Am 21. April 1989 wurde er in Japan erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Von dort aus führte er seinen Siegeszug über Amerika und Europa bis in die hintersten Ecken der Welt fort und wurde dabei insgesamt 118,69 Millionen Mal verkauft. Diese Woche wurde er 25 Jahre alt. Happy Birthday, Game Boy.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann genau er in meinem Kinderzimmer landete – schätzungsweise Anfang des Jahres 1991 nach dem Erscheinungstermin in Deutschland. Was ich jedoch noch weiß: Mit knapp 150 DM war er nicht ganz günstig – vor allem nicht für einen Achtjährigen und so musste neben dem Geburtstags- auch das Weihnachtsgeld daran glauben. Mit seinen 148 x 90 x 32 mm gleicht der Game Boy aus heutiger Sicht eher einem Backstein, für damalige Verhältnisse war er allerdings ein durchaus handlicher Wegbegleiter und obendrein quasi unkaputtbar. Ab und an musste man die Spiel-Kassetten durch kräftiges Pusten vom Staub befreien, aber ansonsten war der Game Boy durchweg funktionsfähig.

Entwickelt wurde er von Gunpei Yokoi und seinem Team Nintendo Research & Development 1, die sich gemeinsam auch schon für die ab 1980 produzierte Handheld-Reihe Game & Watch verantwortlich zeichneten. Die weiteren technischen Daten: ein 4,19 MHz Prozessor, 8 Kbytes Arbeitsspeicher, sagenhafte 160×144 Pixel mit 4 Graustufen und einem Monosound, der vermutlich zahlreiche Mütter und Väter in den Wahnsinn trieb, in den Ohren der Generation Y aber heute noch einer Beethoven-Sonate gleichkommt.

Die Spieleklassiker: Tetris, Super Mario, Zelda

Der Game Boy kam im Bundle mit Tetris, das mit 30,26 Millionen meist verkaufte Spiel, entwickelt vom russischen Programmierer Alexei Paschitnow. Ebenfalls im Paket enthalten war ein Link-Kabel, durch welches man sich mit Freunden messen konnte: Zwei oder mehr abgebaute Tetris-Reihen bedeuteten eine zusätzliche, unvollständige Reihe beim Gegner. Meine beiden Favoriten im Duell mit Freunden waren Nintendo Tennis und Nintendo World Cup – letzteres mit Lothar, Rudi und den anderen Helden des Weltmeisterteams von 1990. Besonders in Erinnerung blieben mir dabei fiese Maulwurfhügel, böse Blutgrätschen und ein unhaltbarer Fallrückzieher bei gleichzeitigem Drücken der beiden Tasten A und B.

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Computerspiele-Geschichte schrieben aber allen voran The Legend of Zelda: Link’s Awakening und Super Mario Land. Ein ganz besonderer Charme von Spielen wie Super Mario lag zweifelsfrei auch an der Tatsache, dass der Spielstand nicht gespeichert werden konnte. Einmal angefangen, hieß es weiterzocken, bis entweder die Prinzessin befreit oder das letzte Leben verbraucht worden war. Im schlimmsten Fall kündigte irgendwo dazwischen ein rotes Lämpchen am linken Rand des Displays das Ende der vier AA Batterien an.

Oft kopiert, doch nie erreicht: die Nachfolge-Modelle

1995 folgte auf das Urmodell eine Special Edition in den Farben rot, gelb, grün, schwarz, weiß und später auch blau. Ganz besonders beliebt war in meinem Freundeskreis die transparente Variante. Die technischen Spezifikationen der Special Edition blieben jedoch gleich. Es folgten der Game Boy Pocket, der ausschließlich in Japan vertriebene Game Boy Light und 1998 dann der Game Boy Color mit einer Palette von 32.768 Farben, von welchen 56 gleichzeitig dargestellt werden konnten.

2001 entwickelte Nintendo mit dem Game Boy Advance und dem Game Boy Advance SP eine neue Generation, die allerdings nicht mehr auf der ursprünglichen Technik aufbaute. 2005 lief dann der Nintendo DS dem Game Boy letztlich den Rang ab. Doch in einer kleinen Fangemeinde lebt er auch heute noch weiter. Und vielleicht durchforstet zum 25. Geburtstag des Game Boys der ein oder andere Nostalgiker die Kisten auf dem Speicher seiner Eltern oder macht sich im Netz auf die Suche nach einem passenden Emulator.

 

TitelbildWikimedia
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Christian Birnesser
Christian zeichnet sich bei der IT-Additional-Services für das Marketing und die Unternehmenskommunikation verantwortlich. Zuvor arbeitete er bis Mitte 2018 beim CyberForum und leitete dort die Abteilung Kommunikation & Marketing. Christian studierte Kunst- und Medienwissenschaften am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dabei befasste er sich hauptsächlich mit Kommunikationstheorien, die als Vorläufer des Guerilla-, Viral- und Ambient-Marketing zu verstehen sind.