Im GründerView stellen wir regelmäßig spannende StartUps und ihre Ideen vor. Viele von uns träumen davon, noch eine weitere Sprache zu lernen, aber der innere Schweinehund ist mächtig und selbst wer sich regelmäßig zum Vokabeln pauken motivieren kann, vermisst oft den Praxisbezug und die Interaktion beim Lernen. Das Team von XPLingo – selbst mehrsprachig unterwegs – will das getreu dem Motto „Play your language“ ändern. Mitgründer Ingo Ehrle im Interview.

Euer StartUp in einem Tweet!

@xplingo versetzt Dich beim #OnlineSprachenlernen in ein anderes Land&erzeugt Momente, wie Du sie sonst nur vor Ort erlebst #playyourlanguage

Wer oder was inspirieren dich?

Geschichten von erfolgreichen Startups sind natürlich immer eine große Inspiration. Auf der anderen Seite ist es auch sehr interessant, Erfahrungen aus gescheiterten Gründungen zu hören. Eine tolle Plattform, die sich mittlerweile schon in vielen Ländern etabliert hat, ist die sogenannte „FuckUp Night“. Hier berichten Gründer von ihren Fehlern. Am meisten inspiriert mich dabei die Energie dieser Gründer, wenn sie gewappnet mit dem Wissen aus der Vergangenheit ihr nächstes Projekt angehen.

Ihr seid bei XPLingo ein internationales Team. Ihr entwickelt ein Programm zum Sprachenlernen, also für bessere Kommunikation – wie stellt ihr sicher, dass es bei euch keine Fehlkommunikation gibt?

Das ist in der Tat nicht immer einfach, da unsere Team-Mitglieder nicht nur verschiedene Sprachen sprechen und aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, sondern auch geographisch nicht immer am gleichen Ort sind. José und ich kannten uns bereits über eine gemeinsame Freundin, wodurch es von Anfang an eine gewisse Vertrauensbasis gab. Vertrauen ist ohnehin ein sehr wichtiger Faktor in unserem Startup und damit auch für die Kommunikation. Unternehmenssprache ist natürlich Englisch. Zudem sprechen wir sehr offen miteinander. Wichtige Entscheidungen werden bei uns nur im Team gefällt. Falls es dennoch einmal zu Meinungsverschiedenheiten oder sogar Auseinandersetzungen kommt, so sprechen wir möglichst direkt und zeitnah darüber. Es ist nie gut, wenn Dinge unausgesprochen zwischen uns stehen bleiben. Bisher konnten wir unser gutes Kommunikationsklima mit diesen Regeln gut aufrechterhalten.

Habt ihr vor, euer Konzept „Play Your Language!“ auch auf weitere Sprachen auszudehnen?

Absolut! Wir möchten so früh wie möglich weitere Sprachen und Geschichten aus anderen Zielländern anbieten. Als Startup mussten wir uns eben anfangs auf eine Sprache und ein Produkt konzentrieren. Spanisch war für uns am einfachsten: José und ich sprechen beide fließend Spanisch und haben darüber hinaus auch einen direkten Bezug zu Spanien, da wir beide mehrere Jahre in Barcelona gelebt haben.

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Das Team von XPLingo will Fremdsprachen spielerisch vermitteln. (Quelle: youtube)

Welche App darf auf keinem Smartphone fehlen?

Auch wenn mich Datenschützer jetzt eventuell komisch anschauen: Ich verwende jeden Tag WhatsApp, um mich schnell mit meinem Kollegen auszutauschen. Auch twittre ich gerne mal über mein Smartphone, oder nutze die Zeit in der U-Bahn, um mich auf der toll gestalteten Tagesschau-App zu informieren.

Was ist deine Empfehlung für die Mittagspause?

Ich brauche spätestens alle vier Stunden etwas Nahrhaftes zu essen :) –  deshalb gehört ein gesundes aber leichtes Essen mit auf den Plan für die Mittagspause. Danach beschäftige ich mich am liebsten noch 15-20 Minuten mit etwas, was überhaupt nichts mit meiner Arbeit zu tun hat. So schöpfe ich neue Kraft für den Nachmittag. Außerdem bin ich ein großer Verfechter von „Power-Naps“ – 10 Minuten reichen oft aus, um sich wie frisch geboren zu fühlen.

Zurzeit bereitet ihr euch auf eine Crowdfunding-Kampagne vor. Was erhofft ihr euch vom Funding und was wollt ihr mit dem dabei generierten Kapital umsetzen?

Crowdfunding ist ja immer eine Mischung aus Marketing-Kampagne und Funding. Mit dem eingesammelten Kapital möchten wir unser erstes Produkt „Las Tres Puertas“ zum Spanischlernen fertigstellen. Auf der Marketing-Seite erhoffen wir uns den Zugang zu einem größeren Publikum. Seien wir doch mal ehrlich: Irgendwann im Leben verspürt doch jeder den Wunsch, eine neue Sprache zu lernen – spätestens dann, wenn man von einem tollen Urlaub wieder nach Hause zurückkommt. Genau diese Menschen, die Sprachen aus Leidenschaft lernen, möchten wir für unsere Idee gewinnen.

Wie und wo kam dir deine Geschäftsidee?

Ehrlich gesagt kann ich den genauen Zeitpunkt und Ort gar nicht genau wiedergeben. Es war vielmehr eine Idee, welche immer weitergewachsen ist. Ich war in der Schule zwar gut, jedoch waren Sprachen dort nie meine Leidenschaft und notenmäßig eher im Mittelbereich angesiedelt. Als ich dann zum ersten Mal nach Spanien kam, hat sich das komplett geändert. Schnell wurde mir bewusst, wie wichtig die persönliche Erfahrung für die Motivation beim Sprachenlernen ist. Persönliche Erfahrungen haben wir jedoch nicht nur, wenn wir einen Moment im echten Leben durchleben, sondern auch, wenn wir uns zum Beispiel voll und ganz auf ein Rollenspiel einlassen. Gemeinsam mit José habe ich dann die Idee verfeinert: Interaktive Geschichten, die in dem Land spielen, dessen Sprache man lernen möchte und die einen als Hauptdarsteller der Geschichte ständig mit einbeziehen.

Habt ihr als Gründerteam schon einen normalen Büroalltag? Oder gibt es noch jeden Tag ein neues Erlebnis?

In den Wochen der Produktentwicklung sind wir streng nach unserer Planung vorgegangen, mit allem was dazu gehört, z.B. Milestones und Reviews. In dieser Zeit kann man schon von einem normalen Büroalltag sprechen. Momentan sind wir in der Phase, in der wir Kapital für unser Startup suchen. Hier ist wieder jeder Tag neu und abwechslungsreich. Das macht die Sache nicht unbedingt leichter, aber zumindest kann man sagen, dass man so einiges an Abenteuern erlebt.

Dein Rat für jeden Gründer?

„Execution is everthing“ – ein Satz, den wahrscheinlich jeder kennt. Weniger lesen, mehr machen. Weniger planen, und öfters mal den Telefonhörer in die Hand nehmen. Dabei aber nicht vergessen, welche langfristige Strategie man verfolgt. Ab und zu ist es auch ratsam, mal eine Pause einzulegen und ein Resumé zu ziehen.

In deiner Playlist läuft gerade … rauf und runter.

Am Ende noch eine Frage zu meinem Musikgeschmack? Na, dann bin ich mal ehrlich: Seit meiner letzten Südamerika-Reise bin ich ein großer Reggaeton-Fan. Musik ist für mich übrigens eine große Energiequelle, falls ich mal im Motivationsloch stecke.

 

Über XPLingo

XPLingo ist ein Startup für virtuelle Sprachabenteuer auf Tablets und Computern. In diesen wird der Nutzer selbst zum Hauptdarsteller in einer interaktiven Geschichte, welche in dem Land spielt, dessen Sprache man lernen möchte. Durch das Interagieren in der virtuellen Welt, das Aufnehmen und Verwenden von Objekten und in Dialogen mit anderen Charakteren lernt man eine Fremdspräche. Gleichzeitig deckt man eine spannende Abenteuergeschichte im Land auf.
www.xplingo.com
Dein StartUp im GründerView? Mail an svb(at)techtag.de

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