iPad Pro 10.5, iMac Pro, überarbeitete MacBooks, iOS 11 und macOS High Sierra – Apple hat am Montagabend auf der World Wide Developer Conference (WWDC) jede Menge Neuheiten aus den Bereichen Hard- und Software präsentiert. Und dann war da noch der eigentliche Star des Abends: ein kleiner, unscheinbarer Lautsprecher namens „HomePod“, der eine Mischung aus Amazon Echo und Sonos-Lautsprecher darstellt.

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie viel Zeit sich Apple mit der Einführung neuer Produktkategorien lässt. So etwas wie Schnellschüsse kennt das Unternehmen aus Cupertino nicht: das iPhone war nicht das erste Smartphone, das iPad nicht das erste Tablet und die Apple Watch nicht die erste Smartwatch – und dennoch gelten all diese Geräte als Benchmark in ihrer jeweiligen Produktkategorie.

Die Fehler lässt Apple erst einmal die anderen machen und wartet in Ruhe ab, wie ein bestimmtes Produkt von den Kunden angenommen wird. Ist die Nachfrage groß genug, steigt das Unternehmen in den Markt ein. Der neue HomePod, der die Vorteile von Amazon Echo mit denen eines Sonos-Lautsprechers kombiniert, ist das jüngste Beispiel für diese Strategie.

Amazon Echo ohne Smart Home ist ziemlich witzlos

In unserem Wohnzimmer steht seit einigen Monaten ein Amazon Echo. Es ist ganz nett, ab und an einen Plausch mit Alexa zu halten, sie nach dem Wetter zu fragen oder über einen ihrer schlechten Witze zu lachen. Für den Moment ist der Sprachassistent von Amazon für mich aber nicht mehr als ein nettes Gimmick, denn in unserm Mietshaus gibt es keine Smart Home-Technik, die ich mit Alexa steuern könnte.

Ja richtig, Amazon Echo ist zugleich auch ein Lautsprecher, der Musik abspielen kann. Aber leider kommt der Klang nicht mal im Ansatz an meinen Sonos Play:5 heran, weshalb auch dieser Anwendungsfall bei mir wegfällt. So richtig interessant wird Alexa für mich erst, wenn unser Haus inklusive KNX-Installation steht. Dann kann ich Licht, Rollläden und vieles mehr per Sprachbefehl steuern und von Alexas Intelligenz profitieren. Bis dahin ist Amazon Echo aber eben nur ein weiteres Gadget im Haushalt.

Apple setzt beim HomePod auf Musik

Apple hat diese Problematik verstanden. Aus diesem Grund vermarktet das Unternehmen den HomePod auch nicht als intelligenten Sprachassistenten fürs Eigenheim, sondern als eine neue Art Musik zu hören:

The new sound of home. HomePod is a powerful speaker that sounds amazing, adapts to wherever it’s playing, and together with Apple Music, gives you effortless access to one of the world’s largest music catalogs. All controlled through natural voice interaction with Siri.1 It takes the listening experience to a whole new level. […] We completely reimagined how a speaker should make music in the home. […] The ultimate music authority.

Das waren jetzt nur einige der Marketing-Claims, die ihr auf der offiziellen HomePod-Produktseite findet. Sie machen allerdings deutlich, dass Apple den HomePod in erster Linie als Sonos-Konkurrenz platziert. Erst ganz zum Schluss – in einem winzigen Absatz – weist Apple darauf hin, dass der HomePod auch das Licht und andere Dinge im Haus steuern kann, sofern diese mit Apples HomeKit kompatibel sind.

Apples HomePod arbeitet mit einem A8-Chipsatz sowie sechs kreisförmig angeordneten Mikrofonen und hat eine intelligente Raumerkennung an Bord. Dadurch weißt der Lautsprecher, wo genau im Raum er sich befindet und kann dementsprechend die Musikwiedergabe anpassen. Ihr kennt das. Von Sonos. Natürlich lassen sich auch zwei HomePods aufeinander abstimmen. Gesteuert wird der Lautsprecher via Siri. Die Musik liefert – wenig überraschend – Apple Music.

Der HomePod aktiviert sich übrigens erst, wenn ihr „Hey Siri!“ sagt. In meinem Fall würden sich dann auch gleich noch mein iPhone und mein iPad einschalten. Ob das im Alltag wirklich praktisch ist? Man wird sehen! 😉

Apple HomePod

Und sonst so? iMac Pro, iPad Pro 10.5 und iOS 11

Neben dem HomePod hat Apple auf seiner diesjährigen WWDC-Keynote natürlich auch andere Produktneuheiten vorgestellt. Zum Beispiel den iMac Pro. Für mich ein absoluter Traumrechner, für die breite Masse aber eher uninteressant, da sich das weit über 4000 Euro teure Gerät in erster Linie an professionelle Anwender richtet.

Selbiges gilt für das iPad Pro 10.5, das bei 729 Euro startet und einen PC ersetzen soll. Jetzt aber wirklich! Die neuen MacBooks sind etwas schneller und heller, unterscheiden sich ansonsten aber kaum von den bisherigen Modellen.

Spannend dürfte dagegen iOS 11 werden, das endlich eine Dateien-App und ein überarbeitetes Dock bekommt. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet hier alle Features anschaulich aufbereitet.