Mückenstiche, die ganz simpel mit dem Smartphone behandelt werden, Transporter-Anmietungen für einen Euro, Künstliche Intelligenz (KI), die beim Bezahlen in der Kantine, bei der Berechnung von physikalischen Materialveränderungen oder im Bereich IT-Security unterstützt, professionelles Coaching im Do-It-Yourself-Verfahren – die Innovationen, an denen in diesen Tagen in den Räumen des CyberLab in Karlsruhe gefeilt wird, sind voller Möglichkeiten. Insgesamt 14 Teams profitieren derzeit von Coworking-Spaces, Mentoren oder von finanziellen Fördermöglichkeiten, die das CyberForum, Betreiber des IT-Accelerators CyberLab in Karlsruhe, den Startups bietet.

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Neun Gründerteams sind in den zurückliegenden Wochen in die Räume des CyberLab eingezogen. Sie haben erfolgreich ihre Ideen vor einer Jury vorgestellt und dürfen in den kommenden Monaten von den Leistungen des baden-württembergischen IT-Accelerators profitieren. Seit September 2017 ist das CyberLab offizieller Partner des Landes und als Accelerator (Beschleuniger) für Startups aus der IT-Branche begehrte Anlaufstelle. Schließlich profitieren die Gründer von den voll ausgestatteten Arbeitsplätzen und einer Infrastruktur, die sich auf über 1.600 Quadratmeter erstreckt und im Herzen der Karlsruher IT-Szene angesiedelt ist. Die Startups müssen hierfür keine Anteile am eigenen Unternehmen abgeben. Vielmehr werden sie mit finanzkräftigen Investoren vernetzt oder erhalten mit Start-up BW Pre-Seed, einem Frühförderprogramm des Landes Baden-Württemberg, eine Finanzierung von bis zu 200.000 Euro.

Die nachfolgenden Teams haben in diesen Wochen Einzug gehalten ins CyberLab in Karlsruhe:

auvisus: KI beim Bezahlvorgang in der Kantine

Zwei Milliarden Mahlzeiten werden jedes Jahr in Betriebsrestaurants in Deutschland manuell kassiert. auvisus hat eine Lösung gefunden, wie insbesondere zu
Stoßzeiten der Ablauf dieses Bezahlvorgangs optimiert und beschleunigt werden kann – das spart Personalkosten und garantiert höhere Umsätze. Mit Hilfe von KI wird sich der Kassiervorgang verändern: Das Tablett wird unter der Kamera platziert, der Algorithmus erkennt und klassifiziert die Gerichte auf dem Tablett und es kann komplett automatisiert bezahlt werden. Zusammengefasst: Kunde kommt, Algorithmus erkennt, Kunde bezahlt.

CoachUrSelf: Do-It-Yourself Coaching am PC

Coaching im Business-Umfeld ist meist teuer oder zeitintensiv und wird daher oft nur Mitarbeitern in mittleren und gehobenen Management-Positionen angeboten. Eine webbasierte Selbstcoaching-App macht Coaching für alle Mitarbeiter eines Unternehmens in gleichbleibender Qualität, zu transparenten Kosten sowie zeitlich unabhängig verfügbar. Die User werden digital durch einen themenbezogenen und lösungsorientierten Coaching-Prozess geführt, in dem sie für sich selbst Lösungsansätze erarbeiten und Handlungsschritte festlegen. Das führt letztlich zu mehr Zufriedenheit und Motivation in der Belegschaft.

Gardion: Individuelle Internetnutzung in geschützter Umgebung

Mit Gardion können Regeln erstellt werden, die festlegen, wer, zu welchen Zeiten und auf welche Seiten Zugang zu Internetangeboten haben soll. Was tun, wenn das Smartphone des elfjährigen Sohns nur maximal eine Stunde Online-Spiele und den Zugang zu YouTube erlauben soll? Wenn es darum geht, die Großmutter mit ihrem neuen Tablet vor den dunklen Ecken des Internets zu schützen? Oder, wenn der Architekt, der mit seinem Laptop viel reist und ein sicheres VPN sucht? Gardion bietet genau für diese und viele weitere Fälle individualisierbare Lösungen.

heat it: Mückenstiche mit dem Smartphone behandeln

Was hilft tatsächlich gegen lästige und juckende Mückenstiche? Salben, Cremes, Tinkturen oder eine rohe Zwiebel – nicht immer ist das vermeintlich Richtige gerade greifbar. Und so manches Mittel entpuppt sich schnell als nur bedingt tauglich. Ein wirkungsvolles und wissenschaftlich belegtes Behandlungsprinzip ist konzentrierte Wärme (Hyperthermie). Drei Gründer aus Karlsruhe haben diese Erkenntnisse mit der Steuerung und Energieversorgung des eigenen Smartphones kombiniert und eine Lösung gegen juckende Mückenstiche gefunden.

inlyse: Mit KI die Unternehmenssoftware schützen

Neuartige Mechanismen der Bilderkennung und selbstlernende neuronale Netze können selbst die neuesten und gefährlichsten Cyber-Bedrohungen identifizieren und abwehren. Mit einfachen Plugins können Unternehmen eine cloudbasierte Technologie mühelos und ohne Expertenwissen in die eigene ITInfrastruktur integrieren, um kritische Schwachstellen zu schließen.

renumics: Der KI- Assistent für Ingenieure

Wie verhält sich ein Kindersitz beim Aufprall, wenn an einem Detail Veränderungen vorgenommen wurden? Im Zentrum simulationsgetriebener Entwicklungsprozesse steht immer der „Berechnungsingenieur“. Ausgerüstet mit teurer Software führt er auf Basis seines umfangreichen Expertenwissens mit hohem manuellem und materiellem Aufwand kostspielige Simulationen durch. Die helfen dem Konstrukteur bei der Analyse und der Optimierung seiner Designs. Mit Hilfe von maschinellen Lernverfahren und der quelloffenen Middleware von renumics können Berechnungsingenieure künftig Simulationen automatisieren und auf einfache Weise Konstruktionsingenieuren verfügbar machen.

reveox: Plattform zur Vermittlung von Überführungsfahrten

Wenn eine Mietwagenfirma ihre Fahrzeuge an andere Standorte überführen möchte, dann ist das meist sehr teuer, ineffizient und aufwändig. Auf der Plattform von reveox werden künftig solche Überführungsfahrten dem freien Markt angeboten. Einmal registrieren oder den Fahrtenalarm aktivieren und schon gibt es den Mercedes Sprinter von München nach Hamburg zum Preis von einem Euro. Drei Gründer haben sich diese bedarfsgerechte und kostengünstige Mobilität ausgedacht und konsequent weiterentwickelt.

SoftwareCantina: eine App für Händler, Installateur und Kunde

Produkte, die im Einzelhandel bestellt wurden, ausgeliefert und installiert werden müssen – ganz gleich, ob Möbel, Küchen oder „weiße Ware“ wie Spül- oder Waschmaschine – unterliegen bestimmten Prozessabläufen: die Ware muss für die Auslieferung vorbereitet werden, der Handwerker oder Installateur sollte über die Bedingungen vor Ort, beim Kunden, Bescheid wissen. In welches Stockwerk muss die Ware geliefert werden? Wie weit sind Steckdose oder Wasseranschluss entfernt? Die App von Software Cantina klärt im Vorfeld all diese Fragen und liefert für Verkäufer, den Servicemitarbeiter aber auch für den Kunden in Form einer Waren-Nachverfolgungsanzeige (ähnlich einer Paket
Nachverfolgung) alle relevanten Informationen, um die Abwicklung für alle Beteiligten so reibungslos und effizient wie nur möglich durchzuführen.

Neben den genannten Teams, die erst seit kurzer Zeit im CyberLab wirken, sind fünf weitere Startups vor Ort aktiv, die mit ihren Unternehmen durchstarten. Hier ein kurzer Überblick:

apic.ai – intelligente Software, die den Eingang von Bienenstöcken überwacht und unter anderem Erkenntnisse zur Biodiversität liefert.
Neohelden – „Wie viel Budget habe ich noch?“ – wie bei Alexa, Siri & Co beantwortet die KI von Neohelden Fragen aus dem Businessumfeld.
Nesto – die Personaleinsatzplanung in der Systemgastronomie ist eine Sisyphosarbeit; nesto bietet hierfür eine intelligente Softwarelösung.
Pitchview – bietet über eine Schnittstelle permanenten Zugriff auf alle relevanten Materialien, die von Vertriebsmitarbeiter benötigt werden
STYNG – eine Plattform für die gesamte Tattoo-Szene: Tätowierer finden, Motive vergleichen, sich informieren, austauschen; all das ermöglicht Styng