Die Bereitstellung einer Open API bietet Tech-Startups viele Chancen, um die Zusammenarbeit mit Anwender-Unternehmen erfolgreich zu gestalten. Der Anschluss an andere Systeme, beispielsweise zur Verknüpfung mit deren Kundendaten, ist für Tech-Startups eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt. Es stellt sich für sie die Frage, wie ihre eigene Lösung oder ihr eigenes Tool reibungslos und ohne größere Aufwände an andere Systeme angeschlossen werden können?  Eine Open API schafft Abhilfe und stellt den Kund*innen bzw. Geschäftspartner*innen eine unter der Open-Source-Lizenz stehende Schnittstelle zur Verfügung. Dadurch entstehen keine Lizenzierungsprobleme und die gemeinsame Arbeit kann zügig aufgenommen werden.

Eine schnelle Klärung rechtlicher und praktischer Fragen ist vor allem dann empfehlenswert, wenn das vom Startup entwickelte Angebot in hohem Umfang Daten der Kund*innen benötigt, zum Beispiel für das Training von Algorithmen einer KI-Anwendung. Eine Open-Source-Lizenz erleichtert die Zusammenarbeit, gerade durch die zumeist sauber dokumentierten Schnittstellen.

Die richtige Wahl zwischen Business API und technischer API für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Sollte ein Startup mit seinen Kund*innen über eine Open API zusammenarbeiten wollen, ist es angebracht, zunächst zu klären, ob sie eine technische oder eine Business-Schnittstelle bereitstellen wollen. Eine technische Schnittstelle beschränkt sich ausschließlich auf technische Belange und benötigt weitere Arbeitsschritte, bis das Kundensystem und das System des Startups zusammengeführt sind und problemlos funktionieren.

Eine Business API hingegen ist zumeist weitaus umfangreicher. So können schon von Beginn der Zusammenarbeit zwischen Startups und Unternehmen an Mitarbeiter*innen ohne tiefgreifende technische Kenntnisse die Startup-Lösung für ihre Zwecke einsetzen, wie zum Beispiel eine KI-Anwendung zur Unterstützung des Vertriebs oder eine SaaS-Lösung zur Digitalisierung des Vertriebs.

Eine sorgfältige Dokumentation ist Pflicht

Darüber hinaus müssen sämtliche Schritte zur Anbindung, zu Prozessen und zur Nutzung von Daten klar kommuniziert und dokumentiert werden. Dies fördert auf Seiten der Anwender-Unternehmen das Verständnis für die vorliegende Lösung. Eine saubere Dokumentation zeigt, wo alle wichtigen Informationen über die Schnittstelle hinterlegt sind. Hier bietet sich vor allem ein Repository auf GitHub an.

Zur Dokumentation zählt jedoch nicht nur ein sauber angelegtes GitHub Repository. Die Kommunikation, wie die Schnittstelle funktioniert und wie sie Kund*innen mit ihrem System verbinden, ist ebenfalls von Belang für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die eigene Website ist ein guter Ort für ein ausführliches Wiki oder How-to zur Open API. Dort lässt sich genauestens beschreiben, welche Schritte Anwender-Unternehmen in ihrem System durchführen müssen, damit die Verbindung zwischen betriebseigenem System und Startup-Lösung zustande kommen kann.

Transparenz als der Schlüssel für erfolgreiche Kundenbeziehungen

Ein weiterer Nebeneffekt der Nutzung einer Open-API ist die Stärkung der Kundenbeziehung zu den Anwender-Unternehmen. Eine offene Schnittstelle sorgt für Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Kundinnen sehen umgehend, wie ihr System mit der Anwendung des Startups interagiert. Ein klares Plus gegenüber konkurrierenden Startups, die keine offenen Schnittstellen für ihre Lösung bereitstellen. Die Transparenz einer Open API schafft Vertrauen, besonders bei hohen Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. Unternehmen können jederzeit sehen, wie die Anwendung ihre Daten und Informationen verarbeitet.

Nicht nur aufgrund von Bestimmungen und Gesetzen, wie der DSGVO, müssen Unternehmen aller Branchen heutzutage selbst hohe Anforderungen an Datenschutz und -sicherheit erfüllen. Bei der Suche nach einer passenden Software-Lösung sind Startups mit einer Open API deshalb im Vorteil. Die Frage, ob eine Anwendung nach gängigen Maßstäben datenschutz- und sicherheitskonform ist, lässt sich durch einen Blick entsprechend geschulter Mitarbeiter*innen auf das Repository beantworten.

Gerade für KI-Startups, deren Kund:innen aus eher konservativen Branchen stammen, kann der Zugewinn an Transparenz und Vertrauen ein großer Vorteil sein – stehen doch konservative Unternehmen gerade künstlicher Intelligenz oftmals noch relativ kritisch gegenüber, gerade, wenn sie die Funktionsweise einer Lösung nicht voll durchdringen können. Somit können offene Schnittstellen den Weg für den erfolgreichen Einsatz neuer Technologien ebnen.

 

 

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Christophe Bourguignat ist Chief Executive Officer und Co-Founder von Zelros. Er gründete das Unternehmen 2016 in Paris zusammen mit Fabien Vauchelles und Damien Philippon mit der Vision, ein auf die Versicherungsbranche spezialisiertes Software-Unternehmen aufzubauen. Sein Ziel ist es, die Digitalisierung in Versicherungsunternehmen voranzutreiben, deren Vertrieb sowie die Customer Journey zu optimieren. Christophe gründete zudem FrenchData im Jahr 2016, einen einflussreichen Think Tank zur Förderung der französischen Datenszene. Zuvor war er unter anderem bei der Versicherungsgruppe AXA als Big Data Lead tätig. Er besitzt eine rund 20-jährige Expertise im IT-Bereich, mit besonderem Fokus auf künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen, Cyber Security und Big-Data-Technologien. Christophe verfügt zudem über einen Master of Science in Ingenieurwissenschaften von der französischen Ingenieurschule CentraleSupelec.