Im Gründerview stellen wir in regelmäßigen Abständen spannende Startups vor. Bilendo ist die erste SaaS-Plattform zur Zentralisierung, Optimierung und Automatisierung betrieblicher Kreditrisiko-Prozesse.

Im Interview verrät Gründer Florian Kappert mehr zur Gründungsgeschichte und Idee des Startups.

Euer Startup in einem Tweet!

Bilendo ist der nächste Evolutionsschritt in puncto Kreditmanagement-Software: Prozess-Flexibilität bei voller Automatisierung. Mit Bilendo sinkt die durchschnittliche Zeit für die Begleichung von Rechnungen, der Aufwand für das Erstellen und Freigeben von Mahnungen minimiert und die Kosten der internen Klärung zwischen Buchhaltung und Vertrieb reduzieren sich.

Wie habt ihr als Gründer zusammengefunden?

Unsere beruflichen Wege haben sich schon sehr früh gekreuzt. Jakob und ich haben uns schon mit 18 Jahren selbstständig gemacht und noch während unseres Studiums haben wir dann gemeinsam die Internetagentur Videri Concept gegründet.

Markus kannten wir zu dieser Zeit auch schon. Er war nach seinem Studium kurzzeitig angestellt, hat sich dann aber auch für die Selbstständigkeit und die Gründung eines Startups entschieden. Dort haben wir uns kennengelernt, weil unsere Agentur Markus’ Startup technisch betreut hat.

Wie ist die Idee zu Bilendo entstanden?

Unsere Internetagentur lief ziemlich schnell relativ gut und damit wurde auch die Buchhaltung immer komplexer, Zahlungseingänge unübersichtlicher und Kunden mussten häufiger an noch ausstehende Forderungen erinnert werden. Wir hatten keine Lust einen Großteil unserer Arbeitszeit mit Buchhaltung zu verbringen und suchten deshalb nach einer Software, die leicht zu bedienen und individuell auf die Kunden anpassbar ist – leider vergeblich.

Auf dem Markt gab es keine Lösung, die uns zufriedenstellte. Entweder war die Bedienung sehr kompliziert oder die Prozesse sehr starr. Die Idee für Bilendo war geboren: Wir wollten eine Software entwickeln, die Prozesse vereinfacht, effizienter macht und ganz individuell auf Kundenbedürfnisse angepasst werden kann. Jakob und ich entwickelten also die erste Software-Version, Markus kümmerte sich um die Prozesse im Hintergrund, wie die Finanzierung. Bereits nach zwei Monaten waren wir bereit und launchten die erste Version von Bilendo.

Auf welche Schwierigkeiten stoßen Unternehmen bisher bei ihrem Kreditmanagement?

Kleine Unternehmen haben in der Regel keine oder fast keine Mechanismen, um Kreditrisiken zu vermeiden. In der Praxis gilt: Jeder Umsatz ist guter Umsatz. Das Bewusstsein für Profitabilität und Working Capital entsteht erst mit steigender Unternehmensgröße. Trotzdem ist es nicht so, dass kleine Unternehmen keinem Risiko ausgesetzt sind. Die Tatsache, dass ein Unternehmen massiven Mehrumsatz generieren muss um ausgefallene Forderungen hinsichtlich der Profitabilität zu kompensieren, ist meistens nicht klar. Natürlich liegt das auf der Hand, aber in der Praxis schaut man hier lieber nicht so genau hin.

Größere Unternehmen haben dafür in der Regel Prozesse eingeführt, kämpfen aber mit der IT und der internen Abstimmung. Mahnungen werden selten verschickt, weil die Kunden groß und wichtig sind. Außerdem muss der Vertrieb mit eingebunden werden, weil der ggf. noch mehr Informationen zum Vorgang hat. All dies ist ziemlich aufwändig und kostet Zeit. Zeit, die sich auf die durchschnittlichen Zahlungsdauer von Forderungen auswirkt und damit das Working Capital belastet.

Wie können Kunden durch den Einsatz von Bilendo profitieren? Und welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es?

Deutsche Unternehmer warten im Durchschnitt ganze 43 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen. Das bedeutet, dass Unternehmen oft für einen längeren Zeitraum in Vorleistung gehen müssen. Das kann zu einem Dominoeffekt führen. Die eigenen Zahlungen an Lieferanten bleiben ausstehend, eventuell müssen Investitionen verschoben werden und im Ernstfall kann es sogar dazu kommen, dass die Löhne der Mitarbeiter später überwiesen werden.

Mit Bilendo können Unternehmen Finanzprozesse automatisieren und dadurch die Zahlungsmoral der Kunden nachweislich erhöhen. Das bedeutet ganz konkret: Unsere Software behält den Überblick über alle Buchungsvorgänge und prüft, bei Bedarf selbst, die Geschäftskonten, erinnert an ausstehende Zahlungen und verschickt Mahnungen, benachrichtigt den Vertrieb und fordert dort formelles Feedback zum Vorgang ein – auf Wunsch vollautomatisch. Das spart Zeit und Kosten. Die Bedienung der Software ist intuitiv und ohne Vorwissen möglich.

Über welche Stolpersteine musstet ihr während der Gründung steigen?

Unsere Idee war von Anfang an durchdacht, aber bei der Zielgruppe hatten wir einen kleinen Denkfehler. Wir sind nämlich von unserer eigenen Perspektive als Gründer ausgegangen. Aber schnell stellte sich heraus, dass kleine Unternehmen, Agenturen und Startups nicht unsere Hauptzielgruppe sind. Natürlich profitieren auch kleine Unternehmen von professionellem Kreditrisikomanagement, aber den Bedarf an einer effizienten und flexiblen Kreditmanagement-Lösung bei Mittelständlern und Konzernen hatten wir schlichtweg unterschätzt.

Bei großen Unternehmen fallen viel mehr Rechnungen und Mahnungen pro Monat an, die gemanagt werden müssen und das änderte natürlich auch die Anforderungen an unsere Finanzsoftware. Deshalb mussten wir unseren Kurs noch einmal überdenken und Bilendo fit machen für den Einsatz in Konzernen. Mit unseren Schnittstellen in die Konzern-ERPs und den passenden Lösungen für internes und externes Mahnwesen, sind wir bestens gewappnet für den Markt.

Wo siehst du euer Unternehmen in 5 Jahren?

Darüber machen wir uns heute noch keine Gedanken. Wir haben Bilendo erst vor 4 Jahren entwickelt und bisher viele Millionen Euro in die Entwicklung der Plattform investiert.

Wir arbeiten daran, dass Unternehmen, egal ob klein oder groß, eine bessere Lösung für ihre Probleme bekommen. Der Produktnutzen unserer Anwender steht für uns absolut im Vordergrund und die Vision ist ganz klar: Wir wollen der Status-quo der Branche werden.

Dein Rat für jeden Gründer

Niemals aus der Defensive agieren. Flexibel bleiben. Fehler erkennen und annehmen. Schnelle Entscheidungen treffen. Gewissenhaft und mit Augenmaß handeln, Risiken meiden, Chancen erkennen und dann voller Fokus.

Über Bilendo

Die Bilendo GmbH wurde im April 2015 von Markus Haggenmiller, Jakob Beyer und Florian Kappert mit Sitz in München gegründet. Die drei Gründer und Geschäftsführer vertreten von Beginn an das Unternehmen im operativen Geschäft. Bilendo ist die erste SaaS-Plattform zur Zentralisierung, Optimierung und Automatisierung betrieblicher Kreditrisiko-Prozesse. Der Service unter www.bilendo.de ist für alle Unternehmen sofort und ohne Eingriff in die bestehende IT-Infrastruktur nutzbar. Die Cloud-Software unterstützt Unternehmen bei der Optimierung und Steuerung im Risikomanagement, Forderungsmanagement, Debitorenmanagement und Inkasso-Management und vereint diese auf einer zentralen Plattform.

Der Dienst setzt auf den existierenden Order-to-Cash- Prozessen auf, importiert via Schnittstelle oder Belegerkennung alle erforderlichen Daten, gleicht eingehende Zahlungen der Geschäftskonten oder PSPs automatisch mit ausgehenden Rechnungen ab, verschickt Dokumente wie Rechnungen, Gutschriften, Korrekturen und Mahnungen per E-Mail sowie per Post und informiert mit nützlichen Reports über den Stand der Dinge. Auf Wunsch geschieht das alles vollautomatisch.

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