihr charakteristisches Hinterfragen der Ist-Zustände hin. So stellt sich die Generation Y heute z.B. immer mehr die Frage, brauch ich noch, in Zeiten von Staus und Smog, ein eigenes Auto? Was einst gerade bei der jungen Generation unserer Eltern noch ein Statussymbol war, ist heute in urbanen Gegenden gänzlich unbrauchbar und gilt als wenig zeitgemäß.

Das Teilen von Erlebnissen und ein lebhaftes soziales Umfeld sind in urbanen Zentren erstrebenswerter geworden, als das Besitzen eines eigenen Autos. Das Auto ist dabei nur ein Beispiel, bei dem sich diese Entwicklung abzeichnet.

Diese verschiedenen Faktoren in Kombination mit weiteren bewirken den Wandel hin zu einer Share Economy, die davon lebt, dass sich Menschen auf Soziale- und Ökologische Werte zurückberufen. Diesmal nicht aus einem Mangel, wie bei unseren Großeltern, sondern aus einer Übersättigung an Möglichkeiten und der Konfrontation mit der Zukunft. Mit der Share Economy haben sie die Wahl, die Wahl ein Spiel auf Zeit zu spielen oder dagegen zu steuern.

Die Share Economy ist definitiv einer der Wege, das Ruder bewusst in die Hand zu nehmen und „Nein“ zu eingesessen Verhaltensweisen und Strukturen zu sagen. Eine Erfolgsgeschichte die vom Nein zum unkontrollierten unbewussten Massenkonsum kommt.

Was ist deine Empfehlung für die Mittagspause?

Spare-Ribs mit Potatoe Chips von Hakim’s Imbiss- und Steakhaus Heidelberg

Karlsruhe ist für Gründer…

… eine tolle Umgebung, da es viele Veranstaltungen, Einrichtungen und engagierte Leute gibt, die einen bei den ersten Schritten in der Gründerwelt unterstützen können und wollen.

Ihr habt den ShareBW Preis letztes Jahr gewonnen. Was sind eure nächsten Schritte?

Nach der Fertigstellung der ersten Version der App vor ein paar Wochen, für beide Betriebssysteme Android und iOS, ist unser Hauptmission so vielen Menschen wie möglich die Vorteile von „Nutzen statt Besitzen“ aufzuzeigen. Mittels unserer App thangs möchten wir ihnen zeigen, wie einfach es sein kann, Dinge bei Bedarf zu leihen und nicht zu besitzen.

Damit ist die Arbeit aber nicht getan, die Nutzer haben Wünsche und Anmerkungen zu unserem Konzept. Bei ihrem Feedback hören wir natürlich genau hin und lassen es in die weitere Entwicklung einfließen, denn nur zusammen können wir das perfekte Tool für die Konsumrevolution im Bereich Gebrauchsgegenstände der Share Economy entwickeln.

Dein Rat für jeden Gründer?

Zieht das durch woran ihr glaubt, habt Spaß dabei, steckt euer Herzblut in eure Idee, gebt nicht direkt auf, wenn etwas mal nicht funktioniert und wenn dann noch die Portion Glück dazu kommt zahlt sich der ganze Kraftakt aus, dann startet ihr richtig durch.

Android oder iOS?

David: Android; Sammy: iOS

In deiner Playlist läuft gerade … rauf und runter.

David: Curse von Wodensthrone;
Sammy: Let’s Dance To Joy Division – The Wombats

Über thangs

thangs entstand aus der Bachelorarbeit an der Hochschule fü̈r Gestaltung Schwäbisch Gmünd im Studiengang Kommunikationsdesign. Im Januar 2016 konnten Sammy und David eine GmbH gründen und unser Team auf sieben Personen vergrößern. Momentan besteht thangs aus drei Designern und vier Entwicklern. Ende Mai kamen die ersten Versionen für iOS und Android in die AppStores.
www.thangsapp.com

Dein StartUp im GründerView? Mail an akbaba(at)techtag.de