Mit dem CODE_n new.New Festival initiiert die GFT Technologies SE vom 20. bis 22. September ein Innovationsfestival im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). Ein zentraler Teil der Veranstaltung ist der globale CODE_n CONTEST. Wir stellen die Finalisten aus Baden-Württemberg vor.  Heute im Interview Nils Petersen, Gründer von ioxp.

techtag: Euer Business-Modell in 140 Zeichen?
Petersen: IT-Lösungen für Augmented-Reality-Dokumentationen bestehend aus Hardware, Software und optionaler Beratung und Software-Customizing.

Wofür steht „IOXP“?
Input und Ouput of Experience. Unsere Produkte drehen sich um den Wissenstransfer von Prozesswissen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Augmented Reality.

Auf dem Feld der Augmented Reality gibt es viele Firmen, die Produkte für Endkunden entwickeln, ihr aber habt einen Schwerpunkt auf der industrielle Anwendung. Was ist euer Hauptprodukt?
Wir haben zwei Produkte, wovon zuerst die ioStation als Hauptprodukt zu nennen ist. Die ioStation ergänzt den industriellen Arbeitsplatz um Möglichkeiten der Augmented Reality. Der Werker erhält Schritt für Schritt Informationen und wird vor Problemen und Ausführungsfehlern gewarnt.
Unser zweites Produkt ist der ioxp Companion. Das ist eine Aufnahme- und Darstellungssoftware, die für die mobile Nutzung (Datenbrillen, Smartphones) optimiert ist.

Industrie 4.0 ist eines der meistdiskutierten Schlagworte dieser Zeit, aber wenn man mit großen Firmen spricht, kann das oft noch nicht mit Leben gefüllt werden. Wie könnt ihr auf dem Weg zur Fabrik der Zukunft helfen?
Wir versuchen den Werker mitzunehmen, indem wir ihn möglichst einfach mit Informationen versorgen. Smarte Maschinen können direkt mit Datenbrillen oder Smartphones kommunizieren, um den Menschen zu informieren. Die Schritt für Schritt-Inhalte unserer Systeme können zum Beispiel direkt in der Maschine gespeichert sein und dort abgerufen werden. Damit erweitert sich das klassische Industrie-4.0-Feld der smarten machine to machine-Kommunikation um den machine to human-Faktor mittels Augmented Reality.

Die Technologie von ioxp im Einsatz in der Werkhalle.
Die Technologie von ioxp im Einsatz in der Werkhalle.

Aber euer Ansatz lässt sich auch im Alltag nutzen?
In nahezu allen Fällen ja. Wir haben schon viele Dinge, die sich außerhalb der Werkshallen abspielen mit dem System erfasst und als Augmented-Reality-Anleitung genutzt. Der Leidensdruck in der Industrie ist besonders hoch, und sie ist daher als Einstiegsmarkt für ein junges Unternehmen dankbarer – aber eine Ausweitung auf weitere Bereiche ist durchaus denkbar.

Was hat dich zur Gründung inspiriert?
Ich habe in meiner Dissertation und in mehrjähriger Forschungsarbeit am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz den Wissenstransfer mit Hilfe von Augmented Reality untersucht. Der Bedarf in der Industrie war erkennbar und wurde uns durch viele Gespräche mit Industrievertretern und durch Machbarkeitsstudien mit der Industrie bestätigt. Da lag eine Ausgründung zur Technologieverwertung nahe.

Ihr sitzt in Mannheim und Kaiserslautern. Wie ist das da für Gründer?
Der Standort Kaiserslautern hat für uns besondere Bedeutung, da wir dort den guten Kontakt zur Universität und zum DFKI halten können. Mannheim bietet uns besonders gute Möglichkeiten durch eine gute verkehrstechnische Anbindung und die zentrale Lage sowie gute Wachstumsmöglichkeiten für das Unternehmen. Beide Städte bieten für Gründer sehr gute Bedingungen.

Ihr sucht Entwickler. Was für ein Profil muss man haben, um für euch arbeiten zu können?
Wir suchen motivierte Problemlöser. Als Startup bieten wir vor allem die Möglichkeit, dass sich ein Programmierer auch stark in seine gewünschte Richtung entwickeln und seine Stärken voll zur Geltung bringen kann. Daher sind Motivation und Initiative die wichtigsten Eigenschaften. Vom technologischen Background her suchen wir vor allem Menschen mit Erfahrung im Bereich der Computer-Vision- und C++-Programmierung sowie im Bereich Webtechnologien.

Was ist das größte Problem, das ihr in den nächsten zwölf Monaten lösen müsst?
Wachstum! Die Technologie ist gerade stark nachgefragt. Wir müssen es schaffen, in den nächsten zwölf Monaten vor allem personell zu wachsen, damit wir den Markt bedienen und gleichzeitig unseren technologischen Vorsprung halten können.

Zum Abschluss: Was ist dein Rat für andere Gründer?
Macht es. (Fast) egal, was es ist. Sobald ihr eine gute Idee habt, die ein Problem löst: Macht es!

Vielen Dank für das Gespräch.

Steckbrief:

Name: ioxp GmbH
Geschäftsfeld: Augmented-Reality-Dokumentationen
Standort: Mannheim und Kaiserslautern
Mitarbeiter: 7
Gründer: 4
Funding-Status: bootstrapped

Die Technologie von ioxp und ihr Einsatz bei der Firma Bosch war bereits einmal in den Tagesthemen Thema, der Beitrag findet sich auf Youtube.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.