Social Media ist in der heutigen Netzkultur allgegenwärtig. Facebook, Twitter, Xing oder GooglePlus gehören mittlerweile zum Alltag. Zumindest im privaten Bereich ist das Netzwerkeln nicht mehr von der Hand zu weisen. Für mittelständische Unternehmen gehören diese Netzwerke aber weiterhin noch zum digitalen Neuland – in Deutschland geht es aber voran. Ein paar Tipps.

Mit 47 Prozent setzt fast die Hälfte aller kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit bis zu 500 Mitarbeitern in Deutschland soziale Medien im Internet ein. Damit liegt die Nutzung sozialer Medien von KMU nahezu auf dem gleichen Niveau von großen Unternehmen (46 Prozent) mit mehr als 500 Mitarbeitern. Das berichtet der Hightech-Verband Bitkom. Grundlage der Angaben ist eine Sonderauswertung der hauseigenen Studie (2012) „Social Media in deutschen Unternehmen„, bei der 723 „repräsentativ“ ausgewählte Unternehmen aller Branchen befragt wurden. Weltweit nutzen alleine Facebook eine Milliarde Menschen. Ganz klar: heute wird auch dienstlich gepostet, geshared und geliked.

Doch der Schein trügt, noch. Viele Unternehmen nutzen die Netzwerke völlig unterschiedlich; zum Teil sogar lieblos und nicht wirklich nachhaltig. Das Problem: Der Mittelstand verschläft derzeit die Chance, mit Kunden auch digital und in Echtzeit in Kontakt zu treten. Beispielsweise Xing. Mittlerweile wird das Netzwerk von vielen jungen Managern bereits gehasst und reihenweise gekündigt. Schuld sind die Weltverbesserer, die sinnlose Kontaktanfragen versenden.

Engagement auf Facebook und Xing kann sich auszahlen

Dabei sind Xing, LinkedIn und Facebook seit Jahren zu Adressbüchern mutiert. Via Apps und Messenger sind Kontakte sofort und direkt ansprechbar – die Dialogkette nachvollziehbar. Xing und LinkedIn erlauben sogar das importieren von bereits vorhandenen Adressbüchern. Datenschutz-technisch ist das natürlich mehr als fraglich. Dennoch, mit ein wenig Know-how kann sich das Engagement bei den professionellen sozialen Netzen bezahlt machen.

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Facebook beispielsweise ist mehr als nur ein Netzwerk für Kids. Doch mit dem Einrichten einer Seite ist es nicht getan. Ein Einsteigen beim weltweit größten Netzwerk sollte langfristig geplant werden, inklusive der Kostenaufstellung. Bei über 20 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland könnte sich ein Einstieg sogar lohnen. Derzeit ist die professionelle Nutzung in Deutschland aber noch recht staubbehaftet, zumindest wenn der Mittelstand ins Spiel gebracht wird. Das liegt vor allem daran, dass beispielsweise ein Druckpumpen-Hersteller nicht unbedingt als interessantes Unternehmen für die Masse gilt. Für den Mittelstand ist Facebook und Co. wahrscheinlich auch nicht wirklich greifbar. Schon 2011 erkannte das Problem ein Autor des Handelsblatts. „Für viele Unternehmen ist die Nutzung sozialer Netzwerke nur Kür, nicht etwa Pflicht“, heißt es dort. Laut der Bitkom-Umfrage sind daher auch 38 Prozent aller befragten Unternehmen bislang nicht im Social Web aktiv. 62 Prozent der Befragten in dieser Gruppe sagen zur Begründung, dass sie mit Social Media ihre Zielgruppen nicht erreichen. Ein anderes Problem ist zweifelsohne die mangelhafte Beratung in Sachen Social Media. Immer mehr selbsternannte Social-Media-Berater versuchen unwissenden Firmen langfristige To-dos aufzuschwätzen, ohne dabei klar definierten Erfolgsclaims zu folgen. Wie es gehen könnte, zeigt der Artikel Facebook für den Mittelstand.

Noch ist die Branche gesund, gilt als flexibel. Dennoch sollte ein professionelles Social-Media-Monitoring nicht fehlen, im Paket vorhanden sein. Mit Hilfe dieser Tools lassen sich Marken, Produkte und Themen im Social Web überwachen und auswerten. Im Hinblick auf Kundenbindung und Service kann sich speziell in diesem Segment ein Engagement mehrfach auszahlen, aber bitte gezielt.

Egal wie sich ein Unternehmen entscheidet: Ausschließlich der Kundendialog sollte in den Fokus der Geschäftsfelder rücken. Ob mit oder ohne soziale Netzwerke. Mit der weiteren Verbreitung von sozialen Medien zeichnet sich ein Kulturwandel hin zu offeneren Kommunikationsstrukturen ab. Darüber hinaus entwickelt sich Social Media zu einem wichtigen Wertschöpfungsfaktor. So werden Kontakte in sozialen Netzwerken Teil des alltäglichen Kundenservice. Ob der Mittelstand allerdings die gesamten Strukturen annehmen muss? Ich persönlich zweifle das Vorhaben „alle ins Social Web“ an.

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