Immer wieder müssen wir feststellen, dass es unseren Gründern an Mut fehlt. Drei „neue“ Vernetzungsportale für Senioren, zwei Shops für Geschenke, 15 Verbesserer der virtuellen Zusammenarbeit sehen wir pro Quartal. Wo bleiben wirklich neuartige Geschäftsideen? Das Ungewöhnliche? Das traumhaft Überirdische? Daniel D., der Visionär vom Dienst, erläutert beispielhaft, was Deutschland noch fehlt.

Abo beim Schlüsseldienst!

Immer wieder gibt es Menschen, die sich darüber ärgern, wie teuer der Schlüsseldienst ist. Will man nun einmal in die eigene Wohnung, hat aber keinen Schlüssel, dann muss man ihn bestellen und kriegt nicht mal Rabatt. Ganz im Gegenteil, häufig kommen Zuschläge für Nacht-oder Wochenendarbeit hinzu. Das passt nicht in unsere Gesellschaft, die bekanntlich nach dem Versicherungsmodell funktioniert.

Demnach trägt die Kosten nicht der Verursacher, sondern die Allgemeinheit. Im Gegenzug wird dazu ein Beitrag geleistet. Volkswirtschaftlich wertvoll ist dieses Modell deshalb, weil es viele Arbeitsplätze für Verwalter, Gerechtigkeitsüberwachung und Missbrauchskontrolle schafft.

Modern ist es daher, den Schlüsseldienst im Rahmen eines Versicherungsmodells als Abonnement zu buchen. Das bedeutet, dass jeder Teilnehmer einen Monatsbeitrag von zum Beispiel 25 € bezahlt. Davon bekommt er im Rahmen eines begrenzten Antragsverfahrens 9,67 € von der Deutschen Bundesrepublik zurück. Weitere 1,52 € zahlt der Europäische Sozialfonds, und weitere 3,00 € das Bundesland Berlin. Der letztgenannte Zuschuss wird mit der Sonderfunktion der Hauptstadt begründet, in der regelmäßig große Schlüsselprobleme auftreten. Sogar der neue Flughafen ist immer noch versperrt!

Wer seinen Schlüssel verloren hat, kann also Antrag auf Schlüsseldienst-Unterstützung stellen. Dem Antrag ist ein neueres polizeiliches Führungszeugnis beizufügen. Die Wohnung wird dann unverzüglich aufgesperrt, und zwar von Fachleuten des BND. Auf diese Weise leistet der Nachrichtendienst ein Beitrag zur Volksgesundheit, und gleichzeitig leistet sich das Volk den Nachrichtendienst auf Kosten der Schlüsseldienste.

Unser Geschäftsmodell ist unter einem zweiten Aspekt besonders interessant: Die Haupttätigkeit könnte eine Abonnement-Verwaltung werden. Hierzu kann bereits vorhandene Software von Zeitschriftenverlagen eingesetzt werden, die auf elektronische Geschäftsmodelle umgestiegen sind und ihre bisherige Abo-Nummer-Verwaltung nicht mehr benötigen. Schon mit 0,30 € pro Monat und Abonnenten entlasten wir den Bundesnachrichtendienst erheblich, wobei wir gegen einen geringen Aufpreis noch kostengünstig die Verbindungsdaten des betreffenden Handys mit beschaffen könnten. Wenn das Geschäft wirklich anläuft, empfiehlt sich der Bundesnachrichtendienst übrigens auch als Exit-Partner.

Möbel aus Eis

Viele Deutsche sind unzufrieden mit ihrer Wohnung. Sie ist zu klein für das neue Fernsehgerät, Doppelbetten passen nicht durch die Wohnungstür. Alles ist voll mit alten Möbeln, die uns nicht mehr gefallen.

Das sind schwerwiegende Probleme, die durch unser neuestes Start-Up erfolgreich beseitigt werden können. „Cooler Liebling“ heißt es in bestem Neudeutsch. Unsere Produkte sind Möbel. Möbel aus Eis. Ja, richtig, gefrorenes Wasser! Natürlich geben wir dem Wasser einen Zusatz aus umweltfreundlichem Meersalz hinzu. Dadurch gefriert es langsamer, taut aber auch langsamer wieder auf.

Da man auf diesen Stühlen sowieso nicht sehr lange sitzen will, macht es uns gar nichts aus, wenn die Möbel nach einiger Zeit kleiner werden oder gar verschwinden. Im Gegenteil, dann haben wir Gelegenheit, wieder neue Möbel zu kaufen! Das begünstigt den Konjunkturverlauf und außerdem schafft es Abwechslung und Vergnügen. Günstig ist dies auch für die mobile Generation, die ständig den Wohnort wechselt und auf diese Weise erhebliche Umzugskosten einsparen kann. Leider können wir allerdings in den Sommermonaten keine Eismöbel liefern, weil sich unser Personal dann geschlossen auf Mallorca befindet.

Das Projekt eignet sich nur für schnell entschlossene Investoren – sonst sind die Produkte weg!

Altbackene Geschäftsideen
„Cooler Liebling“ – Wohnungsmöbel aus Eis sorgen für Abwechslung (Bild: Raas Rotter)

Sportausrüstung für Gründer

Besonders vielversprechend ist das Projekt der BetterBusinessPlan UG. Sie will Sportgeräte verkaufen, die Gründer für die Investorensuche benötigen. Da gibt es schon ganz viele konkrete Ideen, zum Beispiel:

  • Skibrillen mit Rundumschutz (Nach Wahl Goldgelb oder Rosarot)
  • Hockeysticks, 3-Jahresversion und 5-Jahresversion
  • Mehrkomponentenkleber zur Sofortreparatur auseinanderfallender Prototypen
  • usw.

Partner fürs Brainstorming zur weiteren Produktentwicklung gesucht!

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BetterBusinessPlan UG will Sportgeräte verkaufen, die Gründer für die Investorensuche benötigen. (Bild: Raas Rotter)

Automatischer Shop

Zum Abschluss eine Idee, die vielleicht nicht so neu ist – aber überzeugend! Bekanntlich sammelt die Netzwelt Daten. Sie weiß, wann wir schwanger sind, Schnupfen haben oder welches Auto zu uns passt. Auch bei der Partnerwahl weiß Parship genau, was uns gut tut. Warum dann noch der ganze Wahnsinn mit Webshops, Einloggen, Zahlvorgängen usw.?

Alles unnötig. Wir nehmen ein Abo bei Google und die schicken, was wir brauchen. Ganz ohne unsere Mitwirkung. Notfalls kann man zurückschicken, was nicht gefällt. Und wer zahlt‘s? Fragen wir Frau Nahles. Sie weiß ja schon: „Das Geld ist da!“ Bei so viel Fortschritt bleibt uns nur Demut.

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