Jedes ambitionierte Startup braucht ausreichend finanzielle Mittel, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Nach einer üblichen Unterscheidung stehen einem Startup zwei Möglichkeiten der Finanzierung zur Verfügung. Zum einen wird von der Innenfinanzierung gesprochen, sofern die Finanzierung aus unternehmensinternen Kapitalquellen erfolgt und zum anderen werden Startups durch externe Kapitalgeber im Rahmen der Außenfinanzierung unterstützt.

Im ersten Artikel „Ein Startup finanzieren – Teil 1: Innenfinanzierung“ wurden bereits Varianten der Innenfinanzierung vorgestellt. Wenn ein Startup den eigenen Kapitalbedarf nicht mehr durch die Innenfinanzierung decken kann, sollten sich die Gründer mit den Möglichkeiten der Außenfinanzierung befassen. Zu den bekanntesten Finanzierungsformen der Außenfinanzierung zählen die Beteiligungsfinanzierung sowie die Kreditfinanzierung. Diese Möglichkeiten für Startups frisches Kapital zu erwerben werden in den folgenden Abschnitten thematisiert.

Die Beteiligungsfinanzierung umfasst das Venture Capital und öffentliche Fördermittel als formelles Beteiligungskapital, sowie Business Angel Investments und Crowdfunding als informelles Beteiligungskapital. Dabei liegt die Unterscheidung im Wesentlichen darin, dass formelles Beteiligungskapital institutionell investiert wird, wohingegen informelles Beteiligungskapital von Privatpersonen bereitgestellt wird.

Venture Capital

Als Risikokapital werden finanzielle Mittel bezeichnet, die Startups in einer frühen Phase der Unternehmensentwicklung und unter Berücksichtigung eines gewissen Verlustrisikos für den Kapitalgeber erhalten. Venture Capital ist durch spezialisierte Venture Capital Unternehmen sowie durch unternehmenseigene Venture Capital Abteilungen von etablierten Unternehmen erhältlich. Im letzteren Fall wird auch von Corporate Venture Capital gesprochen.

Öffentliche Fördermittel

Es gibt zahlreiche öffentliche Fördermöglichkeiten für Startups. Oft ist es erforderlich, die verschiedenen Angebote in Bezug auf die gebotene Leistung, aber auch in Hinblick auf etwaige Bedingungen für den Kapitalerhalt zu prüfen. Startups können mehrere unterschiedliche Förderprogramme zeitgleich beantragen, müssen jedoch stets die erforderlichen Meilensteine im Blick behalten. In Bezug auf die Rückzahlungsmodalitäten unterscheiden sich die Angebote. Einen ersten Überblick über die vorhandenen Alternativen bietet die Förderdatenbank unter www.foerderdatenbank.de.

Business Angel Investments

Ein Business Angel unterstützt Startups vor allem mit Know-How, Branchenkenntnis aber auch mit dem eigenen Netzwerk. Zu einem sehr frühen Zeitpunkt investiert ein Business Angel zudem das eigene Kapital in das Startup und erhält im Gegenzug Unternehmensanteile. Der Business Angel profitiert von seiner Investition, sofern das Startup erfolgreich ist. Ähnlich wie Business Angels gehen auch die sogenannten Family Offices vor.

Crowdfunding

Hinter dem Begriff Crowdfunding verbirgt sich das Konzept, dass finanzielle Mittel über Internetplattformen durch die Unterstützung vieler Beteiligter gesammelt werden. Vor allem im B2C Unternehmenskontext spielt Crowdfunding eine wichtige Rolle, da auf diesem Weg vielversprechende Startups das Produktpotenzial validieren können und gleichzeitig finanziert werden.

Neben der Beteiligungsfinanzierung stellt auch die Kreditfinanzierung eine Möglichkeit dar, das eigene Startup zu finanzieren. Dabei können sowohl Bankkredite als auch Förderkredite in Betracht gezogen werden. Inwiefern sich diese beiden Alternativen der Kreditfinanzierung unterscheiden wird in den folgenden Abschnitten geklärt.

Bankkredite

Sofern ein Startup einen aussichtsreichen Businessplan vorlegen kann, sollte diese Möglichkeit der Finanzierung in der Finanzplanung Berücksichtigung finden. Zu beachten ist jedoch, dass Banken in der Regel signifikante Fortschritte des jungen Unternehmens erwarten. Somit ist diese Finanzierungsvariante fast ausschließlich für Startups geeignet, die bereits einige Jahre erfolgreich sind.

Förderkredite

Bei Förderkrediten für Existenzgründer handelt es sich um Kredite mit vergünstigten Konditionen, die im Rahmen einer Existenzgründung aufgenommen werden können. Diese Kredite müssen oft nach dem Ablauf der Laufzeit zurückgezahlt werden, jedoch existieren auch Möglichkeiten der Kostenübernahme für bestimmte unternehmerische Dienstleistungen, wie z.B. Beratungen.

Fazit:

In Bezug auf die Finanzplanung empfiehlt sich eine unabhängige Beratung. Im Allgemeinen bietet die Außenfinanzierung großes Potenzial für Startups, insbesondere da viele Angebote sich explizit an Existenzgründer richten. Jedoch sollten die Konditionen der einzelnen Alternativen stets geprüft und verglichen werden.

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Justus Langer
Justus Langer ist seit Mai 2019 im CyberForum beschäftigt und unterstützt das CyberLab Team bei Aufgaben in den Bereichen Startup-Scouting, Eventangebote und Investoren-Matching. Dabei sucht er nach passenden Kandidaten für verschiedene Matching-Events, analysiert Initiativbewerbungen und begleitet den gesamten Prozess bis zum eigentlichen Event.