Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Die Digitalisierung eröffnet die Möglichkeit für eine ‚Wirtschaft des Teilens‘. Das passt in die Zeit, weil dabei auf intelligentem Weg vorhandene Ressourcen bei gleicher Qualität effizienter genutzt werden können“

Teilen, Tauschen, Mieten und Schenken, egal ob ein Auto, eine Maschine oder kulturelles Insiderwissen. In der Share Economy schließen sich Menschen zusammen, die materielle und immaterielle Ressourcen gemeinsam nutzen. Sie gilt daher auch als besonders nachhaltiger Wirtschaftszweig.

„Sharing macht einen konkreten Nutzen der Digitalisierung sichtbar. Denn dank des Internets lassen sich neue Wege erschließen, um mit dem gleichen Ressourceneinsatz mehr zu erreichen“, sagte Ministerin Theresia Bauer am Freitag (1. September) in Stuttgart.

47 Projektvorschläge wurden eingereicht

Immer mehr Menschen suchen die Möglichkeit, Güter oder Dienstleistungen zu teilen, zu tauschen oder zu verschenken – sei es über Apps oder Soziale Medien. Bauer: „Das Web macht es einfach, gleichgeartete Interessen zu vernetzen und Gegenstände wie Dienstleistungen einem weitaus größeren Nutzerkreis zur Verfügung zu stellen. Das kann Kosten sparen, der Umwelt helfen oder einfach nur Gutes tun. Mit unserem Preis zur Share Economy belohnen wir smarte und pfiffige Ideen, wie man dieses Potential nutzen und erforschen kann.“

Aus 47 Projektvorschlägen hat eine Fachjury, besetzt mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, vier Gewinner gekürt und einen Sonderpreis vergeben. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg hatte den landesweiten Wettbewerb „Share Economy – Impulsgeber des digitalen Wandels“ gemeinsam mit dem CyberForum e.V. ausgeschrieben.

Im Rahmen des Impulskongress „Let’s share on“ verleiht das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst deshalb am Donnerstag, 26. Oktober 2017, im IHK Haus der Wirtschaft Karlsruhe vier Preise an herausragende und kreative Innovationsprojekte, die die Wirtschaft des Teilens auf ihre ganz eigene Weise voranbringen wollen. Die Gewinner erhalten neben der Auszeichnung ein Preisgeld in Höhe von jeweils 44.000 Euro zur Umsetzung ihrer Vorhaben.

Die Gewinner des Wettbewerbs Share BW: Virtuelle Fabrik und Carsharing, Arbeitsintegration von Flüchtlingen und Crowdfunding in der Kunst

V-Industry (Kategorie „Smarter Earth / Energy“) Sharing Economy goes Industry! Wenn Maschinen stillstehen werden Laufzeiten nicht genutzt oder gar verschwendet. Sind dagegen alle belegt, können keine neuen Aufträge eingepflegt werden. Fehlt die geeignete Maschine, kann das geplante Produkt nicht ad hoc umgesetzt werden. V-INDUSTRY löst dieses Problem mithilfe einer Online-Plattform, auf der Unternehmen ihre Maschinen teilen können – durch Mieten und Vermieten. Dadurch wird die Produktion für alle Partner effizienter, Maschinen sind besser ausgelastet; gleichzeitig wird der ökologische Fußabdruck reduziert.

Local Zero (Kategorie „Mobility“) Die Firma raumobil GmbH will eine bestmögliche Fuhrparkauslastung von Unternehmen sowie einen besseren Zugang zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen herstellen. Dafür haben sie die Online-Plattform Local Zero entwickelt, die von der Buchung bis zur Abrechnung die Nutzer begleitet und eine individuelle und schnell realisierbare Sharing-Möglichkeit für kleinräumige Zusammenschlüsse anbietet. Die Kosten werden gemeinschaftlich, anteilig nach Unternehmensgröße, einfach und fair geteilt.

Welcome2Work (Kategorie „Integration / Participation“) Eine wirtschaftliche Perspektive für Flüchtlinge gibt die Plattform Welcome2Work, die von Studierenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickelt wurde. Diese Online-Plattform unterstützt Geflüchtete bei der Arbeitsplatzsuche und organisiert gleichzeitig ein online-gestütztes ehrenamtliches Patenprogramm, um die Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren: Auf welcome2work.de haben Flüchtlinge die Möglichkeit sich ein Bewerberprofil anzulegen oder sich direkt auf offene Stellen zu bewerben. Partner und Paten bieten Workshops an, bei denen gemeinsam Bewerbungsmappen erstellt, über das deutsche Arbeitsleben diskutiert und die Bewerber gezielt darauf vorbereitet werden. Durch das Patensystem werden Flüchtlinge über den gesamten Bewerbungsprozess bis zur erfolgreichen Jobvermittlung betreut.

ATO (Kategorie „Creativity“)
Mit einem nachhaltigen Neuentwurf im Bereich des Kunstmarktes, möchte das Team von ATO Kunstwerke und Ideen ausgewählter KünstlerInnen an KäuferInnen vermitteln.
Die wenigsten KünstlerInnen können sich allein durch ihre Kunst finanzieren. Dazuhin verschwindet durch den Verkauf an Privatleute die Kunst vom Markt und wird dadurch der Gesellschaft unzugänglich. Dem möchte das Team von ATO entgegenwirken.
Da künstlerisches Schaffen aber auch im digitalen Zeitalter nach wie vor mit dem realen Erleben des Werkes verknüpft ist, gilt es, die Vorteile von physischen Ausstellungsorten und Kunststätten in den Vordergrund zu stellen. Kunstwerke die auf der Onlineplattform präsentiert sind, können jederzeit parallel im „realen Raum“ ausgestellt werden. Auf diesem Weg können KünstlerInnen institutionsunabhängig und selbstbestimmt an Ausstellungen in Kunstvereinen, Offspaces, Projekträumen, Institutionen oder Stiftungen teilnehmen.

Der Hintergrund zu ShareBW

Um neuartige Digitalisierungspotenziale zu identifizieren und zu nutzen, hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) zum zweiten Mal den landesweiten Wettbewerb „shareBW“ ausgeschrieben. Mit diesem Wettbewerb leistet das Wissenschaftsministerium einen Beitrag zum digitalen Wandel in der Gesellschaft und fördert die nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Landes. Das Projekt wird von der CyberForum Service GmbH und dem landesweiten IT Bündnis BW betreut. Weitere Bestandteile des Projekts sind der am 26. Oktober in Karlsruhe stattfindende Impulskongress „Let’s share on“, auf dem Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Gewinnerprojekte auszeichnet, sowie ein großer Digitalisierungsgipfel im Sommer 2018, auf dem die Umsetzungsergebnisse der ausgezeichneten Projekte vorgestellt werden.

Das Projekt wird aus Mitteln der Landesstrategie digital@bw gefördert.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.sharebw.de

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

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