Die Zeiten, in denen Videospiele nur mit einem Millionenbudget und mit der Hilfe von großen Publishern erfolgreich werden, sind vorbei. In den letzten Jahren hat sich in der Games-Branche einiges getan, sodass zunehmend unabhängige Entwicklerteams mit Indiegames den Markt aufmischen. Möglich machen dies unter anderem Crowdfunding-Plattformen, wie Indiegogo oder Kickstarter. Auch in Karlsruhe hat sich eine Indiegames-Szene entwickelt. Wie groß ist diese und was macht sie aus? Wir haben mit Cem Aslan, Gründer von ColdFire Games, gesprochen.

Lieber Cem, stelle dich unseren Lesern doch mal kurz vor: wer bist du, was machst du?

Hallo, ich bin Cem Aslan, Geschäftsführer von ColdFire Games, einem kleinen Indie-Studio in Karlsruhe. Vor ca. zwei Jahren habe ich mit einem guten Freund das Studio gegründet. Vor der Gründung war ich bereits in der Games-Branche tätig und hatte 2008 bei Orbster versucht Location-based gaming zu etablieren. Mit der Gründung von Flaregames war ich bis zur Gründung von ColdFire Games an der Entwicklung von zwei veröffentlichten Mobile-Games (BraveSmart und Evoker) und unzähligen Prototypen beteiligt.

Nachdem wir jetzt mehr über dich wissen, wollen wir natürlich auch mehr über dein Spiel erfahren. Erkläre uns doch in ein paar Sätzen, was euer Spiel ausmacht.

Unser Spiel Idle Space (iOS, Android) ist ein Genre-Mix aus einem Space-Shooter und den immer beliebter werdenden Idle-Games. Da wir alle im Team Sci-Fi-Fans sind, war das Setting von Anfang an schon klar. Jedoch versuchten wir nicht ein klassisches shoot’em up zu entwickeln. In unserem Spiel fliegt das Raumschiff von selbst. Der Spieler ist für die Waffen und die Verbesserung des Raumschiffs an sich verantwortlich. Auch ist die geschickte Kombination von Spezialwaffen, die man im Spielverlauf erhält oder erforscht, eine gute Strategie, um sich gegen die Bossgegner zu behaupten.

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Lebst du hauptberuflich als Spieleentwickler oder ist es eher etwas, das du nebenher machst?

Ja. Eigentlich war bin ich seit dem Abschluss meines Studiums fast durchgängig als Spieleentwickler tätig.

Wie würdest du die Games-Szene Karlsruhes, hinsichtlich Größe und Aktivität beschreiben?

Die Karlsruher Games-Szene ist schon deutlich größer, als man vielleicht auf den ersten Blick vermutet. Neben den beiden großen Playern Flaregames und Gameforge, gibt es auch eine große Menge an Indie-Entwicklern, die zum Teil hauptberuflich aber auch hobbymäßig Spiele entwickeln. Gerade die Indie-Community zeichnet sich durch ihren Zusammenhalt und auch regen Austausch aus. Die Open Stage Games BW und Talk & Play bieten dazu auch in Karlsruhe sehr passende Veranstaltungsformate.

Angela Merkel hat auf der Spielemesse Gamescon 2017 versprochen die Spieleindustrie mit mehr Fördergeldern zu unterstützen. Wurde sie zuvor eher stiefmütterlich behandelt?

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Das kann man schon sagen. Da ich als Programmierer auch Einblicke in die generelle IT-Branche habe, hängt im direkten Vergleich die Spieleindustrie beim Thema Förderungen nach.

Was muss Karlsruhe noch tun, um attraktiver für Entwicklerstudios zu werden?

Es gibt schon einiges in Karlsruhe, was uns als Entwicklerstudio viel geholfen hat. Ein Problem für uns waren jedoch Büroflächen. Es gibt einiges an geförderten Büroflächen in Karlsruhe, jedoch mit Wartezeiten von sechs bis hin zu über neun Monaten.

Zu guter Letzt: Kannst du dich noch an dein erstes Spiel als Kind/Jugendlicher erinnern?

Katakis auf meinem guten alten Commodore 64!

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